| 05.01.2010 |
Wann ist es bei uns soweit |
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Kongo entlässt tausende Beamte wegen Korruption
KINSHASA: Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, hat wegen Korruption und Unterschlagung 119 Beamte von Finanzministerium, Zoll und Steuerbehörde entlassen und weitere 2600 in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Sie hätten ein ihrer Position unangemessenes Fehlverhalten an den Tag gelegt oder seien mindestens einmal zu Gefängnisstrafen von mehr als drei Monaten verurteilt worden, hieß es zur Begründung in Kinshasa. Bereits im vergangenen Jahr hatte Kabila fast 1300 Beamte und mehr als 100 Richter wegen Korruption nach Hause geschickt.
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| 22.10.2009 |
Aufstand des Südens |
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Vieles deutet derzeit darauf hin, das sich das Gefüge der Welt in den nächsten zwei Jahren drastisch verändern wird. Die Länder der Zweiten und Dritten Welt scheinen nicht länger bereit, die Ausbeutungen durch den Westen zu erdulden, wollen nicht länger Kolonien des Kapitalismus und Opfer seiner menschenverachtenden Auswüchse sein.
Besonders Südamerika ist zu neuem Selbstbewusstsein erwacht: So stellte Ecuador 2008 die Rückzahlung seiner Schulden ein erklärte die Schulden der Dritten Welt für "nicht rechtmäßig und unmoralisch". In Bolivien hat sich das Volk mit 90% Wahlbeteiligung eine neue Verfassung gegeben, die international ihresgleichen sucht und Präsident Evo Morales hat dank dieser Widerstandsbewegung nun die Macht, über 200 ausländische Konzerne zu übernehmen und ganz neue wirtschaftliche Bedingungen zu schaffen. Plötzlich hat der bitterarme bolivianische Staat das Geld, sein Volk aus dem Unglück und dem Hunger zu führen.
Wirtschaftliche Abkopplung
Das sind nur zwei Beispiele für die weitreichenden Verschiebungen auf dem Kontinent. Und es geht noch viel weiter. In Kürze wird die Bank des Südens ihre Arbeit aufnehmen, eine gemeinsame Entwicklungs-Bank von Argentinien, Brasilien, Venezuela, Bolivien, Paraguay und Uruguay, welche die Staaten aus den erpresserischen Zwängen des IWF und der Weltbank befreien soll. Denn mit einer eigenen Entwicklungsbank wird man keine Kredite mehr bei IWF und Weltbank aufnehmen müssen und muss darum auch deren Bedingungen nicht erfüllen, so dass die südamerikanischen Regierungen ihren Links-Kurs fortsetzen können. Mit 20 Milliarden US-Dollar an Grundeinlagen übertrifft die Größe der Bank alle Erwartungen und gibt den südamerikanischen Staaten in Zukunft eine ganz neue Verhandlungsposition.
Und es geht noch weiter: Die ALBA-Länder (Antigua und Barbuda, Bolivien, Dominica, Ecuador, Honduras, Kuba, Nicaragua, Vincent und die Grenadinen, Venezuela) haben bekanntgegeben, 2010 den Sucre (Sistema Unitario de Compensación Regional de Pagos) als gemeinsame Währung einzuführen. Damit wollen die Länder Lateinamerikas und der Karibik ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und von den USA noch weiter abbauen. In der Erklärung zu der neuen Währung stellen die Länder einhellig fest, dass Kapitalismus und Imperialismus die Existenz der Menschheit und der Heimat der Erde gefährde - dazu wollen die ALBA-Staaten einen Gegenpol bilden.
Und auch die Afrikaner melden sich langsam zu Wort. Vor dem Uno-Klimagipfel in Kopenhagen sprachen die afrikanischen Staaten erstmals mit einer Stimme: Sie verlangen von den Industriemächten Geld für die Folgen des Klimawandels, der Afrika besonders hart trifft. Mindestens zehn Milliarden Euro werden die Staaten wahrscheinlich fordern.
Der Albtraum des Westens
Damit tritt langsam aber sicher ein, was die westlichen Institutionen unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe seit Jahren erfolgreich zu verhindern versuchen: Kooperation und eine Infrastruktur zur gegenseitigen Hilfe entsteht. Selbsthilfe zur Selbsthilfe sozusagen. Überall, wo eine solche Struktur in den letzten Jahrzehnten entstanden ist, wurde sie durch Staatsputsche und Kriege verhindert und so mancher südamerikanische Präsident kam unter mysteriösen Umständen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Immer wieder gelang es den Konzernen und Regierungen des Westens, in vielen Ländern korrupte Herrscher einzusetzen, die Ausbeutungsverträge unterschrieben und das eigene Volk im Elend hielten.
Alle Staaten der Dritten Welt wurden durch angebliche Entwicklungs-Kredite - welche die Bevölkerung nie erreichten - tief in die Schuldenfalle getrieben. Kredite, die immer an Bedingungen geknüpft waren, die es den Unternehmen der Industrieländer ermöglichten, die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes zu unterwandern und die Länder regelrecht auszusaugen.
Dabei gehören die angeblichen Entwicklungsländer oft eigentlich zu den reichsten der Erde und quillen vor Bodenschätzen wie Erdöl, Gold und Edelsteinen nur so über. Diese Reichtümer werden jedoch von westlichen Firmen geplündert und außer der korrupten Oberschicht verdient innerhalb des Landes niemand daran. Wenn sich das ändert, die Länder untereinander kooperieren und die Schuldenpolitik des Westens als ausbeuterisch und menschenrechtswidrig erkannt wird, dann wird sich das Machtgefüge der Welt für immer ändern.
Aufstand des Gewissens
Auf einen weiteren Aspekt macht der Soziologe und Politiker Jean Ziegler aufmerksam, er sieht für die Zukunft einen "Aufstand des Gewissens" voraus, einen ausbrechenden "Hass auf den Westen" (so heißt auch sein neues Buch).
Die ausgebeuteten Staaten der Dritten Welt erwachen seiner Ansicht nach langsam aus den Traumata, die ihnen die jahrelange Unterdrückung seit der Kolonisation zugefügt hat.
"[...] man weiß nicht, warum ein verwundetes Bewusstsein, ein fürchterliches Verbrechen, zwei, drei Generationen braucht, bis es zu Bewusstsein kommt. Dasselbe erleben jetzt die Völker des Südens. Die Sklaverei und das Kolonialmassaker sind zwei fürchterliche Wunden, die im Gedächtnis fortleben. Erst heute, Generationen nach diesen Massakern, wird dieses verwundete Gedächtnis zum politischen Bewusstsein," sagt er im Interview mit Telepolis.
Die unzähligen Verbrechen, die der Dritten Welt zugefügt wurden und sie bis jetzt in einem Zustand der Ohnmacht gehalten haben, dringen nun langsam in das politische Bewusstsein der Menschen vor und werden als Unrecht erkannt. Die Länder des Südens erwachen zu neuer politischer Erkenntnis: Ein Kind, das jetzt, in diesem Moment, an Hunger stirbt, wird ermordet. Und die Sklavenhaltung hat nur ihren Namen geändert.
"[...] 350 Jahre Sklavenhandel, dann 150 Jahre lang die Kolonialmassaker und die Territorialbesetzung. Heute gibt es die Tyrannei des globalisierten Finanzkapitals. Dieses Finanzkapital [...] hat eine Macht, die nie zuvor in der Geschichte der Menschheit ein König, ein Kaiser oder ein Papst gehabt hat. Diese Finanzdiktatur wird von den südlichen Völkern als letzte Etappe der Ausbeutung und Unterdrückungsstrategie des Westens gesehen. Die Sklavenhalter sitzen heute in den Börsen [...] und sind - wenn auch der Allgemeinheit nicht sichtbar - verantwortlich für den Hunger hunderttausender Menschen. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter 10 Jahren. [...] Und das auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt." so Ziegler weiter.
Das verwundete Bewusstsein wird nun nach Gerechtigkeit verlangen, die Länder des Südens werden die ihnen zustehende Position in der Welt einfordern - und damit wahrscheinlich Geschichte schreiben.
"Die tatsächliche Geschichte, die Geschichte der Mobilisation, des Widerstandes, wo Leben entsteht und Solidarität zur politischen Kraft wird, geschieht heute im Süden. Was heute im Andenhochland an Mobilisierung entsteht, was in Venezuela oder Ecuador entsteht, das ist radikal neu. [...] Die kreative, gemeinschafts- und solidaritätsschaffende Geschichte findet auf den Anden, in den 12 000 indianischen Stämmen, die Bolivien ausmachen, statt. In vielen Teilen Südamerikas wird Geschichte geschaffen, und wir sollten von ihnen lernen," rät Ziegler.
Und wahrscheinlich ist das tatsächlich eine gute Idee.
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| 24.07.2009 |
Auf Hintergrund.de veröffentlicht |
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Kann sich die US- Wirtschaft erholen? |
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Von PAUL CRAIG ROBERTS, 22. Juli 2009 -
Es gibt überhaupt keine Wirtschaft mehr, die sich erholen könnte. Die produzierende Wirtschaft ging durch Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland und durch die Freihandels-Ideologie verloren. Sie wurde durch die frei erfundene (der Phantasie der Banker und Broker entsprungene) "New Economy" ersetzt.
Die "New Economy" ist auf Dienstleistungen aufgebaut. Sie wurde künstlich (ohne reale Basis) geschaffen und mit den bewusst zu niedrig angesetzten Zinssätzen am Leben er-halten, die eine Immobilien-Blase entstehen ließen; der völlig deregulierte "Freie Finanzmarkt verschaffte den Finanz-Gangstern die Möglichkeit, die neu aufgetürmten Schuldenberge in betrügerische Finanzprodukte umzuwandeln.
Die reale Wirtschaft wurde für eine Schein-Wirtschaft geopfert. Als die Schein-Wirtschaft zusammenbrach, büßten viele US-Amerikaner ihre Immobilien, ihre Altersversorgung und ihre Ersparnisse ein und verloren gleichzeitig ihre Jobs.
Die Schulden-Wirtschaft verführte die US-Amerikaner dazu, ihren Besitz zu beleihen. Sie nahmen Kredite auf ihre Häuser auf und verbrauchten das Geld. Sie belasteten ihre zahlreichen Kreditkarten bis an Limit. Sie nahmen so viele (Mini)jobs an, wie sie kriegen konnten.
Die Neuverschuldung und das aus vielen Quellen stammende Familieneinkommen hielten die Wirtschaft in Gang.
Jetzt können sich die US-Amerikaner aber plötzlich kein neues Geld mehr leihen, das sie ausgeben könnten. Sie sind bis über beide Ohren verschuldet. Jobs gibt es keine mehr. Amerikas Konsum, der etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, ist tot. Die Amerikaner, die noch Jobs haben, sparen, weil sie den Verlust ihrer Arbeitsplätze fürchten. Millionen sind obdachlos. Einige sind bei der Familie und bei Freunden untergekommen, andere leben in Zeltstädten.
Im Jahr 2008 hat das Haushaltsdefizit der US-Regierung 455 Milliarden Dollar betragen, in diesem Jahr ist es auf 2.000 Milliarden Dollar (2 Billionen) gestiegen und wird auch 2010 wieder mit 2.000 Milliarden Dollar zu Buche schlagen. Und Präsident Obama hat Amerikas teuren Angriffskrieg in Afghanistan ausgeweitet und einen neuen Krieg in Pakistan begonnen.
Es gibt keinen anderen Weg, diese Defizite zu finanzieren, als durch das Drucken immer mehr (wertloser) Dollars – es sei denn, die Anleger stiegen bei weiteren Kursstürzen am Aktienmarkt auf US-Schuldverschreibungen um.
Der Haushalt der US-Regierung ist zu 50 Prozent ungedeckt. Das bedeutet, die Hälfte jedes Dollars, den die Bundesregierung ausgibt, muss geliehen oder (neu) gedruckt werden. Wegen des weltweiten Finanzdesasters, das die Wall Street-Gangster angerichtet haben, braucht die Welt ihr verbliebenes Geld selbst und kann Washington nicht jährlich zwei Billionen Dollars leihen.
Mit den neu gedruckten Dollars und der wachsenden Dollarmenge wird der Druck auf den Dollar als Reservewährung immer größer. China, der größte Kreditgeber der USA, hat Washington bereits ermahnt, die chinesischen US-Investitionen zu schützen, und plädiert für eine neue Reservewährung, die den Dollar ersetzen soll, bevor er kollabiert. Nach verschiedenen Berichten legt China seine US-Dollars gerade in Gold, Aktien, Rohstoffen und Energieressourcen an.
Der Preis von Goldmünzen, die eine Unze (ca. 30 g) wiegen, ist auf 1.000 Dollar gestiegen, trotz aller Anstrengungen der US-Regierung, den Goldpreis zu drücken. Wie hoch wird dieser Preis steigen, wenn die übrige Welt erkennt, dass "die einzige Supermacht der Welt" bald bankrott ist?
Und wie will Amerika das Öl bezahlen, und die vielen Fertigwaren, die es importieren muss?
Wenn der im Übermaß vorhandene US-Dollar seine Rolle als Reservewährung verliert, werden die Vereinigten Staaten ihre hohen Importe an Waren und Dienstleistungen nicht mehr mit wertlosem Papier bezahlen können. Über Nacht wird vieles knapp werden, und die Amerikaner werden sehr viel ärmer sein.
Die Wirtschaftspolitik Obamas kümmert sich so wenig wie die Bushs um die echten Probleme. Stattdessen wurde Goldman Sachs mehrfach aus der Patsche geholfen. Wie Eliot Spitzer (der ehemalige Gouverneur von New York) gesagt hat, die Banken haben mit Hilfe der US-Regierung "einen Haufen Geld" gemacht.
Nicht die Millionenschulden der jetzt obdachlosen Hausbesitzer wurden getilgt. Auch den kläglichen Resten der US-Autoindustrie – General Motors und Chrysler – wurde nicht wirklich geholfen. Nur die Banken der Wall Street haben kassiert.
Nach Angaben von Bloomberg.com (einer Website für Finanzinformationen) hat der jüngste Rekordgewinn, den Goldman Sachs mit kostenlos oder zu geringen Zinsen überlassenen US-Steuermitteln erzielt hat, das Unternehmen veranlasst, Gehälter und Prämien um 33 Prozent zu erhöhen; seine Angestellten verdienen jetzt durchschnittlich 773.000 Dollar im Jahr.
Das sollte sogar die dämlichsten Patrioten erkennen lassen, wen "ihre" Regierung vertritt.
Die Talsohle der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ist noch nicht erreicht. Ich meine nicht die Immobilien-Krise, die noch nicht überstanden ist. Die Hauspreise werden weiter fallen, wenn die von den Banken kassierten Häuser, die jetzt noch zurückgehalten werden, auf dem Markt verschleudert werden. Die Schließung von Läden und Büros wird es den Eigentümern von Einkaufszentren und Bürogebäuden unmöglich machen, ihre Hypotheken zu tilgen. Auch die Darlehen für kommerziell genutzte Immobilien wurden mit Derivaten abgesichert (die dann ebenfalls wertlos sind).
Die eigentlich Krise steht uns noch bevor. Es ist die Krise der weiter steigenden Arbeitslosigkeit, der stagnierenden oder sinkenden Löhne, gepaart mit steigenden Preisen, die durch die Gelddruckerei der Regierung verursacht werden, und sie kommt mit dem Wertverlust des Dollars. Schon bald werden euch die Preise (der Billig-Kaufhauskette) Wal-Mart wie die Preise beim (Topausstatter) Neiman Marcus vorkommen.
Ruheständler, die auf Staatspensionen angewiesen sind und kein Geld drucken können, werden kein Geld mehr erhalten, sondern mit IOUs (Schuldscheinen) abgespeist werden (IOU ist abgeleitet von "I owe you" = ich schulde dir). Mit wertlosen Dollars werden sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Verzweifelte Steuerbehörden werden versuchen, den Mittelstand noch weiter auszuquetschen.
Keine Maßnahme der Wirtschaftspolitik Obamas ist darauf ausgerichtet, den US-Dollar als Reservewährung zu retten oder dem amerikanischen Volk den Lebensunterhalt zu sichern. Die Wirtschaftspolitik Obamas dient wie die Bushs nur dazu, Banken wie Goldman Sachs und der Rüstungsindustrie zu bereichern.
Matt Taibbi (ein kriischer US-Journalist) beschreibt Goldman Sachs als "eine große Vampir-Krake, die unbarmherzig die ganze Menschheit umschlingt und mit ihren Saugnäpfen alles ausschlürft, was nach Geld riecht". Achtet auf die Repräsentanten von Goldman Sachs in den Regierungen Clintons, Bushs und Obamas. Diese Bankster-Firma kontrolliert die Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten.
Wen wundert es da noch, dass Goldman Sachs Rekordgewinne macht, während die meisten von uns jeden Tag ärmer werden.
Der Autor: Paul Craig Roberts war stellvertretender Finanzminister in der Regierung Reagan. Er war Co-Redakteur der Meinungsseite des Wall Street Journal und Mitherausgeber der National Review.
Übersetzung: Wolfgang Jung – Luftpost, Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein. http://www.luftpost-kl.de
Die kursiven Anmerkungen in Klammern stammen vom Übersetzer.
Der Artikel erschien im Original unter dem Titel Can The Economy Recover? bei Information Clearing House am 15.07.09.
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| 21.01.2009 |
Auf Hintergrund.de veröffentlicht. |
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Krieg und Erdgas: Die israelische Invasion
und Gazas küstennahe Gasfelder
Von MICHEL CHOSSUDOWSKI, 12. Januar 2009 -
Die militärische Invasion israelischer Truppen in den Gazastreifen
hat einen direkten Zusammenhang mit der Kontrolle und dem Besitz
der strategischen Gasreserven vor der Küste.
Dies ist ein Eroberungskrieg. Entdeckt wurden die ausgedehnten
Gasreserven vor der Küste im Jahr 2000.
British Gas (BG Group) und ihrem Partner, der in Athen ansässigen
internationalen Consolidated Contractors Company (CCC), die der
libanesischen Sabbagh und Khouri-Familie gehört, wurden die
Öl- und Gasausbeutungsrechte in einem 25Jahres-Abkommen gewährt,
das im November 1999 mit der Palästinensischen Behörde
unterzeichnet worden war.
Die Rechte der küstennahen Gasfelder sind aufgeteilt: British
Gas (60%); Consolidated Contractors (CCC) (30%); und der Investment
Fund der Palästinensischen Behörde (10%). (nach Haaretz
vom 21.10.07)
Das PA-BG-CCC-Abkommen schließt die Feldentwicklung und
den Bau einer Gas-Pipeline ein (Middle East Economic Digest, 5.1.01)
Die BG-Lizenz deckt das gesamte küstennahe Gaza-Gebiet ab,
das an mehrere israelische Gaseinrichtungen angrenzt. Es sollte
angemerkt werden, dass 60% der Gasreserven entlang der Gaza-Israel-Küste
zu Palästina gehören.
Die BG-Group bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1
und Gaza Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4
Trillionen cubic-foot geschätzt, die einen Wert von annähernd
4 Milliarden US-Dollar haben sollen. Diese Zahlen wurden von der
British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas
Gasreserven könnte viel größer sein.
Wem gehören diese Gasfelder?
Das Problem der Herrschaft über die Gaza-Gasfelder ist sehr
wichtig. Nach rechtlichem Standpunkt gehören diese Bodenschätze
Palästina.
Der Tod Yasser Arafats, die Wahl der Hamas-Regierung und das
Ende der palästinensischen Behörde ( im Gazastreifen)
hat es Israel ermöglicht, die de facto Kontrolle über
Gazas küstennahe Gasreserven zu übernehmen.
British Gas hat mit der Tel Aviver Regierung ein Geschäft
gemacht. Die Hamasregierung hat man so hinsichtlich der Erforschung-
und Entwicklungsrechte über die Gasvorkommen umgangen.
Die Wahl von Ministerpräsident Ariel Sharon 2001 war ein
Wendepunkt. Palästinas Herrschaft über die küstennahen
Gasfelder wurden vom Obersten Gerichtshof angefochten. Sharon
stellte eindeutig fest, dass „Israel nie von Palästina
Gas kaufen werde“ und gab zu verstehen, dass die küstennahen
Gasfelder Gazas Israel gehören würden.
2003 verhinderte Sharon ein anfängliches Geschäft,
das British Gas erlauben würde, Israel mit dem Gas von den
küstennahen Gasquellen zu versorgen (The Independent, 19.August,
2003) Der Wahlsieg der Hamas 2006 brachte das Ende der palästinensischen
Behörde - die dann auf die Westbank beschränkt wurde
– unter dem stellvertretenden Regime von Mahmoud Abbas.
2006 war British Gas „ nahe dran, ein Geschäft mit
Ägypten abzuschließen, um Gas nach dort zu pumpen“.
(Times, 23. Mai 2007). Der britische Ministerpräsident Tony
Blair intervenierte im Namen Israels, um das Abkommen zu verschieben.
Im folgenden Jahr – im Mai 2007 – billigte das israelische
Kabinett einen Vorschlag von Ministerpräsident Olmert: „Gas
von der palästinensischen Behörde zu kaufen.“
Es ging um 4 Milliarden US-Dollar mit einem Profit von 2 Milliarden,
von denen 1 Milliarde an die Palästinenser gehen sollten.
Tel Aviv hatte jedoch nicht die Absicht, die Einkünfte mit
Palästina zu teilen. Ein israelisches Unterhändler-Team
wurde vom israelischen Kabinett zusammengestellt, um mit der BG
Group einen Deal auszuarbeiten, bei der die Hamas-Regierung und
die palästinensische Behörde umgangen wird:
* „Die israelischen Verteidigungsbehörden wollen,
dass die Palästinenser mit Waren und Diensten bezahlt werden.
Sie bestehen darauf, dass die von Hamas kontrollierte Regierung
kein Geld erhält.“
Das Ziel war im Wesentlichen, den 1999 zwischen der BG-Group
und der palästinensischen Behörde unter Arafat unterzeichneten
Vertrag rückgängig zu machen.
Nach dem vorgeschlagenen Abkommen von 2007 mit BG sollte das
palästinensische Gas von Gazas küstennahen Gasquellen
in einer Unterwasserpipeline in den Hafen von Ashkalon gepumpt
und dabei die Kontrolle über den Verkauf Israel übertragen
werden.
Das Geschäft misslang. Die Verhandlungen wurden suspendiert.
Der Mossad-Chef war aus Sicherheitsgründen dagegen ….
Israels Absicht war, die Möglichkeit auszuschließen,
dass Lizenzgebühren an die Palästinenser bezahlt werden.
Im Dezember 2007 zog sich die BG-Group von ihren Verhandlungen
mit Israel zurück und schloss im Januar 2008 ihr Büro
in Israel.
Der Invasionsplan auf dem Reißbrett
Der Invasionsplan für den Gazastreifen unter dem Decknamen
„Operation Gegossenes Blei“ wurde ab Juni 2008 in
Gang gesetzt – nach israelischen militärischen Quellen:
„…Verteidigungsminister Ehud Barak instruierte vor
6 Monaten (Juni oder davor) die israelischen Verteidigungskräfte,
sie sollten sich für eine Operation vorbereiten, genau zu
dem Zeitpunkt als Israel begann (!!), mit der Hamas über
ein Abkommen über eine Feuerpause zu verhandeln“ (Barak
Ravid, Operation „Gegossenes Blei“: die israelischen
Luftstreitkräfte folgten Monate nach der Planung, Haaretz,
27.12.08)
Genau in diesem Monat kontaktierten die israelischen Behörden
erneut Britisch Gas, um wichtige Verhandlungen wieder aufzunehmen,
die den Kauf von Gaza-Naturgas betreffen: ….
Die Entscheidung, die Verhandlungen mit der British Gas-Group
zu beschleunigen, traf zeitlich mit dem Prozess der militärischen
Planung zusammen. Es schien, als würde Israel darauf aus
sein, ein Abkommen mit BG noch vor der Invasion zu erreichen,
die schon in einer fortgeschrittenen Planungsphase steckte.
Außerdem wurden diese Verhandlungen mit British Gas mit
der Ehud Olmert-Regierung geführt mit der Kenntnis, dass
die militärische Invasion des Gazastreifens schon auf dem
Reißbrett fertig war und dass über ein neues politisch-territoriales
Abkommen über den Gazastreifen nachgedacht wurde.
Tatsächlich liefen im Oktober 2008 Verhandlungen zwischen
der British Gas und israelischen Regierungsleuten - 2-3 Monate
vor Beginn der Bombardements am 27. Dezember. Im November 2008
instruierte das israelische Finanzministerium und das Ministerium
für nationale Infrastruktur die israelische Electric Gesellschaft
(IEC) mit der British Gas in Verhandlungen zu treten wegen des
Kaufs von Naturgas von der BG ….
Gaza und Energie, Geopolitik
Die militärische Besatzung des Gazastreifens ist entschlossen,
die Herrschaft über die Gasfelder Israel zu übertragen.
Was erwarten wir nach der Invasion? Was ist Israels Absicht hinsichtlich
der palästinensischen Naturgasreserven?
Ein neues territoriales Abkommen mit der Stationierung israelischer
und/ oder „Peacekeeping“-Truppen?
Die Militarisierung der ganzen Gaza-Küstenlinie, die für
Israel strategisch wichtig ist?
Die komplette Konfiszierung der palästinensischen Gasfelder
und die einseitige Erklärung israelischer Herrschaft über
Gazas Küstenzone?
Wenn dies geschehen sollte, würden die Gasfelder Gazas in
Israels küstennahe Anlagen integriert werden, die sich direkt
an den Gazastreifen anschließen?
Diese verschiedenen küstennahen Anlagen werden dann mit
dem israelischen Energie-Transportkorridor verbunden, der sich
von Eilat mit seinem Öl-Pipeline-Terminal am Roten Meer bis
zur Seehafen-Pipeline bei Ashkalon erstreckt und nordwärts
bis Haifa geht und der sich schließlich mit der geplanten
israelisch-türkischen Pipeline vom türkischen Hafen
Ceyhan verbindet.
Ceihan ist der Terminal der Baku-Tiflis-Ceyhan-Transkaspischen
Pipeline. „Geplant ist die Verbindung der BTC-Pipeline zur
Trans-Israel Eilat-Ashkelon Pipeline, auch als Israels Tipline
bekannt“ ( s. Michel Chossudovsky, „Der Krieg im Libanon
und die Schlacht ums Öl“, Global Research, 23. Juli
2006 !!!)
Der Artikel erschien am 8. Januar bei Global Research
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=11680
Über den Autor:
Michel Chossudovsky ist Professor für Wirtschaftswissenschaften
an der Univerität Ottawa (Kanada) und war Mitarbeiter verschiedener
Organisationen der Vereinten Nationen. Er ist Leiter des Centre
for Research on Globalization (CRG), Autor mehrerer Bücher
und Mitwirkender bei der Encyclopedia Britannica. Seine Texte
wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Im Jahre 2003 erhielt
er den Menschrechtspreis der Gesellschaft für Menschen- und
Bürgerrechte.
Übersetzung ins Deutsche und Kürzungen: Ellen Rohlfs |
| 12.10.2008 |
In der Jungen Welt veröffentlicht |
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Hoheit des Rechts
Dokumentiert: Die russische Sicht: An die Stelle des Blockdenkens
muß eine internationale »Netzdiplomatie« treten.
Aber der Westen akzeptiert noch keine Gleichheit aller Staaten
Bereit, eine konstruktive Rolle zu spielen: Dmitri Medwedew am 5.
Juni am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow
Foto: AP
* Am 5. Juni trat der russische Präsident Dmitri Medwedew vor
handverlesenen Zuhörern an das Rednerpult des Hotels Intercontinental
Berlin. Der einen Monat zuvor ins Amt eingeführte Jurist erklärte,
daß »alle Staaten – insbesondere die führenden
– sich an das internationale Recht« zu halten hätten
und bezeichnete die UNO als »Stützpfeiler eines anzustrebenden
polyzentrischen internationalen Systems«. Er kritisierte die
NATO, von der er sagte, sie habe es nicht geschafft, »ihrer
Existenz einen neuen Sinn zu geben«. Spätestens an diesem
Tag wurde klar, daß man in Moskau dabei war, die Grundzüge
der Außenpolitik neu zu bestimmen und konkreter zu formulieren.
Es wurde sichtbar, daß Medwedew direkt Einfluß darauf
nahm und daß die neuen außenpolitischen Richtlinien
seine Handschrift tragen werden.
Am 12. Juli wurde die »Konzeption der Außenpolitik der
Russischen Föderation« verabschiedet und vom Präsidenten
am 15. Juli während eines Auftrittes vor russischen Diplomaten
erläutert.
Dieses Dokument veröffentlicht jW in Auszügen. Die
Zwischenüberschriften in Teil IV wurden von der Redaktion
eingefügt. Die Übersetzung besorgten Egbert Lemcke und
Frank Preiß. Die vollständige Fassung ist im Internet
auf der Website der Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik
(DSS) e. V. unter sicherheitspolitik-dss.de zu finden.
I. Allgemeine Grundsätze
Die Konzeption der Außenpolitik der Russischen Föderation
(im weiteren: Konzeption) ist ein System von Ansichten zu Inhalt,
Prinzipien und Grundrichtungen der außenpolitischen Tätigkeit
Rußlands.
Die vorliegende Konzeption ergänzt und entwickelt die Aussagen
der Konzeption der Außenpolitik der Russischen Föderation,
bestätigt durch den Präsidenten der Russischen Födera¬tion,
vom 28. Juni 2000.
(...)
II. Die gegenwärtige Welt und die Außenpolitik der
Russischen Föderation
Die gegenwärtige Welt durchlebt fundamentale und dynamische
Veränderungen, die die Interessen der Russischen Föderation
und ihrer Bürger einschneidend berühren. Auf eine stabile
Basis nationaler Interessen gestellt, errang das neue Rußland
eine vollwertige Rolle in den internationalen Angelegenheiten.
(...)
Die umfassende Transformation der internationalen Beziehungen,
die Beendigung der ideologischen Konfrontation und die konsequente
Überwindung des Erbes des »kalten Krieges« und
der damit im Zusammenhang stehenden Vorurteile und Stereotypen,
die Festigung Rußlands und seiner internationalen Positionen
– all dies hat die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit
in der Welt entschieden erweitert. Die Gefahr der Entfesselung
eines großen Krieges, noch dazu eines nuklearen, hat sich
verringert.
In der gegenwärtigen Etappe können die traditionellen
gewaltigen militärpolitischen Bündnisse eine Abwehr
des gesamten Spektrums moderner Herausforderungen und Gefahren,
die ihrem Charakter nach grenzüberschreitend sind, nicht
mehr sicherstellen. Das Blockdenken bei der Lösung internationaler
Probleme wird durch eine Netzdiplomatie ersetzt, die sich auf
flexible Formen der Beteiligung an vielfältigen Strukturen
mit dem Ziel einer kollektiven Suche von Lösungen allgemeiner
Aufgaben stützt. (...) Die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit
von Staaten wird zu einem der Schlüsselfaktoren für
den Erhalt von internationaler Stabilität. Es entstehen Voraussetzungen
für die Herausbildung eines krisenresistenteren internationalen
Systems.
Die neuen Herausforderungen und Gefahren (vor allem der internationale
Terrorismus, der Drogenhandel, das organisierte Verbrechen, die
Gefahr der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und deren
Einsatzmitteln, regionale Konflikte, demographische Probleme,
globale Armut, die energetischen Probleme, aber auch die nicht
legale Migration und der Klimawandel) tragen globalen Charakter.
Sie erfordern eine adäquate Antwort von seiten der gesamten
internationalen Gemeinschaft und solidarische Anstrengungen zu
deren Überwindung. Die Rolle des ökologischen Faktors
wächst entschieden an. Immer aktueller wird das Problem der
Prophylaxe und des Kampfes gegen Infektionskrankheiten. Die Kompliziertheit
der vor der internationalen Gemeinschaft stehenden Aufgaben macht
die Ausarbeitung einer ausgewogenen Lösungsstrategie erforderlich,
die von einer wechselseitigen Verbindung der Probleme von Sicherheit,
sozial-ökonomischer Entwicklung und des Schutzes von Menschenrechten
ausgeht. (...)
Die Reaktion des historischen Westens auf den perspektivischen
Verlust seines Monopols auf die Gestaltung der Globalisierungsprozesse
findet ihren Ausdruck insbesondere in einem gewissen Trägheitsmoment
der politisch-psychologischen Ausrichtungen auf eine »Zügelung«
Rußlands. Das schließt Versuche selektiver Wertung
der Vergangenheit ein, vor allem bezüglich der Geschichte
des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegsperiode.
Die Aufgabe der Ausarbeitung einer allgemeinen Sichtweise auf
die gegenwärtige historische Epoche durch die internationale
Gemeinschaft wird so aktuell wie niemals zuvor. Möglich ist
dies nur unter der Bedingung von offenen und ehrlichen Diskussionen,
in deren Verlauf die vor der Menschheit tatsächlich stehenden
Probleme erörtert werden. Es ist notwendig, den Wissenschaftlern
Bedingungen für eine professionelle Arbeit zur Feststellung
der historischen Wahrheit zu gewährleisten, ohne zuzulassen,
daß historische Themen als Instrument praktischer Politik
mißbraucht werden.
Eine Strategie einseitiger Handlungen destabilisiert die internationale
Lage, provoziert Spannungen und Wettrüsten, vertieft zwischenstaatliche
Widersprüche, entfacht nationalen und religiösen Zwist,
schafft eine Bedrohung der Sicherheit anderer Staaten und führt
zu einem Anwachsen von Spannungen in den Beziehungen zwischen
den Völkern. Die Anwendung von Zwangsmaßnahmen unter
Einsatz von bewaffneter Gewalt unter Umgehung der Charta der UNO
und ihres Sicherheitsrates ist ein untaugliches Mittel, um die
tiefen sozial-ökonomischen, ethnischen und andere Widersprüche
zu lösen, die den Konflikten zugrunde liegen. Sie untergräbt
die Basis des internationalen Rechts und führt zu einer Ausweitung
des Konfliktraums, auch im unmittelbaren geopolitischen Umfeld
Rußlands.
Die UNO ist dazu bestimmt, die fundamentale Rolle bei der Aufnahme
eines vollwertigen Dialogs zwischen den Zivilisationen zu spielen,
welcher darauf gerichtet ist, eine Verständigung zwischen
den Vertretern unterschiedlicher Religionen, Konfessionen und
Kulturen zu erzielen. (...)
III. Die Prioritäten der Russischen Föderation bei der
Lösung globaler Probleme
Rußland ist an einem stabilen System internationaler Beziehungen
interessiert, das auf den Prinzipien von Rechtsgleichheit, gegenseitiger
Achtung und gegenseitig vorteilhafter Zusammenarbeit von Staaten
basiert und sich auf internationales Recht stützt. (...)
Das Zentrum zur Regulierung der internationalen Beziehungen und
zur Koordination der Weltpolitik im 21. Jahrhundert muß
die UNO bleiben, die ihre Alternativlosigkeit nachgewiesen hat
und der eine einzigartige Legitimität zukommt. Rußland
unterstützt die Anstrengungen zur Festigung seiner zentralen
und koordinierenden Rolle. (...)
Rußland tritt konsequent für eine Festigung der Rechtsgrundlagen
in den internationalen Beziehungen ein und erfüllt international-rechtliche
Verpflichtungen gewissenhaft. Die Erhaltung und Festigung der
internationalen Rechtlichkeit ist eine der Hauptrichtungen seiner
Tätigkeit in der internationalen Arena. Die Hoheit des Rechts
ist dazu bestimmt, eine friedliche und fruchtbare Zusammenarbeit
der Staaten unter Beachtung einer Balance ihrer teilweise nicht
kongruenten Interessen, aber auch unter Wahrung der Interessen
der gesamten Weltgemeinschaft zu gewährleisten. Die Beachtung
des internationalen Rechts ist für die Sicherstellung der
Interessen unseres Landes, seiner Bürger und juristischen
Personen wesentlich. (...)
Rußland tritt konsequent für eine Reduzierung der
Rolle von Gewalt in den internationalen Beziehungen bei einer
gleichzeitigen Festigung von strategischer und regionaler Sicherheit
ein. Dazu wird die Russische Föderation:
– sich strikt an ihre internationalen Verpflichtungen bei
internationalen Verträgen in der Sphäre der Nichtweiterverbreitung
von Massenvernichtungswaffen, bei der Kontrolle über Bewaffnungen
und Abrüstung halten und darüber hinaus auch Maßnahmen
zur Festigung von Vertrauen im militärischen Bereich ergreifen.
(...)
– ihren unveränderlichen Kurs auf die Entwicklung
von vielseitigen Grundlagen für die Nichtweiterverbreitung
von Kernwaffen, anderen Arten von Massenvernichtungswaffen und
deren Trägermitteln beibehalten und für die Einhaltung
des Vertrages über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen,
der Konvention über das Verbot von Entwicklung, Produktion
und Lagerung von Reserven an bakteriologischer (biologischer)
und toxischer Bewaffnung und über deren Vernichtung eintreten.
(...)
– zur Führung von Verhandlungen mit allen Nuklearmächten
zu dem Ziel einer Reduzierung der strategischen Angriffswaffen
(interkontinentale ballistische Raketen, ballistische Raketen
auf U-Booten und schwere Bomber sowie die auf ihnen vorhandenen
Gefechtsladungen) bis zu einem für den Erhalt der strategischen
Stabilität hinreichenden minimalen Niveau bereit sein.
– für die Verhinderung der Stationierung von Waffen
im Kosmos, für die Schaffung eines Systems kollektiver Reaktion
auf mögliche Raketenbedrohungen auf gleichberechtigter Grundlage
eintreten. Rußland wendet sich gegen einseitige Handlungen
auf dem Gebiet der strategischen Raketenabwehr, die die internationale
Lage destabilisieren.
(...)
Aufgrund des beständig hohen Tempos des wirtschaftlichen
Wachstums, welches sich vor allem auf die Binnennachfrage gründet,
trägt Rußland mit seinen natürlichen und finanziellen
Ressourcen einen wesentlichen Anteil an der Sicherstellung der
globalen Wirtschaft und der internationalen Finanzen. Dementsprechend
strebt Rußland unter anderem durch seinen Beitritt zur WTO
und zur Organisation über wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung danach, eine aktive Beteiligung an der Formierung
einer gerechten und demokratischen globalen Handels- und Wirtschafts-
sowie Valuta- und Finanzarchitektur zu erzielen. Rußlands
Ziel ist es, an diesem System vollberechtigt und effektiv teilzuhaben.
Rußland sieht seine Aufgaben, getreu universellen demokratischen
Werten, einschließlich einer Gewährleistung von Rechten
den Freiheiten des Menschen, in:
– der Achtung der Rechte und Freiheiten des Menschen auf
der gesamten Welt durch den konstruktiven internationalen Dialog
auf Basis der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte. Rußland
nutzt auch andere Möglichkeiten der Verbesserung der Menschenrechte,
auch auf regionalem Niveau, und wird dabei keine doppelten Standards
zulassen. Rußland ist für die Achtung nationaler und
historischer Besonderheiten eines jeden Staates im Prozeß
demokratischer Umgestaltung, ohne dabei anderen entlehnte Wertesysteme
aufzuzwingen. (...)
– der beharrlichen Bekämpfung jeglicher Erscheinung
von Neofaschismus, jeglicher Formen von Rassendiskriminierung,
aggressivem Nationalismus, Antisemitismus und Xenophobie. Rußland
wirkt allen Versuchen der Geschichtsumschreibung und deren Verwendung
zum Anheizen von Konfrontationen und Revanchismus in der Weltpolitik
entgegen. Das gilt auch hinsichtlich der Revision der Ergebnisse
des Zweiten Weltkrieges. (...)
IV. Regionale Prioritäten
Die Entwicklung der bi- und multilateralen Zusammenarbeit mit
den Mitgliedern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
stellt die prioritäre Richtung der Außenpolitik Rußlands
dar. (...)
Hauptziel der russischen Außenpolitik in Richtung Europa
ist die Schaffung eines wahrhaft offenen, demokratischen Systems
der regionalen kollektiven Sicherheit sowie einer Kooperation,
die die Einheit der euro-atlantischen Region – von Vancouver
bis Wladiwostok – gewährleistet und die nicht zuläßt,
daß diese erneut fragmentiert wird. Damit soll auch eine
Reproduktion des früheren Blockdenkens vermieden werden,
welches im »kalten Krieg« entstand und dessen Reste
bis heute in der europäischen Architektur spürbar sind.
Gerade daher ist der Abschluß eines Vertrages über
europäische Sicherheit angezeigt. Den Startschuß dazu
könnte man auf einem gesamteuropäischen Gipfeltreffen
geben.
Rußland tritt für eine wahrhafte Einheit Europas,
ohne Trennungslinien, vermittels gleichberechtigter Beziehungen
zwischen Rußland, der EU und den USA ein. Das würde
die Festigung der Position der Staaten der euro-atlantischen Region
in der globalen Konkurrenz befördern. Rußland als größter
europäischer Staat mit seiner multinationalen und multikonfessionellen
Gesellschaft, mit seiner jahrhundertealten Geschichte ist bereit,
eine konstruktive Rolle bei der Gewährleistung der zivilisatorischen
Konvergenz Europas, im Prozeß einer harmonischen Integration
religiöser Minderheiten zu übernehmen und dabei auch
den Tendenzen der Migration Rechnung zu tragen.
(...)
Auf militärpolitischem Gebiet strebt Rußland die Beseitigung
der Ungleichgewichte, die sich im Bereich der Begrenzung konventioneller
Waffen und Ausrüstung in Europa ergeben haben und die Vereinbarung
neuer vertrauensbildender Regelungen auf diesem Gebiet an.
EU: Festigung. Die Russische Föderation wird die Beziehungen
zur EU als einem der wichtigsten wirtschaftlichen und außenpolitischen
Partner weiterentwickeln und dabei für eine umfassende Festigung
der Mechanismen der Zusammenarbeit, einschließlich der zielgerichteten
Bildung gemeinsamer Sphären der Wirtschaft, der inneren und
äußeren Sicherheit, der Bildung, der Wissenschaft und
der Kultur, eintreten. Die Vereinbarung eines Vertrages über
strategische Partnerschaft mit der EU entspricht den langfristigen
Interessen Rußlands. Dieser sollte besondere, möglichst
fortgeschrittene Formen der gleichberechtigten und gegenseitig
vorteilhaften Zusammenarbeit mit der EU auf allen Gebieten umfassen
und den perspektivischen Übergang zum visafreien Verkehr
einschließen.
Die Russische Föderation ist interessiert an einer Festigung
der EU, an der Entwicklung ihrer Fähigkeiten, aus abgestimmten
Positionen heraus auf dem Gebiet des Handels, der Wirtschaft,
der humanitären Fragen, der Außenpolitik und der Sicherheit
aufzutreten.
Die Entwicklung gegenseitig vorteilhafter bilateraler Beziehungen
zu Deutschland, zu Frankreich, zu Italien, zu Spanien, zu Finnland,
zu Griechenland, zu den Niederlanden, zu Norwegen und zu einigen
anderen Staaten Westeuropas sind eine wichtige Ressource der Beförderung
nationaler Interessen Rußlands in Europa und der Welt. Damit
wird der Übergang der russischen Ökonomie in Richtung
innovative Entwicklung befördert. Rußland wünscht
sich, daß auch das Potential der Zusammenarbeit mit Großbritannien
in diese Richtung genutzt werden könnte. (...)
Rußland ist einer Zusammenarbeit mit Litauen, Lettland
und Estland im Geiste der guten Nachbarschaft und auf der Grundlage
der gegenseitigen Beachtung der Interessen zugeneigt. Prinzipielle
Bedeutung für Rußland haben nach wie vor die Fragen
der Beachtung der Rechte der russischsprachigen Bevölkerung
in Übereinstimmung mit den Prinzipien und Normen des gesamteuropäischen
und internationalen Rechts und die Fragen der Sicherung der Lebensbedingungen
im Kaliningrader Gebiet.
Die Rolle der NATO realistisch einschätzend, geht Rußland
von der Wichtigkeit der weiteren Entwicklung des Zusammenwirkens
im Rahmen des Rates Rußland-NATO im Interesse der Gewährleistung
der Berechenbarkeit und der Stabilität in der euro-atlantischen
Region aus. Es geht dabei um die maximale Nutzung des Potentials
für einen politischen Dialog und eine praktische Zusammenarbeit
bei der Reaktion auf gemeinsame Bedrohungen: Terrorismus, Verbreitung
von Massenvernichtungswaffen, regionale Krisen, Rauschmittelhandel,
Naturkatastrophen und technischen Katastrophen.
Rußland wird seine Beziehungen zur NATO unter Berücksichtigung
des Grades an Bereitschaft der Allianz zur gleichberechtigten
Zusammenarbeit und zur unbedingten Beachtung der Prinzipien und
Normen des Völkerechtes entwickeln. Berücksichtigung
findet dabei auch die Erfüllung der von allen Mitgliedern
der Allianz im Rahmen des Rates Rußland-NATO übernommenen
Verpflichtung, ihre Sicherheit nicht zu Lasten der Sicherheit
der Russischen Föderation zu gewährleisten und die Einhaltung
der Verpflichtung zur militärischen Zurückhaltung. Rußland
steht der Ausweitung der NATO nach wie vor ablehnend gegenüber.
Das betrifft insbesondere die Pläne zur Aufnahme der Ukraine
und Georgiens in die Allianz sowie das Vorrücken der militärischen
Infrastruktur der NATO an die russischen Grenzen. Dies zerstört
das Prinzip der gleichen Sicherheit, führt zu neuen Trennungslinien
in Europa und erschwert damit die gemeinsame Suche nach Antworten
auf die tatsächlichen Herausforderungen der Gegenwart.
USA: Neue Verträge. Rußland entwickelt seine Beziehungen
zu den USA nicht nur unter dem Aspekt des gewaltigen Potentials,
welches dieser Staat für den gegenseitig vorteilhaften bilateralen
Handel, für die wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technischen
und anderen Bereiche der Zusammenarbeit besitzt. Es stellt auch
den grundlegenden Einfluß der USA auf die globale strategische
Stabilität und die internationale Lage im Ganzen in Rechnung.
Rußland ist daran interessiert, die bestehende verzweigte
Infrastruktur des Zusammenwirkens, einschließlich eines
permanenten Dialogs über Probleme der Außenpolitik,
der Sicherheit und der strategischen Stabilität, zu nutzen
und damit das Finden gegenseitig annehmbarer Lösungen auf
der Basis übereinstimmender Interessen zu begünstigen.
Dafür ist es nötig, die russisch-amerikanischen Beziehungen
auf das Niveau einer strategischen Partnerschaft zu bringen, die
Barrieren der strategischen Prinzipien der Vergangenheit zu überwinden
und sich auf die realen Bedrohungen zu konzentrieren. Dort jedoch,
wo zwischen Rußland und den USA weiterhin unterschiedliche
Auffassungen fortbestehen, ist an deren Regulierung im Geist der
gegenseitigen Achtung zu arbeiten.
Rußland tritt nachdrücklich für neue vertragliche
Vereinbarungen mit den USA auf dem Gebieten der Abrüstung
und der Rüstungskontrolle, für vertrauensbildende Maßnahmen
und für Transparenz auf dem Gebiet der kosmischen Tätigkeit
und der Raketenabwehr ein. Das gleiche gilt für die Fragen
der Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, der gefahrlosen
Entwicklung der zivilen Kernenergetik, des Ausbaus der Zusammenarbeit
bei der Bekämpfung des Terrorismus und bei anderen Gefahren
und Herausforderungen sowie bei der Regulierung regionaler Konflikte.
Rußland ist daran interessiert, daß die USA in der
internationalen Arena in Übereinstimmung mit den Prinzipien
und Normen des internationalen Rechts, vor allem des Statuts der
UNO, handeln.
Die langfristigen russischen Prioritäten in bezug auf Amerika
sind: die Errichtung eines soliden wirtschaftlichen Fundaments
der Beziehungen zu den USA und die gemeinsame Schaffung einer
Kultur der Regelung von Meinungsverschiedenheiten auf der Grundlage
von Pragmatismus und der Beachtung der Interessenbalance. Damit
wird eine große Stabilität und Vorhersehbarkeit in
den russisch-amerikanischen Beziehungen gesichert.
Ein wichtiges Element der ausgewogenen Politik Rußlands
im Hinblick auf Nordamerika sind die Beziehungen zu Kanada, welche
traditionell stabil und kaum der politischen Konjunktur unterworfen
sind. Rußland ist an einer künftigen Forcierung der
Dynamik des gegenseitigen Handels und der wirtschaftlichen Beziehungen,
an der Zusammenarbeit bei Investitionen und dem Zusammenwirken
in der Arktis interessiert.
China/Indien: Partnerschaft. Im Kontext der vielen Richtungen
der Außenpolitik der Russischen Föderation nimmt der
asiatisch-pazifische Raum einen wichtigen und zunehmend bedeutenderen
Platz ein. Das wird auch dadurch bedingt, daß Rußland
zu dieser sich dynamisch entwickelnden Region gehört und
an der Nutzung des Potentials dieses Raums bei der Umsetzung der
Programme zum wirtschaftlichen Aufschwung Sibiriens und des Fernen
Ostens interessiert ist. Rußland ist für die Festigung
der regionalen Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung, für
die Gewährleistung der Sicherheit und für die Entwicklung
des Dialogs zwischen den Zivilisationen. (...)
Eine äußerst wichtige Richtung der russischen Außenpolitik
in Asien ist die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen mit
China und mit Indien. Rußland wird die russisch-chinesische
strategische Partnerschaft weiter allseitig entwickeln. Diese
gründet sich auf die Übereinstimmung des grundlegenden
Herangehens an die Schlüsselfragen der Weltpolitik und ist
ein wesentlicher Baustein der regionalen und globalen Stabilität.
Die Hauptaufgabe bei der Entwicklung der zweiseitigen Beziehungen
besteht darin, den Umfang und die Qualität der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit dem erreichten hohen Niveau der politischen Beziehungen
anzugleichen.
Indem es die strategische Partnerschaft mit Indien vertieft,
verfolgt Rußland die prinzipielle Linie einer Festigung
der Kooperation zur Lösung aktueller internationaler Probleme
und einer Entwicklung der für beide Seiten vorteilhaften
Beziehungen in alle Richtungen. Dies betrifft insbesondere die
Gewährleistung eines spürbaren Anstiegs des Handels
und der Wirtschaft.
Rußland teilt das Interesse Chinas und Indiens an der Schaffung
einer effektiven, außenpolitischen und wirtschaftlichen
dreiseitigen Kooperation: Rußland–Indien–China.
(...)
Afghanistan und Naher Osten. Die sich verschärfende Krise
in Afghanistan bedroht die Sicherheit der Südflanke der GUS.
Rußland wird in Kooperation mit anderen (...) zielgerichtet
Anstrengungen unternehmen, um den Export von Terrorismus und Rauschgiften
aus Afghanistan nicht zuzulassen. Rußland strebt eine dauerhafte
und gerechte politische Regelung der Probleme Afghanistans unter
Beachtung der Rechte und Interessen aller das Land bewohnenden
ethnischen Gruppen und den Nachkriegswiederaufbau Afghanistans
als souveräner, friedliebender Staat an.
Rußland ist gewillt, einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung
der Situation im Nahen Osten zu leisten und dabei seinen Status
als ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der UNO und des
Quartetts der internationalen Vermittler zu nutzen. Hauptziel
ist die Mobilisierung der kollektiven Anstrengungen, um eine international
anerkannte Basis zur allseitigen und langfristigen Regelung des
arabisch-israelischen Konflikts in all seinen Aspekten zu erreichen,
einschließlich der Schaffung eines unabhängigen palästinensischen
Staates, der gemeinsam mit Israel in Frieden und Sicherheit existiert.
Eine derartige Regelung kann nur erreicht werden unter Beteiligung
aller Staaten und Völker, von denen die Stabilität in
der Region abhängt, sowie unter Beachtung von deren rechtmäßigen
Interessen. Die Russische Föderation tritt auf der Grundlage
der gegenseitigen Achtung für eine Verstärkung der gemeinsamen
Anstrengungen zur Erreichung der Beendigung der Gewalt und für
das Erreichen einer politischen Regelung im Irak vermittels einer
nationalen Aussöhnung und der Wiederherstellung der vollwertigen
Staatlichkeit und der Ökonomie des Landes ein. (...)
Zusammenarbeit mit Lateinamerika. Rußland bemüht sich
um die Schaffung einer strategischen Partnerschaft mit Brasilien
und entwickelt die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit
mit Argentinien, Mexiko, Kuba, Venezuela und anderen Staaten Lateinamerikas
und der Karibik sowie mit deren Organisationen weiter. Dabei stützt
sich Rußland auf den ernsthaften Fortschritt, der in den
Beziehungen mit den Staaten der Region in den letzten Jahren erreicht
wurde. Rußland erweitert die Zusammenarbeit mit diesen Staaten
in den internationalen Organisationen, befördert den Export
wissenschafts-intensiver Industriegüter in die lateinamerikanischen
Staaten und verwirklicht gemeinsame Projekte auf dem Gebiet der
Energiewirtschaft, der Infrastruktur und der Hochtechnologie.
Das erfolgt auch im Rahmen von Projekten, die in den regionalen
integrativen Strukturen ausgearbeitet wurden. (...)
|
| 08.10.2008 |
„Die Deutschen sind schuld!“ |
| |
Von Michaela Wiegel, Paris
Zeitungen wie „Le Figaro“ halten den Deutschen mangelndes
europäisches Bewusstsein vor
07. Oktober 2008 In Frankreich wächst der Unmut über
das Krisenmanagement der Bundesregierung in der Finanzkrise, das
als nationaler Alleingang wider europäische Interessen wahrgenommen
wird. Den Vertrauensverlust an den europäischen Börsenplätzen
führte der Unternehmensberater, Essayist und frühere
Aufsichtsratsvorsitzende von „Le Monde“, Alain Minc,
am Dienstag auf eine „verfehlte Strategie“ von Bundeskanzlerin
Merkel zurück. „Die Deutschen sind schuld!“,
sagte Minc im französischen Privatsender RTL (dessen Mehrheitseigner
die deutsche Bertelsmann-Gesellschaft ist).
Minc, eine der schillernden Persönlichkeiten im französischen
Wirtschaftsleben, der auch Präsident Sarkozy berät,
begründete die Nervosität an den Börsen mit der
Enttäuschung über das deutsche Veto gegen einen europäischen
Schutzschirm für den Bankensektor. „Normalerweise sagen
wir immer: Die Franzosen sind schuld. Aber ein so föderalistisch
gesinnter Europäer wie ich darf auch einmal sagen: Die Deutschen
sind schuld“, erläuterte Minc. „Angela Merkel
hat einen Fehler begangen: Sie hat vergessen, dass das deutsche
Bankensystem das schwächste in Europa ist“, sagte der
Berater, der etwa die Fusion zwischen den Energiekonzernen Suez
und Gaz de France angebahnt hatte. Merkel habe sich für einen
nationalen Alleingang entschieden, doch sei fraglich, ob diese
Position dauerhaft zu halten sei.
Mangelndes europäisches Denken
Die Kritik Mincs fügt sich ein in eine Serie von Kommentaren
in Zeitungen wie „Le Figaro“, „Le Monde“
oder „Libération“ am Dienstag, in denen das
mangelnde europäische Denken in der Führungsriege der
stärksten Wirtschaftsmacht der Eurozone beklagt wird. Auch
wenn überall vermerkt wird, dass Sarkozy es vielleicht an
diplomatischem Takt mangeln lasse, habe der derzeitige EU-Ratspräsident
mit dem G-4-Treffen in Paris zumindest versucht, eine europäische
Antwort auf die Finanzkrise zu finden. Es wird auch erinnert an
den Brief Sarkozys, den er im August 2007 an die damalige G-8-Vorsitzende
Merkel schrieb, mit der Bitte, konzertiert auf die Finanzkrise
zu reagieren. Doch habe die Bundeskanzlerin vorgezogen, die Entwicklung
abzuwarten.
Zum Thema
• Kommentar: Europa ist nicht Amerika
• Keine Bankenrettung nach amerikanischem Modell
• Kommentar: Komplott der Krisenmanager
• Sarkozy hätte am liebsten eine europäische Wirtschaftsregierung
Auch jetzt habe die Bundesregierung jeglichen Versuch einer „Europäisierung
der Risiken“ vereitelt. Das Vertrauen in die politische
Handlungsfähigkeit in der Euro-Zone sei damit weiter gesunken.
„Ungeniertes Deutschland“ betitelte „Le Monde“
einen Leitartikel, der der Bundesregierung ein „Denkschema
aus den neunziger Jahren“ nachsagt. Die unerwartete Schwäche
des deutschen Bankensystems gefährde „das gesamte Finanzsystem
auf dem alten Kontinent“. Deutschland nehme nach seinen
Reformen den Rang als internationale wirtschaftliche Großmacht
wieder ein, der ihm aber auch Verantwortung auflade. „Doch
leider scheint Deutschland nicht bereit, diese Verantwortung tragen
zu wollen.“
Der „Figaro“ weist darauf hin, dass die Bundeskanzlerin,
kurz nachdem sie die irische Regierung für ihre nationale
Einlagensicherung rügte, eine ebenso isolierte Garantie für
die deutschen Sparer und Kontoinhaber aussprach – ohne jegliche
Koordinierung mit den EU-Partnern. Die kurzfristige Absage des
deutschen Finanzministers Steinbrück, am Treffen der Finanzminister
der Euro-Zone und am Dienstag am Ecofin-Treffen aller 27 teilzunehmen,
wird in Paris als weiteres Zeichen für eine Missachtung der
europäischen Schicksalsgemeinschaft gewertet. „Libération“
kritisiert unter der Überschrift „Merkel: 180 Grad
Kehrtwende“, dass Deutschland jetzt Irland nachahme, um
seine Sparer in Sicherheit zu wiegen. Vom einem gesamteuropäischen
Geist sei wenig zu spüren.
|
| 04.10.2008 |
Werden die Weltereignisse von einer internationalen
Finanzverschwörung gesteuert? |
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Richard C. Cook
Global Research
27. März 2008 „Sie verursachen Verzweiflung und nennen
es Frieden.“
- Tacitus
War Alan Greenspan wirklich so dämlich, wie er in seiner
Rolle bei der Entstehung der jüngsten Immobilien-Spekulationsblase
aussieht, die droht das gesamte System der auf Schulden basierenden
westlichen Wirtschaft zum Einsturz zu bringen? War tatsächlich
etwas, das so unschwer vorherzusehen war der Auslöser für
Verluste in einem Ausmaß, das das globale Finanzsystem zerstören
könnte? Oder wurde es vielleicht „zufällig mit
Absicht“ angerichtet? Und wenn das so war, warum?
Wenden wir uns derjenigen US-amerikanischen Persönlichkeit
zu, die von Verschwörungstheoretikern am häufigsten
als das Epizentrum aller möglichen geheimen Elite-Pläne
genannt wird. Das ist David Rockefeller, der 92 Jahre alte Multibillionär
und oberste Pate der globalen Finanzelite.
Der ausführliche Beitrag über Rockefeller auf Wikipedia
gibt die folgende Version einer gefeierten Aussage wieder, die
er angeblich in einer Eröffnungsrede bei der Bilderberg-Konferenz
in Baden-Baden in deutschland im Juni 1991 gemacht hat:
„Wir sind der Washington Post, der New York Times, dem Time
Magazine und anderen großen Medien dankbar, deren Direktoren
unseren Treffen beiwohnten und sich an ihr Versprechen Diskretion
zu wahren, beinahe vierzig Jahre lang gehalten haben. Es wäre
uns unmöglich gewesen, unseren Plan für die Welt zu
entwickeln, hätten wir all diese Jahre im hellen Scheinwerferlicht
der Öffentlichkeit gestanden. Aber die Welt ist jetzt entwickelter
und vorbereitet, sich in Richtung auf eine Weltregierung zu bewegen,
die niemals wieder Krieg kennen wird, sondern nichts als Frieden
und Wohlstand für die ganze Menschheit. Die supranationale
Souveränität einer intellektuellen Elite und der Bankiers
der Welt ist der in den vergangenen Jahrhunderten praktizierten
nationalen Selbstbestimmung sicherlich vorzuziehen.“
Diese Rede wurde vor 17 Jahren gehalten, als in den USA die Regierung
Clinton ihre Amtszeit gerade begonnen hatte. Rockefeller spricht
von „wir“ und „uns“. Diese „wir“
so sagt er, haben seit annähernd vierzig Jahren Treffen abgehalten.
Wenn man die 17 Jahre dazurechnet, die seit der Rede vergangen
sind, heißt das, daß solche Treffen seit 57 Jahren
stattfinden - die Zeitspanne zweier ganzer Generationen.
Weltregierung
Nicht nur hat „wir“ einen „Plan für die
Welt“ entwickelt. Der Versuch diesen Plan zu „entwickeln“
war offensichtlich auch erfolgreich, jedenfalls in Rockefellers
Sicht. Das letztendliche Ziel von „uns“ ist es, die
„supranationale Souveränität einer intellektuellen
Elite und der Bankiers der Welt“ zu schaffen. Dies wird
seinen Worten zufolge zu einer „Weltregierung“ führen,
„die nie wieder Krieg kennen wird.“
Nur um den Gedanken einmal durchzuspielen, lassen Sie uns annehmen,
daß David Rockefeller eine so bedeutende und mächtige
Person ist, wie er anzunehmen scheint. Nehmen wir den Mann ernst
und gehen einmal davon aus, daß er und „wir“
in gewissem Maße erfolgreich waren. Die würde bedeuten,
daß die wesentlichen Entscheidungen und Ereignisse seit
Rockefellers Rede 1991 wahrscheinlich ebenfalls Teil des Planes
waren oder wenigstens seinen Inhalt und seine Absicht widerspiegelten.
Daher können wir durch eine Untersuchung dieser Entscheidungen
und Ereignisse feststellen, ob Rockefeller in der Tat mit seiner
Einschätzung Recht, daß das Utopia, das ihm vorschwebt,
dabei ist verwirklicht zu werden, oder wenigstens daß seine
Realisierung nähergerückt ist. Ohne festgelegte Reihenfolge
sind das Folgende einige dieser Entscheidungen und Ereignisse:
Export von Arbeitsplätzen
Die Umsetzung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA
durch die Regierungen Bill Clinton und George W. Bush hat sowohl
die Beseitigung von Millionen von Arbeitsplätzen im produzierenden
Gewerbe bewirkt, als auch die Zerstörung von amerikanischen
Bauernfamilien zugunsten des globalen Agrobusiness.
Ähnliche Freihandelsabkommen, darunter solche unter Schirmherrschaft
der Welthandelsorganisation haben zum Export von weiteren Millionen
von Arbeitsplätzen in der Produktion nach China und andernorts
geführt. Das durchschnittliche Familieneinkommen in den USA
hat beständig abgenommen, während der Anteil der obersten
Einkommensschichten am Wohlstand der Nation enorm gewachsen ist.
Einige Hedgefonds-Manager an der Wallstreet verdienen eine Milliarde
Dollar im Jahr, während sich die Zahl der Obdachlosen, darunter
auch Kriegsveteranen, der Millionengrenze nähert. Die Spekulationsblase
am Immobilienmarkt hat zu einer gewaltigen Inflation der Immobilienpreise
in den Vereinigten Staaten geführt. Millionen von Eigenheimen
fallen aufgrund von Zwangsversteigerungen in die Hände von
Bankiers. Die Kosten für Grund und Boden und für Mieten
hat Familienunternehmen in der Landwirtschaft ebenso dezimiert
wie kleine Unternehmen. Steigende Steuern auf das Eigentum aufgrund
von überhöhten Einschätzungen der Grundstückspreise
haben Millionen von Empfängern niedriger und mittlerer Einkommen
aus ihren Häusern getrieben.
Umverteilung durch Bankrott
Die Tatsache, daß Bankiers jetzt die nationalen Geldsysteme
insgesamt im Rahmen von Gesetzen kontrollieren, nach denen neues
Geld nur durch Kredit gegen Zinsen ins System eingeführt
werden kann, hat eine enormen Schuldenpyramide bewirkt, die kurz
vor dem Zusammenbruch steht. Dieses „monetäre“
System wurde von Ökonomen an der Universität von Chicago
entwickelt, die von der Familie Rockefeller gefördert wurden.
Der Trick ist, daß wenn die Pyramide einstürzt und
alle ruiniert sind, die Banken, die Geld „aus dem Nichts“
geschaffen haben, in der Lage sind, Vermögenswerte für
Pennies aufzukaufen, wie J.P. Morgan sich jetzt anschickt, es
mit Unternehmen zu tun, die der Carlyle Capital Gruppe gehören.
Eine Kontrolle der Finanz-Industrie, die diesen Namen verdiente,
wurde von der Regierung aufgegeben und Politiker, die dem im Wege
stehen, wie etwa Eliot Spitzer, werden vernichtet. (vgl. diesen
Artikel von Rob Kirby auf informationclearinghouse)
Steigende Preise und Hunger
Die gesamte Steuerlast durch Bundesregierung, Regierungen der
Staaten und lokale Verwaltungen übersteigt mittlerweile 40
Prozent des Einkommens und steigt weiter. Während die Rezession
beginnt, hebt der von den Demokraten kontrollierte Kongreß
scheinheilig die Steuern sogar für die mittleren Einkommen
weiter an, während er gleichzeitig die minimale „Stimulierungs“-Rückvergütung
unterstützt. Sowohl Steuerrückstände als auch Studiendarlehen
werden nicht länger im Rahmen des Schutzes vor Bankrott erlassen.
Die Benzinpreise steigen, während gleichzeitig Firmen wie
Exxon-Mobil Rekordgewinne verzeichnen. Die Preise für andere
Wirtschaftsgüter, darunter auch die Preise für Nahrungsmittel,
steigen beständig, wobei einige Länder sich bereits
an den Rand von Hungersnöten gedrängt sehen. (vgl.:
politblog.net ) Die Ernährung von 40 Millionen Menschen in
Amerika wird offiziell als „nicht gesichert“ eingestuft.
Die Kontrolle der Konzerne über Wasser und mineralische Rohstoffe
hat vieles von dem beseitigt, was an öffentlichen Allgemeingütern
zur Verfügung stand, und die Deregulierung der Energieerzeugung
hat vielerorts zu massiven Steigerungen der Strompreise geführt.
Die Vernichtung von Familienunternehmen in der Landwirtschaft
in den Vereinigten Staaten durch NAFTA (und desgleichen die Vernichtung
von landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Mexico und Kanada)
fand ihre Entsprechung in der Politik des Internationalen Währungsfonds
und der Weltbank gegenüber anderen Nationen. In der ganzen
Welt ist aufgrund des „Washingtoner Konsens“ die Erzeugung
landwirtschaftlicher Güter in erster Linie für den Export
an die Stelle lokaler Selbstversorgung getreten. Landflucht hat
die Bevölkerung der riesigen Slums in den Außenbezirken
der Städte von unterentwickelten Ländern anschwellen
lassen.
Kriege in aller Welt
Seit den 80er Jahren führen die USA Kriege in aller Welt
- entweder direkt oder durch Stellvertreter. Das frühere
Jugoslawien wurde von der NATO zerstückelt. Gedeckt durch
den 11.September und im Rahmen von vorgefertigten Plänen
sind die USA gegenwärtig dabei, den Nahen Osten militärisch
zu erobern und dauerhaft zu besetzen. Derzeit wird die globale
Einkreisung von Rußland und China umgesetzt und ein neuer
Schub zur Militarisierung des Weltraums hat begonnen. Die westlichen
Mächte sind ganz eindeutig dabei, sich wenigstens auf die
Möglichkeit eines weiteren Krieges vorzubereiten. Der Ausweitung
des militärischen Imperiums der Vereinigten Staaten steht
die Schaffung eines totalitären Systems der Überwachung
im eigenen Land gegenüber, unter dem die privaten Aktivitäten
der Bürger mit Hilfe von Technologien und Systemen verfolgt
und bespitzelt werden, die unter dem Vorwand des „Kriegs
gegen den Terror“ installiert wurden. Man beginnt damit,
Mikrochips für Überwachungszwecke in Menschen einzupflanzen.
Der militärisch-industrielle Komplex ist zur größten
und erfolgreichsten Industrie des Landes geworden. Tausende von
Planern sind damit beschäftigt, neue und bessere, offen sichtbare
und verdeckte Wege und Verfahren zu entwickeln, um auswärtige
und innere „Feinde“ zu vernichten.
Gleichzeitig haben die USA unter allen Ländern auf der Welt
den größten Anteil von inhaftierten Bürgern. Dazu
besteht das tägliche Leben von Millionen von Menschen aus
einer niederdrückenden Last von Regierung, Versicherungen,
Finanzgebühren, Kosten und Papierkram. Die einfachsten Geschäfte
werden durch die gebührenpflichtigen Tätigkeiten von
Buchhaltern und Anwälten, Bürokraten, Maklern, Spekulanten
und Mittelsmänner verteuert.
Um das Ganze abzurunden haben die sich verschlechternden Bedingungen
des täglichen Lebens zu einem enormen Anstieg von streßbedingten
Krankheiten ebenso wie zu einer Epidemie von Alkohol- und Drogensucht
geführt. Sogar Regierungen in aller Welt beteiligen sich
am Drogenhandel. Anstatt daran zu arbeiten, den Streß zu
vermindern, fördert die öffentliche Poltik eine riesige
Industrie, die verschreibungspflichtige Drogen herstellt und sich
an der sich verschlechternde öffentlichen Gesundheit bereichert,
indem sie Symptome anstelle von Ursachen behandelt.
Diese Liste sollte uns genügend Grundlage geben, um einen
Schritt weiterzugehen und eine unbequeme Frage zu stellen: Wiederum
angenommen, daß alle diese Dinge Teil des Elite-Plans sind,
den Herr Rockefeller sich brüstet entwickelt zu haben, ist
es dann nicht merkwürdig, daß die gewählten Mittel,
um „Frieden und Wohlstand für die gesamte Menschheit“
zu erreichen, so viel Gewalt, Betrug, Unterdrückung, Ausbeutung,
Schiebung und Diebstahl beinhalten?
Schöne Neue Welt per Völkermord
In der Tat scheint es mir so zu sein, daß „unser
Plan für die Welt“ auf Völkermord, polizeilicher
Kontrolle ganzer Bevölkerungen und gewaltsamer Inbesitznahme
der Ressourcen der Welt durch die Finanz-Elite und ihre Politikermarionetten
und die Militärs basiert.
Um es deutlich zu sagen: Ist ein besserer Weg vorstellbar, all
dies zu bewerkstelligen, als durch einen allem Anschein nach durchorganisierten
Plan, den Menschen in aller Welt die Fähigkeit zu nehmen,
ihre Nahrung selbst zu erzeugen? Völkermord durch Aushungern
mag zwar langsam sein, aber er ist sehr effektiv. Vor allem, wenn
die Verantwortung auf „die Kräfte des Marktes“
geschoben werden kann.
Ist es möglich, daß diese „wir“, die all
diese Dinge tun, darunter auch der große David Rockefeller
höchstpersönlich, lediglich gemeine Kriminelle sind,
die irgendwie an die Schaltstellen der Macht gelangt sind? Wenn
das so ist, dann sind diese Leute Verbrecher, die alles in ihrer
Macht stehende getan haben, um ihren Rücken zu decken und
ihre Spuren zu verwischen, unter anderen indem sie das Erziehungssystem
und das Monopol der Mainstream-Massenmedien in ihren Würgegriff
genommen haben.
Eines ist sicher: Amerikas Wähler haben all diesem niemals
bewußt zugestimmt (und die Wähler andernorts ebenfalls
nicht. A.d.Ü.).
Richard C. Cook war früher als Analyst für die US-amerikanische
Bundesregierung tätig. In seiner Laufbahn arbeitete er für
die U.S. Civil Service Comission US (Kontrollinstanz für
die Regierungsbürokratie), die Food and Drug Administration
(Behörde für die Sicherheit von Lebens- und Arzneimitteln,
das Weiße Haus unter Jimmy Carter, die NASA und das U.S.
Treasury Department (US-Finanzministerium)
Quelle: www.globalresearch.ca
Übersetzt vom Englischen ins Deutsche von Hergen Matussik,
einem Mitglied von Tlaxcala, dem Netzwerk von Übersetzern
für sprachliche Vielfalt (tlaxcala@tlaxcala.es, www.tlaxcala.es).
Diese Übersetzung unterliegt dem Copyleft: Sie kann frei
verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht
verändert wird und daß sowohl der Autor als auch die
Quelle genannt werden.
http://www.infokrieg.tv/finanzverschwoerung_2008_03_10.html
|
| 02.10.2008 |
Von Politik Global |
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Totaler Mißerfolg bei der US-“Demokratisierung“
der Schweiz
(bis jetzt … ! Das Referendum muß natürlich
auch gelingen.)
Trotz weitestgehend hartnäckigen Verschweigens in den schweizerischen
Medien (Presse, Funk und Fernsehen) über die laufende Unterschriftensammlung
zwecks Einbringung einer Bürgerinitiative im Hinblick auf
ein durchzuführendes Referendum GEGEN die Einführung
schweizerischer ID-Karten und Reisepässe mit biometrischen
Daten – ähnlich einer Verbrecherkartei mit Fingerabdrücken
– und obwohl die USA ihr Europa-Hauptquartier der CIA nach
Bern verlegt haben – haben sich Schweizer BürgerInnen
zusammengeschlossen, um das Referendum durchzusetzen.
Das Quorum für das Referendum, das 50.000 Unterschriften
erforderte, wurde trotz Teil-Boykotts seitens der Medien erreicht,
ja sogar hinreichend überschritten. Schlußtermin für
die Abgabe der beglaubigten Unterschriften war heute, Donnerstag,
der 2. Oktober um 18:00 Uhr. Erreicht wurden zwischen 52.000 und
60.000 Unterschriften. So hartnäckig, wie diese Bürgerinitiative
seitens der Medien verschwiegen wurde hätte man ja glauben
können, alle Redaktionen in der Schweiz befänden sich
bereits im Winterschlaf - - - aber WEIT GEFEHLT !
Innerhalb der ersten 2 oder 3 Minuten nach 18:00 Uhr vermeldeten
Funk und Fernsehen, daß das erforderliche Quorum erfüllt
wurde und daß mit den rund 55.000 Unterschriften (52.000
– 60.000) die Aktion auf der sicheren Seite ist. Dies zeigt
nur, welche Direktiven sich im Hintergrund bei den Medien abgespielt
haben müssen, denn die Unterschriften-Sammelaktion wurde
seitens der Medien weitestgehend hartnäckig verschwiegen
– blitzartig nach Fristablauf berichteten jedoch der Schweizer
Rundfunk und das Fernsehen darüber. Die Volksabstimmung in
der Schweiz dürfte nach erster Auskunft wohl am 17. Mai 2009
erfolgen.
Lieber Herr Buchschacher - ich habe es ja hautnah mitverfolgt
- und mitgefiebert und hatte natürlich gehofft, daß
die etwas provozierende Wachrüttelei mit "Demokratisierung"
ihr Quentchen beigetragen hatte. Für alle, die in Deutschland
mitgefiebert hatten, erlaube ich mir in überwiegendem Teil
Ihren Brief zu veröffentlichen - und den Dank reiche ich
gerne auch an alle Leser von Politik-Global weiter - auch hilft
oft ein inständiges Wünschen, um dem einen oder anderen
Unentschlossenen in Gedanken und Hoffnung beizustehen.
Liebe Freunde aus Deutschland
Wir habens geschafft! Das Schweizer Komitee gegen Biometrische
Schweizer Pässe und Identitätskarten hat heute am 2.10.08
kurz vor 18 Uhr bei der Bundeskanzlei in Bern ungefähr 55'000
beglaubigte Unterschriften abgegeben. Wir konnten nicht einmal
mehr alle genau zählen weil in den letzten Tagen dermassen
viele Unterschriftenbögen hereinkamen. Die definitive Bestätigung
von der Bundeskanzlei dürfte in 2 bis 3 Wochen vorliegen.
Man kann aber jetzt schon mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass
zu dieser Angelegenheit nächstes Jahr eine Volksabstimmung
stattfinden wird.
Das Komitee ist hochzufrieden mit dem Ausgang dieses Referendums,
welches, mit wenigen Ausnahmen, unter geschlossenem Stillschweigen
der Medien trotzdem zu Stande kam. Die ganzen Unregelmässigkeiten
während des Referendums haben indes ein politisches Nachspiel.
Nationalrat Oskar Freysinger SVP/VS (Kanton Wallis)hat diesbezüglich
vor 2 Wochen im Nationalrat eine Interpellation eingereicht:
http://freiheitskampagne.ch/InterpellationNationalratFreysinger.pdf
(französiche Originalversion)
http://freiheitskampagne.ch/InterpellationNationalratFreysingerD.pdf
(inoffizielle deutsche Übersetzung)
Wir können gar nicht in Worte fassen, wie dankbar wir euch
Deutschen sind. Ohne euch, ohne eure Artikel, ohne die Vorarbeit
von deutschen Seiten hätten wir das nie geschafft. Und deswegen
können wir hier zum "Schweizer - Ihr seid Spitze!"
ein ebenso grosses: "Deutschland - Ihr seid Spitze!"
hinzufügen.
Dies ist das erste Internet Referendum der Schweiz und wir können
mit stolz sagen, die erste Graswurzel Bewegung der Schweiz! Unser
Dank und unsere Bewunderung gilt deswegen auch Ron Paul und der
Revolution. Ohne Ron Paul hätte es dieses Referendum nie
gegeben, ohne ihn hätten sich die Mitstreiter nicht kennengelernt
und ohne die Ron Paul Revolution hätten wir nicht über
die Erfahrung verfügt, die in dieses Projekt geflossen sind.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.
Mit besten Grüssen
Roger Buchschacher
www.freiheitskampagne.ch & www.ronpauleurope.net
Was sind denn Ausweise/Pässe mit biometrischen Angaben?
Seit der inszenierten und kontrollierten Sprengung der WTC-Hochhäuser
in New-York und dem Raketenangriff auf das Pentagon durch die
Bush-Junta selbst (CIA und Mossad) zwecks Einführung von
Freiheitsbeschneidungsgesetzen (Patriots Act und Homeland Defense
Act) haben die USA nicht nur den Krieg gegen den angeblichen Terrorismus
begonnen, um Länder wie Afghanistan und den Irak heimtückisch
mit Angriffskriegen zu überfallen, Länder wie Georgien
und die Ukraine heimtückisch mit inszenierten “Revolutionen“
zu “demokratisieren“, d.h. mit faulen Dollars echte
Stimmen zu kaufen um dort Marionetten-Regierungen einzusetzen
oder gar gleich völkerrechtswidrig den Kosovo anerkannt und
damit den Präzedenzfall für Südossetien und Abchasien
geliefert und Georgien zu einem Angriffskrieg auf Südossetien
stimuliert und weltweit die Völker belogen und betrogen.
Für die Einreise in die USA müssen nun vorab alle biometrischen
Daten der Reisepassagiere mitgeteilt werden – und möglichst
auch noch die Speisenauswahl – ob der Reisende etwa Schweinefleisch
verweigert – also ein Jude oder ein “Terrorist“
sein könnte.
Seither fordern die USA und die NWO einheitlich weltweit für
den Reiseverkehr Ausweise mit RFID-Chips, auf denen Daten per
Funk abgerufen werden können und die die Vermessung des Gesichts
und die Wiedergabe der Fingerabdrücke und weiterer hinterlegter
Daten erlaubt. Nach den USA führte auch die EU diese Überwachungs-Ausweise
und Pässe ein und fordert beim Grenzübertritt in die
Schengenstaaten, daß der Einreisende über einen mit
RFID-Chips versehenen Paß verfügt, der die benannten
biometrischen enthält.
Die EU als US-amerikanischer Erfüllungsgehilfe.
Im Jahr 2006 hatte das amerikanische Besatzungsgebiet “Bundesrepublik
Deutschland“ mit der Regierungsmarionette Merkel & Co
den mit Chip versehenen biometrischen Reisepaß und folgend
auch den mit Chip versehenen biometrischen “Personal“-Ausweis
eingeführt. Dieser Reisepaß wird für die Einreise
in die Schengenstaaten der EU ZWINGEND. SEHT NUR, wie groß
die Antenne ist !!! Der Paß hat dann eine tolle Reichweite
! Dies betrifft jedoch lediglich den Reisepaß – denn
der nationale Ausweis erfordert im Prinzip keine biometrischen
Daten und keinen RFID-Chip. Lediglich besonders gegenüber
den USA und England devote Länder treiben es soweit, daß
ALLES verchipt wird. Diese totale Überwachung ist natürlich
notwendig in einem Land, das die Europa-Zentrale der CIA beherbergt
(CIA-Europa-Zentrale in Bern / Schweiz).
Russland führt auch diese Pässe ein !
Es stimmt, daß Russland auch diese mit Chips und biometrischen
Daten versehenen Pässe einführt – aber hier sollte
der Westler das Wort ’Pasport’ nicht mißverstehen.
Lediglich der internationale Paß (????????????? ???????)
wird den Schengen-Bestimmungen entsprechen, der nationale Inlandspass
bleibt von dieser Datensammelwut und Überwachungsmanie verschont.
Sollte denn Russland etwa freiheitlicher sein als die Schweiz???
Aber im Prinzip nehmen sich beide Länder nicht mehr viel.
Während ein EU-Bürger ohne Visum in die Schweiz einreisen
darf – in Russland jedoch noch ein Visum benötigt –
beherbergt Russland jedoch keine CIA-Zentrale und die CIA-unterstehenden
NGOs unterliegen der strikten Finanzkontrolle, um Wahlfälschungen
im Stile Georgiens und in der Ukraine vorzubeugen, wo Stimmen
mit je 500 Dollar für die «Orangenen» gekauft
wurden oder auch Protestierer mit orangenen Fahnen und Transparenten
je Protesttag 300 Hrivni (= ca. 50 Euro) für ihren mühevollen
“Protest“ erhalten. Dies ist bei der Arbeitslosigkeit
in der Ukraine ein lohnender Nebenverdienst. Insofern erweist
sich Russland mit anderen Mitteln und Methoden als bewahrender
für die Freiheit – als die Schweiz. In Bezug auf die
Freundlichkeit und Zuvorkommenheit der Grenzer am Flughafen dürften
jedoch die Schweiz und Russland wieder gleichziehen. In beiden
Ländern ist Herzlichkeit noch ein unverkennbares Markenzeichen.
Forget about the USA - and avoid England too - there it is worse
than described by John Orwell.
© 2008 Copyright Politik-Global Rumpelstilz 2008-10-02
|
| 02.20.2008 |
Ein Artikel von Politik Global zur geplanten
Umverteilungs von arm zu reich |
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Die geplante Umverteilung von arm zu reich
US-Senatoren stimmen Paulson-Plan zu
Der erste Schritt ist geschafft: Das überarbeitete Rettungspaket
von Finanzminister Paulson hat den US-Senat passiert. Steuergeschenke
waren nicht die einzigen Vergünstigungen, mit denen sich
die Bush-Regierung die Zustimmung erkaufte. Mehr siehe Financial
Times Deutschland
Nachdem Billionen (trillions) den Besitzer gewechselt haben
(eigentlich erst noch am kommenden Freitag wechseln werden) und
die Bürger für die hochriskanten "Geschäfte"
der Banken geradestehen dürfen, geht die Stimmung in den
Chefetagen der Banken wieder aufwärts.
700 Milliarden - und betrachtet man die Bankenpraxis bei der
Kreditvergabe, wobei 8 bis maximal 10% Eigenkapital nötig
sind, um 100% an Krediten zu vergeben - d.h. 100% an Forderungen
zu kreieren - und rechnet man die von Sarkozy vorgeschlagene Unterstützung
aus der EU hinzu (300 Mrd.!!!), so ergibt sich eine Umverteilung
von bis zu 12 Billionen, die von der Gemeinschaft der Bürger
aufgebracht werden "dürfen". Also woher nehmen
(wenn nicht "stehlen") ? - natürlich von all denen,
die ohnehin ums Überleben kämpfen. Statt Linsensuppe
gibt es künftig nur noch Suppe aus Kartoffelschalen.
Freeman hatte in seinem Artikel geschrieben: "Ich hatte
Euch gewarnt!" Und 'Rumpelstilz' hatte schon vor Jahren in
Foren den Ausdruck geprägt: "Goodbye, goodbye, my Dollar"
(in Anlehnung an das Lied von Mary Hopkins: Goodbye, goodbye,
my Love) - natürlich einhergehend mit einer Umkrempelung
des Währungssystems. Vornehmlich gehen die Milliarden also
an die Banken, die Rothschild und der CoL (City of London + dem
im Link "vergessenen" Opium-Handel mit China durch das
Committee of 300) gehören. Vor Jahren durfte ich mir noch
anhören: "Ach, das wird doch schon alles nicht so sein."
Es war aber so, es ist aber so - und es kommt noch viel schlimmer
als ihr es euch in euren Alpträumen vorstellen könnt.
Bargeld hat den Vorzug, daß ihr SELBST darüber bestimmen
könnt, wofür ihr Geld ausgebt - bei elektronischen credits
mit Verrechnung über einen Zentralcomputer erlaubt der erarbeitete
Sklavenlohn nur den Kauf von "erlaubten" Lebensmitteln
- solange man euch diese erlaubt..
Ganz bewußt lasse ich hier den Bezug auf die Bibel aus,
obwohl die Markierungen ähnlich der Duftmarken eines an Bäume
und Sträucher gepinkelt habenden Hundes allzu offensichtlich
sind. Alle Ereignisse und die Länder übergreifende Synchronizität
weisen dem logischen Verstand ein Szenario, das frappierend dem
der Bibel gleicht - geradezu so, als diente sie als Drehbuch der
Vergangenheit und der Zukunft.
Widerstände werden mittels massivster Propaganda "glattgebügelt",
widerstehende Länder - so auch das Russland seit Vladimir
Putin Präsident wurde - werden in den West-Medien mit Lügen
und Verleumdungen überschüttet, auf daß ja bloß
keine Wahrheit in die Köpfe der westlichen Vasallen dringt.
Das "Mind-Control"-Programm, so wie es von Walter Lippman
zu Beginn des letzten Jahrhunderts für den Council on Foreign
Relations geschaffen wurde, läßt die heutigen Bürger
'Zombies' gleich in einer Wunschtraumwelt wandeln, die wie Kinder
an den Weihnachtsmann glaubend halbwegs glücklich ihr schweres
Los tragen. Der Feind der Freiheit ist der glückliche Sklave!
Wer reiferen Alters der Rente in Deutschland entgegenfiebert
und sich gedanklich mit der Propaganda der Regierung abgefunden
hat, daß immer mehr Rentner von den Einzahlungen von immer
weniger Arbeitnehmern abhängen - hat längst vergessen,
daß bis nach dem Krieg die Rente von Lebensversicherungen
getragen wurde - dieses Geld aber von der Regierung enteignet
und in die eigene Tasche gesteckt wurde. Als Ausgleich für
den Diebstahl wurde dem Volk der "Generationenvertrag"
vorgesetzt, bei dem damals bereits absehbar war, daß die
Nachkriegsgeburtenrate eine ephemere Erscheinung bleibt. Die damalige
Regierung hatte somit den Folgegenerationen eine Zeitbombe untergejubelt.
Die Folge ist heutige Altersarmut. Und wer einer "Riester-Rente"
vertraut, der ....... ja was ist der denn? Ein paar Illusionen
braucht der Mensch. Manchmal wenigstens.
Damit es den heutigen Armen jedoch nicht zu gut geht, denkt nun
der von den Rothschilds beauftrage Nicolas Sarkozy darüber
nach, wie auch Europa - ähnlich den USA mit der 700 Milliarden-Stütze
- seinen Beitrag in Form einer 420 Milliarden-Stütze leisten
kann. Die Rechnung zahlt dann wie immer der Arbeitssklave. Und
damit in Deutschland niemand aufmuckt, hat ein Schäuble bereits
eine Vielzahl von Überwachungsmöglichkeiten geschaffen.
So schreibt denn Financial Times Deutschland (hier ein Auszug
davon:)
EU-Notfonds
Paris will Rettungsplan für Europa
von Wolfgang Proissl (Brüssel), Peter Ehrlich (Berlin) und
Rolf Lebert (Frankfurt)
Die französische EU-Ratspräsidentschaft plant einen
milliardenschweren Hilfsfonds zur Rettung angeschlagener europäischer
Banken. Staatschef Nicolas Sarkozy will die Idee auf einem europäischen
Krisengipfel in Paris präsentieren.
Berlin kündigte bereits Widerstand an: "Davon hält
die Bundesregierung gar nichts", sagte am Mittwochabend der
Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Der EU-Notfonds
solle nach französischen Vorstellungen rund 300 Mrd. Euro*
schwer sein, hieß es am Mittwoch in Berliner Regierungskreisen.
Damit wäre der Rettungsplan von seinen Dimensionen her vergleichbar
mit jenem der USA. (N.B. = ca. 420 Mrd. Dollar)
Wie in solchen Fällen umverteilt wird, zeigt das Beispiel
der IKB, das die Bundesbürger in stoischer Ruhe einfach so
hingenommen haben: 10 Mrd. Euro aus Steuergeldern haben die vorweg
genommenen Scheininvestitionen in die US-Banken bereichert - und
zu guter Letzt wird dann auch noch die IKB an 'Lonestar Investment'
als niedrigstem Bieter für 150 Millionen verscherbelt.
Aber noch ist ja nicht Abend - die Ereignisse entwickeln sich
weiter.
(c) 2008 Copyright Politik-Global Rumpelstilz 2008-10-02
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Ein Artikel von DUCKHOME.de |
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Versuch eines Frontberichtes
Die schönsten Kriegsgeschichten entstehen immer in der Etappe,
viele Frontberichte auch. Das ist gut so, das rettet manchem Autor
von Kriegsgeschichten und vielen Frontberichterstattern das Leben.
Außerdem hat man in der Etappe die bessere Übersicht,
die Hose nicht voll und wird nicht von dieser ganzen Schießerei
völlig verrückt gemacht. Mehr Etappe als Berlin kann
es wohl kaum geben.
Man schreibt also einen Frontbericht in Berlin. Zwar ein wenig
weit weg vom Geschehen, aber trotzdem bei den vielen Kriegschauplätzen
noch nah genug dran um die Übersicht zu verlieren. Auf jeden
Fall aber warm, trocken und sicher. Das hätten die Soldaten
in Afghanistan wahrscheinlich auch gerne. Die melden erst einmal
französische Tote in einer etwas eigenartigen Schlacht die
aber wohl so ähnlich schon öfter vorgekommen sein soll.
HINTERHALT AM SAROBI-PASS
Nach Aussagen der französischen Soldaten gegenüber
der renommierten Zeitung “Le Monde” spielte sich am
Montag dem 18.August folgendes ab…
Die französischen Soldaten des 8. Fallschirmspringer-Regiments
der Marine, dem 2. Fallschirmspringer-Regiments der Fremdenlegion
und dem Regiment des Tschad-Marsches (” Régiment
de marche du Tchad (RMT)” sind gegen 13.30 Uhr mittags im
Rahmen einer ISAF-Mission unterwegs auf einer Strasse die zur
Stadt Sarobi führt, deren Distrikt die französische
Militärführung erst kürzlich im Rahmen der von
Präsident Sarkozy verfügten Truppenaufstockung von den
US-Militärs als “Verantwortungsbereich” (Besatzungszone)
übernommen hatte.
Diese Strasse, die sehr bald zu einem engen Pass werden würde,
ist aber noch Teil der Region Kabul. Das Kommando über die
5000 NATO-Soldaten in der nur 30 Meilen entfernten Stadt Kabul
hatte vor wenigen Tagen, am 5.August, der Franzose Michel Stollsteiner
übernommmen.
Die Strecke gilt als extrem gefährlich. Das anvisierte Ziel
liesse sich auch anders erreichen. Trotzdem wird der französische
Generalstabschef General Jean-Louis Georgelin nachher bei einer
Pressekonferenz erklären, dass es nötig war die Elite-Soldaten
zu Fuss auf die Pass-Spitze zu schicken.
Die französischen Soldaten sind mit US-Spezialeinheiten und
afghanischen Militärs unterwegs. Diese halten sich hinter
den Franzosen.
In dem Augenblick als die französischen Truppen die Pass-Spitze
erreichen, geraten sie in einen Hinterhalt. Später wird Generalstabschef
Georgelin in Paris behaupten, in diesen Minuten hätten die
eigenen Truppen die meisten Verluste erlitten.
Nach Aussage der überlebenden Soldaten passiert aber folgendes:
4 Stunden lang erhalten sie im Gefecht durch die US-Soldaten und
die afghanischen Truppen hinter ihnen nicht nur keine Unterstützung
- sondern sie werden von den eigenen “Verbündeten”,
darunter Elite-Scharfschützen, direkt unter Feuer genommen,
. Sie müssen sich nach allen Seiten verteidigen. Die Munition
geht ihnen aus. Das eigene, das französische Kommando in
Kabul unter Michel Stollsteiner bricht die Verbindung zu ihnen
ab. Verstärkung und Entsatz kommt nicht, obwohl 5000 NATO-Soldaten
nur 30 Meilen entfernt sind.
Die sogenannte “Rapid Force”, die schnelle Eingreiftruppe,
ist angeblich nicht in Bereitschaft, was allen militärischen
Grundregeln und Einsatzmustern widerspricht. Die afghanischen
Soldaten, die mit ihnen auf die Patrouille gingen, nehmen sie
immer dann unter Feuer, wenn sie versuchen sich vom Pass zurückzuziehen.
Dann kommen NATO-Bomber. Sie greifen die Franzosen an und töten
mehrere Soldaten.
Über 13 Stunden gehen die Gefechte, schliesslich werden
die letzten verwundeten Franzosen gegen 2 Uhr nachts am Dienstag
evakuiert.
Daniel Neun der Autor dieses Berichtes geht davon aus, dass durch
genügend Opfer die Franzosen in Wut gebracht werden sollen
und sich damit die Bereitschaft erhöhen soll, weiter an dem
irrsinnigen und völlig nutzlosen Krieg in Afghanistan zu
beteiligen. Das mag sein.
Viel erschreckender ist aber die Schilderung eines deutschen
Offiziers dessen Name nicht genannt werden kann, weil wir ja ehrliche
Bürger in Uniform in diesem Land nicht ertragen. Hier werden
mehr die Speichellecker gesucht. Dieser Offizier berichtete sinn-
aber nicht wortgemäß folgendes:
Ich verstehe gar nicht worüber ihr euch bei den Franzmännern
aufregt. Das ist völlig normal. Irgendein Hirni im Generalstab
oder in Kabul verspürt den dringenden Drang seine Eier zu
zeigen. Die Eier sind wir. Wir müssen also raus. Das ist
nicht beliebt. Die Zeiten wo speziell uns Deutsche die Afghanen
noch mochten sind auch lange vorbei. Es ist zuviel passiert und
die amerikanische Rumbomberei nach Tornadoaufklärungsflügen
schafft keine neuen Freunde.
Es ist übriges egal ob die Auswerter was finden oder nicht
habe ich mir sagen lassen. Gebombt wird immer. Saubere Ziele haben
die selten. Wenn wir mal drei Hanseln als mögliche oder gar
wahrscheinliche Taliban identifizieren, dann kann man die nicht
bombardieren und kommt mit anderen Mitteln auch nicht nahe genug
heran. Hubschrauber haben in Afghanistan kaum Chancen, das wussten
die Russen schon.
Wenn wir also raus müssen, laufen wir immer Gefahr in einen
Hinterhalt zu kommen. Wir wissen nicht mit wem wir es zu tun haben.
Die wenigen Afghanen die wir kennen, beginnen uns aus dem Wege
zu gehen, weil die afghanische Armee aus Langeweile auch gerne
mal rumknallt und dann solche Ziele wie Hasen abschießt.
Da kann man nicht einwirken. Erstens haben wir häufig gar
keinen Funkkontakt zu denen und dann ist da, dass Problem der
Sprache.
Außerdem hat sich ein blöder Mechanismus eingebürgert.
Um nicht selbst zu sterben, versuchen wir alle zuerst zu schießen.
Da kann eine Fehlzündung an einem Auto schon die schönste
Schießerei auslösen. Oft mit tödlichem Ausgang.
Da alles immer dahin schießt wo geschossen wird, kommt es
oft zu Kreuzfeuer von verbündeten Einheiten.
Meist sind die Afghanen die Opfer, aber oft auch Truppen von
uns. Es ist wie ein Reflex. Zum Glück geht meist allen die
Munition aus, bevor es wirklich gefährlich wird. Die ist
nämlich immer knapp. Was Hilfe angeht, sieht es auch nicht
besser aus. Tatsächlich existieren die schnellen Eingreiftruppen
so gar nicht, wie ihr euch das vorstellt. Sie werden einfach mit
verplant und selbst wenn sie frei sind, braucht es den ganzen
Papierkrieg für Unterstützung.
Ob wir den Krieg gewinnen könnten weiß ich nicht.
200.000 Mann mehr und wir könnten für Ruhe sorgen.Aber
das wäre die Ruhe Israels. Natürlich werde ich wieder
hingehen. Wenn ich nicht gehe muss ein anderer hin. Ach ja ich
brauche das Geld und will befördert werden.
Das muss man einfach mal so stehen lassen und sollte erwähnen,
das es natürlich ein subjektiver Eindruck ist, der zudem
noch von Erinnerungsfehlern belastet sein könnte. Aber so
ähnlich hat man den Gesamttenor auch schon aus andren Ländern
von deren Soldaten gehört und der Standard sieht es auch
so.
Pakistan und Inden bewegen sich nicht. Da muss erst klar werden,
wie die neuen Machtverhältnisse wirklich sind. In Uigurien
gibt es im Moment keine neuen Nachrichten, das geht wohl erst
nach Olympia richtig los, auch wenn es Gerüchte über
chinesische Übergriffe gibt. Dafür gibt es an der Irakfront
gute Neuigkeiten. Die US-Amerikaner werden das Land verlassen.
Bis 30. Juni 2009, sollen sie aus den irakischen Städten
abziehen und dann 2011 das Land ganz verlassen. Das gibt Hoffnung.
Klar dürfte allerdings sein, das die Amerikaner erst noch
mal eben den Iran überfallen werden und den Irak sicherlich
so lange unter ihrer Kontrolle behalten, wie noch ein Tropfen
Öl dort zu stehlen ist. Aber auch danach werden sie einige
Stützpunkte erhalten. Weniger Amerikaner im Irak ist ja auch
schon weniger tödlich für die Iraker.
Georgien hat auch keine offiziellen Kriegshandlungen mehr, aber
das dürfte wohl nur ein Atempause sein, weil die strategische
Situation so schlecht ist. Russland beruft sich zur Zeit auf alte
Verträge die Kontrollposten auch weit in georgischem Gebiet
zulassen. Momentan fährt aber die Schwarzmeerflotte wieder
in ihre Heimathäfen.
Noch könnte man die Situation mit Russland deskalieren,
aber es sieht eher so aus, als ob die Nato in Georgien eine Entscheidungsschlacht
gegen Russland führen möchte. Arme Georgier. Aber auch
für die Nato, zumindest für deren europäischen
Teil wird das nicht gut ausgehen. Gleichzeitig spielt die Ukraine
mit dem Feuer, als ob sie die Situation im eigenen Land und die
lange Grenze zu Russland nicht kennen würde.
Auf die amerikanische Provokation mit den gegen Russland gerichteten
Raketensystem in Polen und Tschechien, hat Russland prompt reagiert
und wird nun ihrerseits ein solches System in Weißrussland
aufstellen. Das ist nicht gut für Polen und Tschechien. Für
die Ukraine dürfte es aber wohl einen kalten und teuren Winter
bedeuten.
Es ist nicht anzunehmen, das die Ukraine noch auf Gas oder Öl
zu Freundschaftspreisen hoffen darf. Es dürfte wohl eher
so sein, dass die Ukraine für Weißrussland mitbezahlen
muss. Das ist dann zwar dumm gelaufen, aber eben auch Schuld eigen.
Insgesamt gibt es keinen Grund für eine Entwarnung. Im Moment
werden nur die Kräfte neu positioniert.
|
| 21.08.2008 |
Mörder der eigenen Soldaten |
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Autor: Daniel Neun • 21. August 2008
US-Militärs und afghanische Truppen bringen französische
Soldaten um, der französische Kommandeur von Kabul schickt
keine Unterstützung und der Pariser Generalstab lügt über
den Hinterhalt.
Paris: “Was sicher ist, sie starben in einem Hinterhalt wie
Wildtiere”, so gestern der Onkel eines der am Montag in Afghanistan
getöteten zehn französischen Soldaten, der am Flughafen
auf den Sarg seines Neffen wartete.
Was ebenfalls sicher ist: sie wurden getötet durch NATO-Bomber,
durch US-Truppen und afghanische Einheiten.
HINTERHALT AM SAROBI-PASS
Nach Aussagen der französischen Soldaten gegenüber der
renommierten Zeitung “Le Monde” spielte sich am Montag
dem 18.August folgendes ab…
Die französischen Soldaten des 8. Fallschirmspringer-Regiments
der Marine, dem 2. Fallschirmspringer-Regiments der Fremdenlegion
und dem Regiment des Tschad-Marsches (” Régiment de
marche du Tchad (RMT)” sind gegen 13.30 Uhr mittags im Rahmen
einer ISAF-Mission unterwegs auf einer Strasse die zur Stadt Sarobi
führt, deren Distrikt die französische Militärführung
erst kürzlich im Rahmen der von Präsident Sarkozy verfügten
Truppenaufstockung von den US-Militärs als “Verantwortungsbereich”
(Besatzungszone) übernommen hatte.
Diese Strasse, die sehr bald zu einem engen Pass werden würde,
ist aber noch Teil der Region Kabul. Das Kommando über die
5000 NATO-Soldaten in der nur 30 Meilen entfernten Stadt Kabul hatte
vor wenigen Tagen, am 5.August, der Franzose Michel Stollsteiner
übernommmen.
Die Strecke gilt als extrem gefährlich. Das anvisierte Ziel
liesse sich auch anders erreichen. Trotzdem wird der französische
Generalstabschef General Jean-Louis Georgelin nachher bei einer
Pressekonferenz erklären, dass es nötig war die Elite-Soldaten
zu Fuss auf die Pass-Spitze zu schicken.
Die französischen Soldaten sind mit US-Spezialeinheiten und
afghanischen Militärs unterwegs. Diese halten sich hinter den
Franzosen.
In dem Augenblick als die französischen Truppen die Pass-Spitze
erreichen, geraten sie in einen Hinterhalt. Später wird Generalstabschef
Georgelin in Paris behaupten, in diesen Minuten hätten die
eigenen Truppen die meisten Verluste erlitten.
Nach Aussage der überlebenden Soldaten passiert aber folgendes:
4 Stunden lang erhalten sie im Gefecht durch die US-Soldaten und
die afghanischen Truppen hinter ihnen nicht nur keine Unterstützung
- sondern sie werden von den eigenen “Verbündeten”,
darunter Elite-Scharfschützen, direkt unter Feuer genommen,
. Sie müssen sich nach allen Seiten verteidigen. Die Munition
geht ihnen aus. Das eigene, das französische Kommando in Kabul
unter Michel Stollsteiner bricht die Verbindung zu ihnen ab. Verstärkung
und Entsatz kommt nicht, obwohl 5000 NATO-Soldaten nur 30 Meilen
entfernt sind.
Die sogenannte “Rapid Force”, die schnelle Eingreiftruppe,
ist angeblich nicht in Bereitschaft, was allen militärischen
Grundregeln und Einsatzmustern widerspricht. Die afghanischen Soldaten,
die mit ihnen auf die Patrouille gingen, nehmen sie immer dann unter
Feuer, wenn sie versuchen sich vom Pass zurückzuziehen.
Dann kommen NATO-Bomber. Sie greifen die Franzosen an und töten
mehrere Soldaten. Über 13 Stunden gehen die Gefechte, schliesslich
werden die letzten verwundeten Franzosen gegen 2 Uhr nachts am Dienstag
evakuiert.
Als “Le Monde” schliesslich die Darstellung der französischen
Elite-Soldaten veröffentlicht, verweigert man in Paris einen
Kommentar dazu. Später steht in Kabul der zufällig geplant
nach Afghanisten gereiste französische Präsident Sarkozy
in der französischen Regionalkommandatur General Stollsteiners
vor den Särgen der Toten und verneigt sich, die Presse ist
eingeladen.
Anschliessend sagt Sarkozy: “Die beste Weise, Euren Kameraden
die Treue zu halten, ist es, weiter zu machen, den Kopf zu heben,
professionell zu handeln”.
Der Afghanistan-Einsatz sei “unerlässlich” im Kampf
gegen den internationalen Terrorismus. “Warum sind wir hier?
Weil es hier um einen Teil der Freiheit in der Welt geht”.
Die französischen Truppen kämpften nicht gegen die Afghanen,
sondern mit ihnen - “um sie nicht der Barbarei zu überlassen”.
Kampfflugzeuge der Verbündeten seien den “in einen Hinterhalt
von extremer Gewalt geratenen Soldaten” zur Hilfe geeilt,
so Sarkozy.
Niemand der anwesenden Soldaten erschiesst diesen Präsidenten
auf der Stelle.
Der französische Armeechef General Elrick Irastorza, gerade
mit der Abwicklung der französischen Armee und ihrer Inlandsstützpunkte
zugunsten der neuen EU-Militärdoktrin Sarkozys für weltweite
Einsätze beschäftigt, sagt angesprochen auf die Enthüllungen
von “Le Monde”: “Alles zur richtigen Zeit…es
gibt eine Zeit für Mitgefühl, für Solidarität..wir
werden die Lehren ziehen aus diesem Event..”
Der deutsche Verteidigungsminister Franz Jung spricht Nicolas Sarkozy
sein Beileid aus.
Dann antwortet er am Mittwoch in einem sicher spontan geplanten
Interview auf folgende Frage.. “Anfang der Wochen wurden
in Afghanistan zehn französische Soldaten getötet. Die
Lage am Hindukusch hat sich zugespitzt. Sind die deutschen Soldaten
sicher?”
Franz-Josef Jung: “Leider hat sich die Sicherheitslage verschärft.
Ich bin froh, dass ich bereits 2006 angeordnet habe, dass dort nur
in geschützten Fahrzeugen patrouilliert werden darf. “
..und vergisst dabei, dass nach offizieller Darstellung am 19.Mai
2007 in Afghanistan drei deutsche zivile Angestellte der Bundeswehr
(deren offizielle Identität erst nach Tagen bekannt gegeben
wird) zwar nicht auf Patrouille, aber beim Einkaufen von Kühlschränken
auf dem offenen Markt von Kundus durch spontan geplant informierte
Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt worden sein sollen,
die vorher noch ein Kamerateam für den Anschlag bestellten,
welches aber am Mittag, Stunden nach dem Attentat am Morgen (zu
dessen Tatzeit Bundeswehr und “Taliban” unterschiedliche
Angaben machen) schon wieder weg war, während eines von Spiegel
TV plötzlich zufällig anwesend ist und einen sauber wieder
aufgeräumten Tatort filmt.
Aber als Minister kann man ja nicht alles im Gedächtnis behalten.
Das hat man mit seinen Mitbürger gemeinsam.
Nur zur Erinnerung: nach offiziellen Angaben der Bundeswehr kennt
diese die angeblichen Drahtzieher dieses angeblichen “Selbstmordanschlages”
vom 19.Mai 2007, nach dem Franz Jung eine Milliarde Euro mehr für
seinen Verteidigungshaushalt bekam, welchen er kurz vor dem “Attentat”
beantragt hatte.
Franz Jung weiter im Text des gestrigen Interviews. Er sagt
“Hintergrund ist, dass die terroristischen Aktivitäten
immer stärker von Pakistan auf Afghanistan ausstrahlen und
die Taliban dort ihr Aufmarsch- und Rückzugsgebiet haben. Das
bereitet mir große Sorgen, vor allem mit Blick auf die Grenze
Afghanistan/Pakistan. Dort gehen in bestimmten Regionen täglich
60 000 Menschen unkontrolliert über die Grenze”
und vergisst das brandneue biometrische Überwachungssytem der
NATO an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan zu erwähnen.
Aber Brutus und Cassius und Minister Jung sind ehrenwerte Leute.
“Es zeichnet sich ab, dass die USA ihren Kampf gegen den internationalen
Terrorismus deshalb nach Pakistan verlagern wollen. Ziehen Sie dabei
mit?”
Jung: “Wir müssen Pakistans Grenzen respektieren, aber
entschieden auf eine Lösung des Grenzproblems dringen. Pakistan
muss den Anti-Terror-Kampf stärker unterstützen.”
“Halten Sie einen ISAF-Einsatz in Pakistan für notwendig?”
Jung: “Das steht nicht zur Diskussion, aber abgesehen davon
ginge das nicht ohne Zustimmung Pakistans und ein Mandat der Vereinten
Nationen.”
Gut, dass nach dem Sturz von Pervez “Chicken” Musharraf
die Kontrolle über die pakistanischen Atomwaffen, welche die
USA schon seit letztem Frühjahr offen anstrebten, nun derzeit
beim pakistanischen Parlamentspräsidenten Muhammad Mian Soomro
liegen, der neben 6 anderen Banken auch Angestellter der Bank of
America war.
Da könnten Brutus und Cassius erst so richtig neidisch werden.
“Unterstützen Sie den Einsatz von AWACS-Aufklärungsflugzeugen
über Afghanistan?”
Jung: “Darüber wird gegenwärtig im Bündnis
beraten…” “Erwarten Sie Widerstand im Bundestag
für ein neues ISAF-Mandat?”
Jung: “Ich hoffe, dass wir über die Mehrheit der großen
Koalition hinaus dafür Zustimmung finden. Dem letzten ISAF-Mandat
haben auch Grüne und FDP-Abgeordnete zugestimmt.”
“Themenwechsel Kaukasus: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat
die Aufnahme Georgiens in die NATO zugesagt. Stehen Sie dazu?”
Jung: “Ich denke, es ist gut, dass wir neben der seit Jahren
bestehenden NATO-Ukraine-Kommission jetzt auch rasch eine NATO-Georgien-Kommission
einrichten.”
Der französische Generalstabschef Jean-Louis Georgelin, der
zu den Aussagen seiner überlebenden Elite-Soldaten schwieg,
hatte noch dieses Frühjahr gesagt: “Afghanistan wird
ein unkontrollierbarer Saustall. Und wir haben kein Interesse, uns
mehr einzubringen”.
Heute spekulierte man in der weltweiten Presse, wie sich das Attentat
den nun auf die kriegsentscheidende “Stimmung” in Frankreich
auswirken würde.
Während die junge, junge, Welt wieder einen vom “Sozialisten”
und “Kommunisten” erzählte, erklärte der Chef
der auch in Frankreich als Verräter angestellten parlamentarischen
Fantom-Linken, Francois Hollande, dass am Afghanistankrieg nicht
gerüttelt werde dürfe.
Dafür hatte man, ohne irgendwelche Belege, in der internationalen
Presse erst einmal auffällig nichts über die Berichterstattung
des “Le Monde” gelesen, aber dafür ständig
über einen alten Bekannten: Gulbuddin Hekmatyar.
Er soll früher einmal, obwohl angeblich ständig früher
mit dem Iran anbandelnd, nun genau dieses Gebiet um Kabul herum,
wo am Montag die französischen Soldaten durch die Kugeln und
Bomben der US-Militärs um´s Leben kamen, schon irgendwann
einmal unter Kontrolle gehabt haben.
Dabei erklärte er selbst mehrfach nun mit dem Krieg gegen die
Karzai-Regierung aufgehört zu haben. Schliesslich hatte der
umtriebe Warlord, der schon alles und jeden verkauft hat, sich 2006
bereits mit der Karzai-Regierung zu “informellen Gesprächen
über einen “Waffenstillstand” getroffen. “A
series of truces at local and national level, produced by informal
talks between Hamid Karzai’s government with the Taliban and
its Islamist ally, Gulbuddin Hekmatyar, appear to be holding for
the time being.”
Und wie es der Zufall nun will: nun soll Hekmatyar auf einmal nicht
mehr im Iran, sondern in Pakistan sein. Das liess schon mal präventiv
zufällig der “Herald Tribune” fallen.
Und Brutus und Cassius sind ehrenwerte Leute.
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| 15.08.2008 |
In der Jungen Welt erschien nachfolgender Artikel |
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Wenn Rußland will
US-Drohungen gegen Moskau
Von Knut Mellenthin
Die US-Regierung sitzt in diesen Tagen auf hohem Roß und
erteilt Abmahnungen an die Adresse Rußlands. Nach dem NATO-Bombenkrieg
gegen Jugoslawien 1999, angesichts schmutziger Kriege in Afghanistan
und im Irak, angesichts von Abu Ghraib und Guantánamo und
im Vorfeld ihres geplanten Kriegs gegen Iran, der die bisherigen
Schrecken wahrscheinlich noch bei weitem übertreffen wird,
fühlen sich die USA in ihrer Rolle als Lehrmeister der Welt
immer noch besorgniserregend wohl.
Rußland habe sich in den vergangenen Jahren bemüht,
»sich in die diplomatischen, politischen, wirtschaftlichen
und sicherheitspolitischen Strukturen des 21. Jahrhunderts
zu integrieren«, lobte Präsident George W. Bush am
Mittwoch gönnerhaft. Aber alles das setze Moskau jetzt aufs
Spiel, »indem es in Georgien Aktionen unternimmt, die mit
den Prinzipien dieser Einrichtungen nicht in Einklang stehen«.
Jetzt sei es an Rußland, »Wort zu halten und diese
Krise zu beenden«, um das Vertrauen der USA und Europas
zurückzugewinnen und um »damit zu beginnen, seinen
Platz in der Welt wieder einzunehmen«. So spricht der Mann,
der nach Ansicht vieler Amerikaner als der größte Schadensverursacher
aller Zeiten unter den US-Präsidenten in die Geschichte eingehen
wird. Seine Außenministerin Condoleezza Rice droht
Rußland, daß es »die Isolierung, auf die es
sich zubewegt, nur vertiefen wird«, wenn es sein Agieren
im Kaukasus nicht den US-amerikanischen Forderungen anpaßt.
So schnell kann es gehen: Vor zwei Jahren behauptete Rice noch,
die Beziehungen zwischen den USA und Rußland seien so gut
wie nie zuvor. Jetzt verwendet sie mit der Ankündigung, Rußland
zu »isolieren«, erstmals ein Vokabular, mit dem bisher
der »Achse des Bösen«, aktuell vor allem Iran,
angegriffen wurde. In dem Wort, so wie die US-Regierung es einsetzt,
klingt ein Strafkatalog mit, der bei Schikanen und Wirtschaftssanktionen
beginnt, und der latent immer auch eine militärische Komponente
enthält.
Die Ironie der Geschichte ist, daß Rußland bisher
bei der »Isolierung« Irans wider besseres Wissen und
entgegen weitsichtigeren Verlautbarungen seiner Politiker mitgespielt
hat. Drei Sanktionsresolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen Teheran
kamen seit Dezember 2006 mit russischer Zustimmung zustande. Ob
Moskau irgendwann die Einsicht und den Mut finden wird, aus dieser
zum nächsten Krieg führenden Logik auszusteigen, ist
noch ungewiß.
Die Geschichte der Sowjetunion und Rußlands in den letzten
20 Jahren ist eine Kette von Rückzügen, Niederlagen
und Selbstaufgaben, immer wieder unterbrochen von Momenten des
Erschreckens vor dem eigenen Niedergang und vereinzeltem Aufbäumen.
Aber wenn Rußland will, und wenn der US-Imperialismus weiterhin
diese immer noch große Nation in die Enge zu treiben versucht,
ist eine andere Weltpolitik möglich.
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| 08.06.2006 |
Fünf europäische Abgeordnete
haben einen Brief an
die Irische Bevölkerung
in der irischen Presse veröffentlichen
lassen |
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3 Juni, 2008 - 16:55
„Ja zu Lissabon-Vertrag heißt
Ende der Demokratie!"
von Alexander Hartmann
Fünf Abgeordnete aus verschiedenen europäischen Ländern
haben gemeinsam den folgenden offenen Brief verfaßt, in
dem sie den Lissabon-Vertrag angreifen und die irische Bevölkerung
ermutigen, bei ihrem kommenden Referendum den Vertrag abzulehnen.
Er wurde am 22. Mai vom "Irish Examiner" und anderen
Zeitungen abgedruckt.
Der Text:
Vor drei Jahren wies eine überwältigende Mehrheit der
Wähler in zwei Gründungsmitgliedern der Europäischen
Gemeinschaft den Europäischen Verfassungsvertrag zurück.
In Frankreich und in den Niederlanden gelang es trotz solider
Unterstützung der wichtigsten politischen Parteien und Organisationen,
die beide Seiten der Industrie vertreten, nicht, Unterstützung
für diesen letzten Schritt zur völligen Integration
Europas zu gewinnen. Der einzige demokratische Kurs wäre
es gewesen, ihn der Geschichte zu überlassen und den Völkern
Europas nach weitverbreiteten Konsultationen eine wirklich alternative
Vision der Union unserer Völker zu präsentieren.
Statt dessen wurde ihnen ein praktisch identischer Vertrag aufgezwungen,
wobei nur den Iren erlaubt wird, ihn durch eine Abstimmung anzunehmen
oder zurückzuweisen. In Frankreich und wohl auch in den Niederlanden
wird es kein neues Referendum geben. Auch im Vereinigten Königreich
wird es keine Volksabstimmung geben, trotz des Versprechens im
Manifest der regierenden Labour-Partei. In diesen drei Ländern
beharren die herrschenden Eliten auf der Behauptung, der Vertrag
von Lissabon unterscheide sich sehr vom Verfassungsvertrag, und
da er nicht die konstitutionellen Implikationen des abgelehnten
Vertrages besitze, müsse nicht darüber abgestimmt werden.
Anderswo sind die Unterstützer des neuen Vertrages ehrlicher.
In Deutschland, wo eine Volksabstimmung nie in Frage kam, sagte
Bundeskanzlerin Merkel, „die Substanz der [EU-]Verfassung
ist erhalten geblieben." José Zapatero, Premierminister
von Spanien, dessen Wähler dem Verfassungsvertrag - wenn
auch mit äußerst geringer Beteiligung - in einer Volksabstimmung
zugestimmt hatten, versicherte dem spanischen Volk: „Wir
haben keinen einzigen wichtigen Punkt des Verfassungsvertrages
fallengelassen." Der Vertrag sei „ein Projekt von grundlegendem
Charakter, ein Vertrag für ein Neues Europa." Selbst
[der frühere irische Premierminister] Bertie Ahern bemerkte,
daß es „keine dramatischen Änderungen in der
Substanz dessen, was 2004 vereinbart wurde" gegeben habe.
Die Ähnlichkeit der beiden Texte wird durch einen strukturellen
Trick vertuscht.
Anstatt eines einzigen Dokuments, das an die Stelle der bestehenden
Verträge tritt, besteht Lissabon aus einer Serie von Änderungen
dieser Verträge. Eine Studie der britischen Denkfabrik Open
Europe ergab, daß nur 10 der 250 Vorschläge des „neuen"
Vertrages sich von denen des vor drei Jahren abgelehnten Textes
unterscheiden, und daß diese keine große Bedeutung
haben. Der Angriff auf die Demokratie und die nationale Souveränität
blieb bestehen, was einen großen Schritt in Richtung auf
die Schaffung eines Überstaates bedeutet. In einer Demokratie
gehört die Souveränität dem Volk. Sie kann nicht
ohne dessen wohlinformierte Zustimmung aufgegeben werden. Aber
genau das geschieht.
Der Verlust der Souveränität wird beim Umgang mit den
Vetorechten am deutlichsten. Erst kürzlich gelang es den
Niederlanden, eine EU-Direktive zu blockieren, die einen sehr
negativen Einfluß auf ihr Rentensystem gehabt hätte.
Im neuen Vertrag werden die Vetorechte in so wichtigen Bereichen
wie der Justiz, Innenpolitik, Asylfragen und Migration aufgegeben,
während die EU mehr Befugnisse - ebenfalls befreit von nationalen
Vetorechten - in Fragen wie der Energie und des Klimawandels erhält.
Dies sind offensichtlich Fragen, die eine internationale Zusammenarbeit
erfordern. Aber die nationalen Kulturen und Einstellungen unterscheiden
sich so stark, daß ein Versuch, eine Politik des „eine
Größe für alle" 27 [EU-Mitglieder] zu erzwingen,
sich als kontraproduktiv erweist, was die Unterstützung für
das gesamte europäische Projekt in der Bevölkerung weiter
unterminiert.
Unter diesem Vertrag wird darüber hinaus der schon jetzt
dominierende Einfluß der multinationalen Gesellschaften
weiter gestärkt. Privatisierungen, Liberalisierungen und
Deregulierung werden keine Fragen mehr sein, für oder gegen
die man bei nationalen Wahlen abstimmen kann, sondern sie sind
dann in den Artikeln des Vertrages festgelegt. Sozialer Besitz
selbst notwendiger Dienstleistungen wird immer stärker unter
Druck geraten.
Es gibt die völlig falsche Vorstellung, daß der neue
Vertrag das Problem des Demokratie-Defizits anpacke. Die gepriesene
Vergrößerung der Befugnisse des Europäischen Parlaments
bietet keinen wirksamen Ersatz für jene, welche die nationalen
Parlamente verlieren. Die meisten dieser Befugnisse werden gar
nicht an das Europäische Parlament abgegeben, sondern sie
wurden, zusammen mit denen anderer Institutionen, die dem Volk
direkt oder indirekt verantwortlich sind, in die Hände zentralisierter,
undemokratischer und bürokratischer Organisationen gegeben.
Darüber hinaus gibt es keine wirkliche europäische
Öffentlichkeit, keinen politischen Raum und keine europäischen
Medien. Tatsächlich ergab eine kürzliche Umfrage des
Eurobarometers, daß die Mehrheit des Volks der Niederlande
gar nicht weiß, daß die Mitglieder des Europäischen
Parlaments direkt gewählt werden. Unter diesen Umständen
ist das Recht der nationalen Parlamente, EU-Gesetze zu blockieren,
offensichtlich ein Beschwichtigungsmittel, insbesondere wenn sie
dazu die Unterstützung entweder des Europarates oder des
Europäischen Parlamentes brauchen.
Nach dem Lissaboner Vertrag werden die „Ziele und Ambitionen"
der europäischen Sicherheits- und Außenpolitik ausgeweitet,
insbesondere hinsichtlich der militärischen Kapazitäten
der Mitgliedstaaten, der Erweiterung der Liste der „Petersberg-Aufgaben"
- humanitäre Hilfe, Krisenmanagement und friedenschaffende
Maßnahmen, die die EU ergreifen darf -; die erste Erwähnung
der Europäischen Verteidigungsagentur, einer Körperschaft,
die die Verteidigungskapazitäten vergrößern und
stärker koordinieren soll; die Möglichkeit, „Koalitionen
der Willigen" unter den Mitgliedstaaten mit Sicherheits-
und Verteidigungsaufgaben zu beauftragen; und die Möglichkeit,
besondere Arrangements zwischen Gruppen von Mitgliedstaaten zu
schaffen, die größere militärische Kapazitäten
besitzen. Der Vertrag unterminiert direkt Irlands Neutralität,
indem er besagt: „Die Union und ihre Mitgliedstaaten werden
gemeinsam im Geiste der Solidarität handeln, wenn ein Mitgliedstaat
Ziel eines Terroranschlages oder Opfer einer natürlichen
oder vom Menschen herbeigeführten Katastrophe wird. Die Union
wird alle Instrumente mobilisieren, die ihr zur Verfügung
stehen, einschließlich der militärischen Ressourcen,
die ihr von den Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden..."
Zusammengefaßt: Dieses Abkommen unterscheidet sich nicht
wesentlich von seinem abgelehnten Vorgänger. Es ist ein Vertrag,
der von der Elite, nicht von den Menschen, so gewollt wird. Irland
könnte eine wichtige Rolle spielen, weil seine Bürger
als einzige das Recht haben, darüber abzustimmen. Unser Schreiben
ist die Bitte an Sie, diese Möglichkeit zu ergreifen und
für uns alle mit abzustimmen."
Der Brief ist unterzeichnet von:
Harry van Bommel, MP, Niederlande
Jeremy Corbyn, MP, Großbritannien
Jean-Paul Lecoq, MP, Frankreich
Lars Ohly, MP, Schweden
Paul Schäfer, MdB, Deutschland
Ohne Copyright - ich bitte um Verbreitung / Morgen folgt mehr
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Gepostet von Rumpelstilz unter 04:25 1 Kommentare Links zu diesem
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| 07.6.2008 |
Politik Global Wochenmagazin
für Hintergrundinformationen zu Politik und Wirtschaft |
| |
Auf Guantanamo hat der Prozess begonnen
-
aber die Schuldigen sind nicht erschienen!
Rund 3000 Menschen wurden heimtückisch ermordet bei dem
Ereignis des 9/11. Die Strafe für dieses Verbrechen kann
nicht hoch genug sein. Um von den wahren Schuldigen abzulenken
und dieses unwürdige Schauspiel einer Junta von Kriminellen
fortzusetzen, wird jetzt auch noch ein Schein-Tribunal inszeniert.
Die Sprengung des WTC und Hochhauses nur 7 erfolgte sehr wohl
durch Terroristen, bzw. wurden von ihnen in Auftrag gegeben -
aber diese Terroristen sind die US-Regierung selbst! Die Hauptverantwortlichen
für die heimtückische Ermordung sind Rockefeller, J.W.Bush
und Dick Cheney.
So fordere ich denn die US-Bevölkerung auf, die eigentlichen
Schuldigen in Guantanamo vor Gericht zu stellen - die da sind:
1. David Rockefeller
2. Richard (Dick) Cheney
3. George Walker Bush
Bislang ist bei Politik Global noch keine explizite Stellungnahme
zu den Anschlägen vom 9/11 erfolgt, zu viel wurde bereits
darüber spekuliert, geschrieben und mit jedem neuen Indiz
meinte jeder, er habe den endgültigen Beweis erbracht, obwohl
es nur Teil einer langen Indizienkette ist - einfach weil für
diese Angelegenheit Indizien und Beweise für eine Regierungstat
in nahezu übermäßiger Fülle existieren -
und vergleichbar zum Tonking-Zwischenfall für den Eintritt
der USA in den Vietnam-Krieg, vergleichbar zum provozierten Pearl
Harbor Angriff oder vergleichbar zum Vorfall der Lusitania zwecks
Eintritts in den 1. Weltkrieg. Der 9/11 war der benötigte
Vorfall für den endlosen Krieg "gegen den Terrorismus".
Ein fast 500 Meter hohes Gebäude genau vertikal in sich
zusammensacken zu lassen - und das gleich zwei Mal !!! - ist eine
sprengtechnische Meisterleistung, die der Mossad und die CIA vollbracht
haben. Rein technisch gesehen verlangt diese Leistung die höchste
Anerkennung. Aber eben nur rein technisch gesehen. Wenig meisterlich
dabei, ja geradezu dilettantisch, waren dann aber doch die vielen
Spuren, die hinterlassen wurden. Bei den in die Hochhäuser
(fern)gesteuerten Flugzeugen, hätte - sofern tatsächlich
Kerosin die Stahlträger (wie behauptet) zum Schmelzen gebracht
hätte, jedes der beiden Hochhäuser zur Flugzeugseinschlagsseite
abkippen müssen. dies war nicht der Fall. außerdem
waren die Häuser gebaut, um derartigen Unfällen zu widerstehen.
Auf Anordnung von G.W.Bush in Person wurden die Trümmer
und insbesondere die Stahlträger der beiden WTC-Hochäuser
in aller EILE weggeschafft. (So etwas läßt sich nicht
dauerhaft verstecken - menschliche Gier und der erhoffte Gewinn
aus dem Verkauf des "Schrotts"= Stahl! läßt
derartige Mengen Stahl nicht dauerhaft verschwinden) Jedoch wurden
die Stahträger gefunden und an der Universität von Toronto
an den Trennstellen untersucht. An den fraglichen Stellen der
Stahlträger wurden Verbrennungsspuren von Thermat gefunden
- dem einzigen Sprengstoff, dessen Spreng-/Verbrennungstemperatur
blitzartig rund 6000 °C erreicht und die Stahlträger
wie Butter zerschneiden konnte.Eine Kerosinverbrennung erreicht
nicht annähernd die Temperatur, um Stahl zu durchtrennen.
Die technische Meisterleistung lag darin, ringsum an allen Trägern
die Sprengladungen gleichzeitig zu zünden - nur geringfügige
Zeitunterschiede hätten die Hochhäuser kippen lassen!
Dies ist ein unwiderlegbarer Beweis, neben dem alle weiteren Indizien
- und es sind zumeist nur Indizien - verblassen.
Außerdem zeigt das Foto ein rötlich-orangene Feuertemperatur,
was beweist, daß das Kerosin für eine Stahl-schmelze
eine zu niedrige
Temperatur hat. Auf einem Video gibt es Bilder, bei denen kleine
weiße Lichtblitze ringsum an den Hochhäusern gefilmt
wurden, was die Anbringung der Sprengladungen rundherum aun den
Stahlträgern belegt.
In der Folge werde ich noch weitere "Merkwürdigkeiten"
benennen - aber der wirklich unwiderlegbare Beweis liegt in den
Verbrennungsspuren von der Sprengung mit Thermat.
Wird am Samstag fertig eingestellt.
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| 09.03.2008 |
Der anerkannte amerikanische Verwalter
Marc Faber |
| |
Sagt Tag des Jüngsten Gerichts in der amerikanischen Wirtschaft
voraus
Der anerkannte amerikanische Verwalter Marc Faber sagt den Untergangstag
in der amerikanische Ökonomie voraus. Bei einem reichlich
von Investoren besuchten Vortrag in Los Angeles beschrieb er den
Dollar als wertlos, die Zentralbank als hilflos und sagte, die
Investoren hätten nur noch ein paar wenige Investitionsmöglichkeiten
übrig.
- Wir haben jetzt ein schlechtes Investitionsklima in allen Investitionsklassen
mit Ausnahme von einigen Grundstücken und Rohwaren, sagte
Faber laut Market Watch. Er weist darauf hin, daß seit 2002
die Preise in allen Investitionsklassen gestiegen seien. - Ein
Phänomen, das seit 200 Jahren nicht mehr aufgetreten ist,
sagt Faber.
- Das zusammenfallende globale ökonomische Wachstum und
die umfassende Blase werden zu einem kolossalen Niedergang führen,
sagte er.
Faber ist bekannt als 'Dr. Doom' im Investorenmillieu und wurde
berühmt, als er seinen Kunden riet, aus dem Aktienmarkt auszusteigen
genau eine Woche vor dem Crash im Oktober 1987. Er pflegt sich
gegen die etablierten Millieus zu stellen und ist besonders bekannt
für seine Meinung, daß der amerikanische Dollar im
Wert fallen werde. Faber glaubt inzwischen an Rohwaren / Rohstoffe
als gute Investitionsmöglochkeit.
Schwierig, Geld zu verdienen – Der Markt wird von einer
Kreditkrise geschüttelt, die jeden Tag schlimmer werde, sagt
er. - Wir werden eine Periode mit großer Volatilität
bekommen im Bereich von 20% auf und nieder. Da wird es schwierig,
viel Geld zu verdienen. Er gibt den vielen Jahren expansiver wirtschaftlicher
Geldpolitik in den USA die Schuld, von der er meint, sie sei eine
finanzielle Blase in der ganzen Welt. - Zentralbankchef Ben Bernanke
und seine Kollegen sind in eine Ecke gedrückt. Sie können
nicht die Zügel anziehen, ohne daß das ganze finanzielle
System kollabiert, sagt er.
Glaubt an Asien – Er fügt hinzu, daß billiges
Geld und großes Wachstum der Schulden die amerikanische
Wirtschaft geschwächt habe. Er glaubt, die USA seien in einer
Startphase der Rezession und stützt dies u.a. auf die letzten
Beschäftigungszahlen aus den USA.
Faber meint, der chinesische Yuan wird sich in den nächsten
5 Jahren im Wert verdoppeln, und er glaubt, daß dies auch
andere Valuta stärken werde. Schon letztes Jahr im Januar
warnte Faber in einem Interview mit dem Time Magazine, daß
der Finanzmarkt sich in der größten Blase aller Zeiten
befinde.
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| 08.12.2007 |
Iran-Bericht ein Jahr alt: US-Öffentlichkeit
entsetzt über Lügner Bush |
| |
Daniel Neun
Washington: Spätestens seit der Erklärung des Weissen
Hauses vom Mittwoch (1) weiss die Welt und die USA, dass Präsident
Bush über die angebliche atomare Bedrohung aus dem Iran und
bezüglich seines Wissens über den US-Geheimdienstbericht
gelogen hat. Nun stellt sich heraus: die Einschätzung der US-Geheimdienste,
dass der Iran über kein Atomwaffenprogramm verfügt, wurde
bereits vor einem Jahr erstellt und aus politischen Gründen
zurückgehalten.
DER US-PRÄSIDENT HAT GELOGEN
Bush am 4.Dezember in einer Pressekonferenz zu dem am Vortag
erschienenen "NIE" (National Intelligence Estimate),
dem Bericht der 16 US Geheimdienste:
"In August, ich glaube es war John - Mike McConnell kam rein
und sagte, wir haben ein paar neue Informationen. Er sagte mir
nicht welche Informationen das waren".(2)
Das war gelogen. Dies bestätigte am Mittwoch das Weisse
Haus höchstpersönlich.
In einer Erklärung hiess es, der oberste Geheimdienstdirektor
Adm. Mike McConnell habe Bush im August darüber informiert,
dass das iranische Atomwaffenprogramm "vielleicht eingestellt
worden sei", so die US-Regierung am Mittwoch.
"Direktor McConnell sagte, dass die neuen Informationen vielleicht
die Geheimdienstgemeinde dazu bringen könnte, die Einschätzungen
über Irans geheimes Atomwaffenprogramm zu ändern, aber
die Geheimdienstgemeinde war nicht darauf vorbereitet um zu diesem
Zeitpunkt irgendwelche Schlüsse zu ziehen, und es wäre
nicht richtig gewesen zu spekulieren bis sie Zeit hatten die Daten
zu untersuchen und auszuwerten", so Regierungssprecherin
Perino in dem Statement des Weissen Hauses.
US-GEHEIMDIENSTBERICHT EIN JAHR ALT
Was die Behauptungen des US-Präsidenten, er habe erst von
ein paar Tagen von dem NIE erfahren, ad absurdum führen,
ist u.a. folgendes: der Bericht ist ein Jahr alt und wurde bewusst
zurückgehalten, um die US-Geheimdienste dazu zu zwingen,
der aggressiven Konfrontationspolitik des US-Vizepräsidenten
Dick Cheney widersprechende Fakten herauszukürzen. Das gaben
2 Insider der CIA an die Öffentlichkeit weiter.(13)
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass leitende Geheimdienst-Beamte
sogar damit gedroht hatten, dafür "ins Gefängnis
zu gehen", wenn der Bericht nicht endlich offiziell veröffentlicht
würde. Dies kam der Drohung nach Weitergabe an die Presse
auf eigene Faust gleich (4). Nichts zeigt den Grad der Verzweiflung
über die eigene Regierung unter den sonst strikt traditionell
nach der "Order" (Befehl, Ordnung, Hierachie) handelnden
Beamten des US-Sicherheitsapparates mehr als das. Sie stehen damit
nicht alleine.
KRIEGSPRÄSIDENT OHNE RÜCKHALT
Nur 37% aller Soldatenfamilien in den USA unterstützen noch
die Politik von Bush, 58% wollen ihre Angehörigen innerhalb
eines Jahres zu Hause haben, oder noch früher (5). In einer
Umfrage sprachen sich die US-Bürger zwar immer noch zu 29%
für einen Militärschlag gegen den Iran aus (6). Das
ist aber angesichts des einheitlichen Kriegsgetrommels der 2 Parteien
"Republikaner" und "Demokraten" sowie der
gesamten Konzernpresse recht wenig, besonders wenn man bedenkt,
dass die weit entfernte US-Bevölkerung im eigenen Land keinen
unmittelbaren Schaden zu befürchten hätte.
Inzwischen ist die Bush/Cheney-Regierung von der eigenen Bevölkerung
so in die Enge getrieben, dass sie sich nicht einmal mehr erinnern
will, wer eigentlich den Krieg im Irak wollte. Am 21.November
behauptete der ex-Bush-Chefberater Karl Rove allen Ernstes vor
der Kamera, das Weisse Haus wäre 2002 vor den Kongresswahlen
GEGEN eine schnelle Invasion des Iraks gewesen. Es hätte
vielmehr der Kongress mit einer Resolution darauf gedrängt.
http://thinkprogress.org/2007/11/22/rove-lies-iraq-war-vote/
SCHNELLE INVASION DES IRAK IN 2002 "AUF DRÄNGEN DER
DEMOKRATEN"?
Cheney äusserte sich dazu vorgestern in einem Exklusivinterview
des Weissen Hauses auf drängende Reporterfragen. Ein echtes
Cheney-Statement, was jetzt schon als legendär bewertet werden
kann (8)...
FRAGE: "..Karl Rove hat davon gesprochen, hören Sie,
Demokraten - und Daschle (damals Fraktionsvorsitzender) - die
wollten eine schnelle Abstimmung (im Kongress), vor den Wahlen,
für den Krieg. Und Daschle hat gesagt, nun, das ist Quatsch,
die versuchen die Geschichte umzuschreiben. Wie ist ihre Erinnerung,
was passiert ist? Haben die - haben Demokraten auf eine schnelle
Abstimmung für den Krieg gedrängt vor den Wahlen?
CHENEY: "Ich will mich da nicht einmischen. Ich, ganz offen,
ich habe ein wenig von dem Streit gehört und ich verstehe
ihn nicht.
(Gelächter bricht bei den Reportern aus)
FRAGE: "Tut mit leid, was meinen Sie damit?"
CHENEY: "Nun, ich meine, ich dachte wir verfuhren in einer
geordneten Art und Weise. Aber ich habe mich jetzt nicht zurückversetzt
und mir das angesehen. Ich tue nicht - es ist mir nicht klar,
welche Sache hier debattiert wird.
FRAGE: Die Frage, ob das Weisse Haus gedrängt hat, oder
ob die Demokraten gedrängt haben.
CHENEY: "Ich dachte, wir haben uns der Sache in einer ordentlichen
überparteilichen Basis genähert, und das hat sich in
der Abstimmung wiedergespiegelt. Und wir durchliefen auch einen
Prozess unter Berücksichtigung von Angelegenheiten der Geheimdienste,
Arbeit bei den Vereinten Nationen um Resolutionen im Weltsicherheitsrat
zu erreichen, die der Situation angemessen waren. Aber um es folgendermassen,
wissen Sie, wir haben gedrängt, oder die Demokraten haben
gedrängt, dass ist nicht - Ich muss mich da zurückversetzen
und noch eine Menge Nachforschungen betreiben um da eine Meinung
zu haben.
FRAGE: "Mr. Vizepräsident, dass war so nett von Ihnen.
Um mal von 2009 zu reden, war´s dass mit dem öffentlichen
Dienst für Sie, oder..?
CHENEY: "Ich erwarte das so."
http://www.whitehouse.gov/news/releases/2007/12/20071206.html
DIE KRIEGSLOBBY IN NACKTER PANIK
Einer der vielen kleinen Geschichten am Rande ist, dass CNN eine
offenbar rechtzeitig geplante Dokumentation namens "Wir waren
gewarnt - der Iran wird nuklear" still und heimlich in der
Versenkung verschwinden liess. Der doppeldeutige Sinn dieses Titels
spiegelt die ganze Schaurigkeit der Situation wieder, in der sich
die Welt in den letzten Monaten befand (9).
Nichtsdestotrotz gab es die skurrilsten Versuche, die Situation
für Bush schönzureden oder umzuinterpretieren..
- der rechte Blog "strata-sphere" war allen Ernstes
der Meinung, die US-Geheimdienste wollten mit dem für Bush
katastrophalen Bericht über das nicht-existierende Atomwaffenprogramm
im Iran "unsere nationalen Wahlen beeinflussen"...(10)
- der berüchtigte Neocon Norman Podhoretz sagte, Agenten
wollten den Präsidenten "unterminieren"...(11)
- ex-Senator Fred Thompson vermutete, der Iran habe den USA gezielt
Geheimdienstinformationen zugespielt, "um unsere Aufmerksamkeit
zu zerstreuen"...(12)
- ausgerechnet Joe Klein, Autor des Artikels "Iran's Nukes:
Now They Tell Us?" im "Time Magazin", sprach nachher
auf MSNBC davon, dass der Präsident in Wirklichkeit bei seiner
Pressekonferenz am 4.Dezember wahre Grösse bewiesen habe:
"Er versuchte nicht, es zu unserem Vorteil herumzudrehen.
Dies ist ein verblüffender Moment an Aufrichtigkeit der Vereinigten
Staaten".
Video:
http://thinkprogress.org/2007/12/06/klein-candor/
In seinem Artikel hatte Klein über den Auftritt von Bush
noch geschrieben (14):
"Der Präsident sah schrecklich aus. Er stand mit verquollenen
Augen, buckligen Schultern vor dem Presse-Korps und diskutierte
die atemberaubende neue NIE dass Iran sein Atomwaffenprogramm
2003 gestoppt hat. Er sah aus, als hätte er die Nacht damit
zugebracht, Stühle im Situation Room umherzuwerfen. Ein Reporter
bemerkte, dass er entmutigt aussähe..
Das NIE steht für eine weitere, vielversprechende Gelegenheit,
die verpasst wurde..Aber das hätte einen anderen Präsidenten
benötigt. Diesem Präsidenten scheint es an Verlangen,
Kreativität und Geduld zu fehlen, um sich in der wichtigsten
Diplomatie zu engagieren, der sich eine Nation gegenübersehen
kann - mit ihren Feinden - über Dinge, die den Unterschied
bedeuten können zwischen Krieg und Frieden."
BEKANNTGABE DER VERNICHTUNG DER CIA-FOLTERVIDEOS: EIN RACHEMANÖVER?
Die Bekanntgabe der Vernichtung von Videos von Folterungen während
CIA-Verhören (die der letzte lebende Kennedy-Bruder Ted heute
gestern mit den Nixon-Bändern verglich,16) kommt zu einem
Zeitpunkt, an dem die Bush-Regierung allen Grund hat, sich beim
Geheimdienst CIA zu rächen - ähnlich wie beim Fall der
enttarnten CIA-Agentin Valerie Plame, deren Mann Joe Wilson die
Lüge der Bush-Regierung über angebliche Urankäufe
im Niger hatte platzen lassen (15).
Die Story über den blutigen Geheimdienst beherrschte in Windeseile
die Schlagzeilen und liess die Frage nach der jahrelangen Kriegsmanipulation
- nicht nur durch die Bush-Regierung - schnell im Medien-Off verschwinden.
Dabei ist auch die Frage, wer den Inhalt des ein Jahr alten Geheimdienstberichtes
noch kannte. Diese Frage muss man auch der deutschen Kanzlerin
Angela Merkel und ihrem Kabinett stellen.
Vor drei Tagen veröffentlichte die linksliberale "Ha´aretz"
eine Meldung (17), die unseren Aussenminister Steinmeier und alle
anderen Teilnehmer des Annapolis-Gipfels in grösste Schwierigkeiten
bringen könnte:
die angesehene Zeitung verlautbarte nämlich nicht nur, dass
die israelische Olmert-Regierung bereits einen Monat vor der Pressekonferenz
von US-Präsident Bush am 4.Dezember über den Inhalt
des NIE informiert war, sondern dass der Inhalt des US-Geheimdienstberichtes
bereits Thema von Gipfel-Gesprächen zwischen dem israelischen
Verteidigungsminister Barak und seinem Amtskollegen Robert Gates,
sowie zwischen Bush und Olmert gewesen war
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| 01.12.2007 |
Putin steigt aus KSE-Vertrag aus |
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Von Rainer Rupp Ähnlich wie im Fußball verfügt
auch die internationale Sicherheitspolitik über ein bestimmtes
Regelwerk. Das besteht im wesentlichen aus Verträgen. Nun stieg
am Freitag der russische Präsident mit Wirkung zum 12. Dezember
aus dem Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa
(KSE) von 1992 aus. Postwendend warf ihm der Westen vor, die bewährten
Spielregeln für den bisher praktizierten sicherheitspolitischen
Umgang miteinander über Bord geworfen zu haben. Tatsächlich
jedoch hat die NATO während der Begegnung mit Rußland
die Spielregeln geändert. Statt mit elf Mann auf beiden Seiten
hat sie seit Vertragsabschluß vor 15 Jahren dem russischen
Team etliche Spieler abgeworben und steht nun auf dem Spielfeld
mit einer großen Übermacht einer stark dezimierten gegnerischen
Mannschaft gegenüber.
Erst 1999, nach wiederholten und starken Protesten des Kremls, bequemte
sich die NATO schließlich, mit Moskau neue, faire Spielregeln
auszuarbeiten, die als »angepaßter KSE-Vertrag«
(AKSE) der veränderten Situation in Europa Rechnung tragen.
Das Problem daran: Obwohl Rußland seitdem nach den neuen AKSE-Regeln
spielte, sind diese von den NATO-Länder bisher nicht ratifiziert
worden. Statt dessen stellte die NATO weitere Bedingungen. Erst
wenn sich Moskau vom Spielfeld in den früheren Sowjetrepubliken
Georgien und Moldawien zurückzieht, wäre die NATO bereit,
den AKSE zu erfüllen. Die Russen fühlten sich vom Westen
verschaukelt – und im Sommer dieses Jahres hatten sie endgültig
genug. »Wir haben alle schweren Waffen aus dem europäischen
Teil Rußlands abgezogen und hinter dem Ural stationiert, wir
haben die Streitkräfte um 300000 Mann reduziert, und wir haben
sogar weitere Schritte gemäß des AKSE-Vertrags erfüllt.
Aber was haben wir dafür bekommen?« fragte Putin im Juli.
Und antwortete selbst: »Osteuropa hat neue Waffen erhalten,
in Rumänien und Bulgarien sind zwei neue Militärbasen
errichtet worden, und zwei neue Areale für Raketenstarts sind
geplant. Während Rußland einseitig abrüstet, wird
Europa mit neuen Waffensystemen vollgepumpt.«
Nun hat Rußland daraus die Konsequenzen gezogen. Nach dem
12. Dezember braucht sich Moskau nicht mehr um die KSE-vereinbarten
Obergrenzen für Truppen, Panzern, Flugzeugen und andere schwere
konventionelle Waffen in Europa zu kümmern und kann insbesondere
die an seiner West- und Südgrenze durch die KSE entstandenen
Lücken stopfen. Dennoch dürfte der Kreml kein Interesse
daran haben, das System der Rüstungsbegrenzung in Europa zu
zerstören. Denn ein Wettrüsten würde den in den vergangenen
Jahren erworbenen, bescheidenen Wohlstand in Rußland schnell
wieder verpuffen lassen. Statt dessen baut der Kreml darauf, daß
– so Die Welt – die westlichen Staaten an den wichtigsten
Elementen des Vertrags »mehr interessiert sind als Rußland«.
Und daß also durch die Aussetzung des Vertrages der Westen
dazu bewegt wird, diesen endlich zu ratifizieren.
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| 01.12.2007 |
Putins Plan |
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Volksabstimmung über den Verbleib des scheidenden Präsidenten
an der Spitze der Macht: Bei den russischen Parlamentswahlen wird
über die Generallinie abgestimmt
Von Werner Pirker
Keiner weiß, wo sich Putin in der Zukunft sieht
Foto: AP
Wahlen zur russischen Staatsduma waren wegen des geringen Stellenwertes
des Parlaments im staatlichen Machtgefüge bisher von nicht
allzu großer Bedeutung. Nach der gewaltsamen Zerschlagung
des Obersten Sowjets Anfang Oktober 1993 ließ Präsident
Boris Jelzin eine Verfassung verabschieden, in der dem Parlament,
das nun wieder wie zu Zarenzeiten »Duma« (Gedanke) hieß,
nur geringe gesetzgebende Vollmachten eingeräumt wurden und
die der Präsi¬dialmacht die Möglichkeit bot, Regierungen
jenseits parlamentarischer Mehrheiten zu ernennen.
Im Ergebnis der Parlamentswahlen 2003 wurde erstmals die Präsidentenpartei
zur stärksten Parlamentsfraktion und damit auch zu einer
demokratisch legitimierten Regierungspartei. Das »Einige
Rußland« löste mit 305 von 450 Parlamentssitzen
die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF),
die nur noch 12,61 Prozent erhielt, als stärkste Partei ab.
Das drückende Übergewicht der Partei der Putin-Getreuen
wird sich bei den Wahlen an diesem Sonntag eher noch erhöhen.
Entsprechend vertiefen werden sich die Sorgenfalten der westlichen
Vorstandsmitglieder des Komitees zum Schutz der russischen Demokratie.
Insgesamt bewerben sich elf Parteien um Parlamentssitze. Den
meisten unter ihnen werden keine Chancen eingeräumt. Neben
dem Sieg der Kreml-Partei gilt nur noch der Einzug der KPRF als
sicher. Auch die Liberaldemokratische Partei Rußlands (LDPR)
dürfte die für eine Parlamentsteilnahme nötigen
sieben Prozent überwinden. Eher nicht qualifizieren dürfte
sich das »Gerechte Rußland«, als das die von
der Macht aufgestellte Opposition firmiert, da auch linke Putin-Anhänger
für die vom Präsidenten angeführte Liste votieren
dürften. Das parlamentarische Aus droht auch den Liberalen,
die in der Drei(un)einigkeit von »Anderes Rußland«
(Kasparow), Jabloko (Jawlinski) und »Union der rechten Kräfte«,
dem Traditionsverein der Neoliberalen der ersten Stunde, antreten.
Besonders letztere haben sich in den Jahren des großen Reformterrors
für immer verhaßt gemacht. Die sich heute als authentische
»demokratische Opposition« zur Wahl stellen, waren
1993 führend an der Zerstörung des einzig authentischen
Parlamentarismus in Rußland beteiligt.
Wladimir Putin ist gewiß kein »lupenreiner Demokrat«,
wie Gerhard Schröder einmal meinte. Doch der Staatsstreich,
aus dem das heutige politische System in Rußland hervorgegangen
ist, wurde nicht von ihm, sondern von Jelzin durchgeführt.
Um den Widerstand gegen die Privatisierung zu brechen, mußte
die parlamentarische Gegenmacht zerschlagen werden. Die in den
Dienst räuberischer Interessen gestellte Staatsmacht aber
bewirkte den Zerfall der Staatlichkeit. Putin hat die Klasse der
Oligarchen politisch gezähmt und die Rohstoffressourcen wieder
unter staatliche Kontrolle gestellt. Die Deformationen des russischen
Kapitalismus konnten zurückgedrängt, aber nicht überwunden
werden. Er ist im wesentlichen ein Dritte-Welt-Kapitalismus geblieben.
Seine Genesis lag im Zusammenspiel von Mafia und Staatsbürokratie.
Als sich die aus dem Raubbürgerkrieg hervorgegangene Oligarchie
politisch emanzipieren wollte, schlug der Staat zurück. Darin
liegt das Geheimnis, oder: die Geheimdienstleistung des Übergangs
von Jelzin zu Putin. Der Staat emanzipierte sich von der Oligarchie.
Doch er hat sie nicht aufgehoben, sondern in sich aufgenommen.
Die Verteilungskämpfe verlagerten sich ins Innere der Macht.
Korporatismus als staatliche Zwangsvereinigung von Kapital und
Arbeit und Wirtschaftsliberalismus halten sich die Waage. Ein
solch kompliziertes System des kapitalistischen Interessensausgleiches
bedarf einer starken persönlichen Führung.
Putin hat den Kapitalismus und das gesamte gesellschaftliche
Gefüge stabilisiert. Das hat ihn nach der »Zeit der
Wirren« im Bewußtsein der Bevölkerungsmehrheit
in den Rang einer nationalen Heilsfigur erhoben. Ein Putinismus
ohne Putin scheint angesichts des labilen Kräftegleichgewichts
undenkbar. Die Parlamentswahlen sind deshalb vom Kreml zu einer
Volksabstimmung über den Verbleib des scheidenden Präsidenten
an der Spitze der Macht umgedeutet worden. »Putins Plan«
lautet die vom präsidialen Wahlkampfmanagement in den politischen
Raum gestellte Losung, die in ihrer genialen Verkürzung zum
Ausdruck bringt, daß Rußlands Zukunft in Putins Händen
liege.
In einer Rede auf dem Gesamtrussischen Forum seiner Anhänger
skizzierte Wladimir Wladimirowitsch die Generallinie. Als Hauptaufgabe
nannte er, »die Konsequenz des Kurses auf eine stabile,
beständige Entwicklung zu bewahren. Und das Wachstum des
Wohlergehens und der Sicherheit des Vaterlandes gegen politische
Risiken zu garantieren«. Wenn Putin von den Lehrmeistern
der westlichen Demokratie eines gelernt hat, dann ist das die
Verteidigung der herrschenden Politik gegen die Verlockungen des
Populismus. Und deshalb gilt der Populismus-Vorwurf auch allen,
die der die gesellschaftliche Mitte in Anspruch nehmenden Politik
widersprechen. Den Linken wie den Rechten. Jenen, »die jahrzehntelang
Rußland lenkten und Ende der 80er Jahre die Menschen ohne
die elementarsten Dienstleistungen und Waren ließen«.
Und jenen, »die in den 90er Jahren die Interessen der oligarchischen
Strukturen bedienten und nationales Vermögen verschleuderten«.
Nicht enden wollende Ovationen und Hochrufe auf den Herrn Präsidenten.
Wie einst auf dem XVII. Parteitag der KPdSU 1934, auf Stalins
»Parteitag der Sieger«.
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| 28.11.2007 |
Nicht in unserem Namen |
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Von Rüdiger Göbel
Besetzte gegen Besatzer – Demonstration am Dienstag in Gaza
Frei nach dem Motto der US-Friedensbewegung »Nicht in unserem
Namen« haben Zehntausende Palästinenser gegen die Nahostkonferenz
von Annapolis demonstriert. Während die Proteste am Dienstag
im Gazastreifen von der regierenden Hamas unterstützt wurden,
gingen im Westjordanland bewaffnete Fatah-Milizen gegen Gipfelgegner
vor. Die vom Westen unterstützte palästinensische Führung
um Präsident Mahmud Abbas hatte bereits am Montag in ihrem
Einflußbereich jede Form des Protestes gegen das internationale
Treffen in Übersee untersagt. »Wir haben entschieden,
das Abhalten von Demonstrationen, Kundgebungen und Pressekonferenzen
zu verbieten, die sich gegen das Treffen in Annapolis richten«,
teilte Informationsminister Rijad Al Maliki lapidar mit. »Wir
wollen, daß die Konferenz ein Erfolg wird.« Abbas’
Auftritt an der Seite von US-Präsident George W. Bush und von
Israels Regierungschef Ehud Olmert im Land der Freien und Gleichen
tat die Einschränkung der Demonstrationsfreiheit keinerlei
Abbruch.
Die in Gaza regierende Hamas bekräftigte dagegen, mögliche
Ergebnisse des Treffens von Bush, Olmert und Abbas nicht anzuerkennen.
»Die Entscheidungen, die in Annapolis getroffen werden,
sind für das palästinensische Volk nicht bindend«,
betonte Hamas-Sprecher Fausi Barhum am Dienstag gegenüber
der Nachrichtenagentur AFP. Wie auch: Obwohl die Hamas bei den
letzten regulären Wahlen in den palästinensischen Gebieten
die absoute Mehrheit der Stimmen erzielt hatte, war sie nicht
in die USA eingeladen worden. Und so hatte die Organisation am
Montag abend in Gaza kurzerhand eine »Gegenkonferenz«
veranstaltet, um auf »Gefahren einer Normalisierung der
Beziehungen zu Israel« hinzuweisen.
Iran lud am Dienstag Interessierte für die kommenden Tage
zu einem alternativen Nahostgipfel nach Teheran ein. Vertreter
aller palästinensischen Organisationen, »die für
die Befreiung ihres Landes kämpfen«, würden in
dieser oder der kommenden Woche erwartet, sagte Regierungssprecher
Gholamhossein Elham in der iranischen Hauptstadt. »Annapolis
repräsentiert nicht die Palästinenser und läuft
ihren Rechten zuwider.« Israel habe als Besatzungsmacht
in den palästinensischen Gebieten »Verbrechen gegen
die Menschlichkeit« zu verantworten und besitze daher keine
Legitimität.
Gastgeber Bush verbreitete Zweckoptimismus. Es sei jetzt der
»richtige Moment« für eine Nahost-Friedensregelung
gekommen, meinte der US-Präsident zum Gipfelauftakt am Dienstag.
Dabei konnte sich Israel bis dahin noch nicht einmal mit dem prowestlichen
palästinensischen Vertreter Abbas auf eine gemeinsame Erklärung
zur Aufnahme von Friedensverhandlungen einigen. Ohne die schützende
Hand von Washington und der EU könnte sich die nahöstliche
Besatzungsmacht eine solche Blockadepolitik nicht leisten.
Es blieb Nichtregierungsorganisationen vorbehalten, auf die »humanitäre
und politische Krise« im Gazastreifen aufmerksam zu machen.
40 internationale, israelische und palästinensische Gruppen
forderten zum Gipfelbeginn ein sofortiges Ende der israelischen
Blockade und ein Ende der internationalen Isolation. In dem von
medico international in Frankfurt am Main verbreiteten Aufruf
hieß es unter anderem: »Wir fordern alle verantwortlichen
Parteien, insbesondere aber den israelischen Staat, der nach wie
vor die Besatzungsmacht mit effektiver Kontrolle ausübt,
auf, Kollektivstrafen der Zivilbevölkerung sofort zu beenden.«
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| 25.11.2007 |
Gendarmen als Bombenleger? |
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Zwei überraschende Verhaftungen in Luxemburg
Luxemburg (boß) Wenn eine "Kriminalgeschichte"
Luxemburg in Atem gehalten hat, dann waren es die annähernd
20 Bombenanschläge auf Sendemasten und Hochspannungsleitungen
in den Jahren 1984 - 86. Überraschend sind nun am Freitag
zwei ehemalige Mitglieder einer Spezialeinheit der Gendarmerie
festgenommen und am Samstag von der Untersuchungsrichterin 15
Stunden lang verhört worden.
Auf Anfrage wurden die Namen der Polizeibeamten nicht genannt.
Da die beiden Männer jegliche Tatbeteiligung bestritten,
wurden sie auf freien Fuß gesetzt. Allerdings verlautete
seitens der Staatsanwaltschaft in einer eilends anberaumten Pressekonferenz,
dass ausreichende Beweise vorlägen, um Anklage zu erheben.
So hätten sie beispielsweise über Insider-Kenntnisse
verfügt und die Schwächen der Sicherheitskräfte
bis ins Deteil gekannt.
Die Staatsanwaltschaft geht von weiteren Verhaftungen aus. Die
Ermittlungen laufen auf Hochtouren weiter. Die Auswertung von
DNA-Spuren erbringt möglicherweise weitere Indizien gegen
die Täter.
Sogar auf höchster politischer Ebene hatte Premierminister
Juncker vor Jahren mit einem vermeintlichen Zeugen vertrauliche
Gespräche geführt.
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| 25.11.2007 |
Massenenteignungen in den USA und Großbritannien |
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25. November 2007 “Enteignung” ist ein Begriff,
den die westliche Hemisphäre vor allem mit “dem Kommunismus”
in Verbindung bringt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden beispielsweise
in der DDR durch eine Bodenreform Großgrundbesitz in Staatseigentum
überführt. Daß es auch in den sogenannten “demokratischen
Ländern” Enteignungen gab und gibt wird selten thematisiert,
doch Aktienbesitzer kennen den Begriff des “Sqeeze out”,
bei dem Kleinstaktionäre durch Großaktionäre enteignet
werden können. Doch Enteignungen ganz anderer Größenordnungen
stehen jetzt ausgerechnet in den Heimatländern der neoliberalen
Wirtschaftsideologie bevor und Anlaß dafür gibt die Kreditkrise.
Spiegel-Online schreibt:
Die Krise an den Finanzmärkten geht in die zweite Runde
- und die könnte schlimmer werden als die erste. In Großbritannien
fürchten Zehntausende, in den USA Hunderttausende Familien
die Zwangsversteigerung.
Hunderttausende - man muß sich das auf der Zunge zergehen
lassen - 100.000de Häuser, die von Menschen bewohnt werden,
stehen von der Zwangsversteigerung. Die Bewohner können die
Raten der mit Hypothekenkrediten gekauften Häuser nicht mehr
bezahlen und die kreditgebenden Banken fordern ihre vertraglich
vereinbarten Tribute. Die Versteigerungen bedeuten vor allem eines:
Eigentumsübertragungen in Größenordnungen! Verkaufen
müssen hunderttausende Kleine, kaufen werden natürlich
vor allem die Großen - denn wer hat das Geld, um sich die
Grundstücke samt Immobilien unter den Nagel zu reißen?
Ganz sicher nicht die verschuldete Unter- und Mittelschicht.
Nun kann man argumentieren: Vertrag ist Vertrag! Wer sich Geld
leiht, muß dieses plus vereinbarterter Zinsen entsprechend
tilgen, wer nicht tilgt, muß anderweitig zahlen. In der
individuellen Sichtweise mag dies stimmen, aber gilt dies auch
aus gesellschaftlicher Sicht? Die Leistung des Hausbaus wurde
längst erbracht, die Bauleute und Architekten sind längst
entlohnt und die Häuser stehen da und werden genutzt und
bewohnt. Wem entsteht ein Schaden, wenn dies weiterhin passiert?
Vielmehr ist es doch so, daß bei den Zwangsversteigerungen
die Häuser samt Grundstücken zunehmend in die Hände
vermögender Menschen geraten werden, die ganz sicher nicht
noch ein Haus bewohnen werden, sondern es lediglich besitzen wollen.
Besitzen, um von aktuellen oder künftigen Bewohnern Mietzahlungen
zu generieren, die ihr Vermögen steigern werden - und für
welches die Bewohner arbeiten müssen. Die Mietzahlungen sind
in diesem Fall nichts anderes als der Tribut für die Nutzung
eines Hauses, daß der Besitzer eh nicht selbst nutzen könnte
- ein Tribut vergleichbar mit dem “Zehnt” aus dem
Feudalismus. Welche Leistung erbringt der künftige Hausbesitzer
im Gegenzug? Keine! Denn er hat das Haus nicht gebaut, das taten
die Architekten und Bauleute, er hat nur die Zwangssituation der
Kreditkrise genutzt, um sich zu bereichern. Mit dem Ergebnis,
daß hunderttausende Menschen quasi in die Leibeigenschaft
verbannt werden, denn mit dem Zwangsverkauf ihrer Häuser
werden sie ihre Schulden noch nicht los sein, und so lange sie
Schulden haben müssen sie ihre Lebenszeit dafür aufwenden,
den (durch das Banksystem verschleierten Gläubiger) zu bedienen,
indem sie quasi für ihn arbeiten gehen. Ein Hauch von moderner
Sklaverei steckt in diesem Mechanismus.
Zwei Fragen tun sich auf:
Wie reagieren hunderttausende auf die Aussicht, ihr Leben ohne
Haus und in Sklaverei zu verbringen?
Wann kommt der Mechanismus auf breiter Front auch nach Europa,
denn auch hier werden steigende Zinsen Hypotheken und andere Kredite
teurer machen und Träger bis zur Enteignung ruinieren?
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| 17.11.2007 |
Iran rehabilitiert |
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http://www.jungewelt.de/2007/11-17/027.php
ElBaradeis IAEA-Bericht bestätigt: Teherans Atomprogramm
ist ausschließlich friedlich. Enttäuschung und Ärger
bei westlichen Regierungen
Knut Mellenthin
Mit Enttäuschung und Ärger haben die Regierungen des
Westens am Freitag auf den jüngsten Bericht der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) über das iranische Atomprogramm
reagiert. Israelische Politiker forderten sogar den Rücktritt
von IAEA-Generaldirektor Mohamed ElBaradei. Im Iran hingegen wird
der Bericht als neuerliche Bestätigung für den ausschließlich
friedlichen Charakter des Atomprogramms gewertet.
Das von der IAEA offiziell noch nicht veröffentlichte, aber
bereits im Internet zugängliche Dokument hat neun Seiten
Umfang und beschäftigt sich mit zwei Themen: Im Hauptteil
werden detailliert die Ergebnisse der seit August geführten
Untersuchung über »ausstehende Fragen« der Entwicklungsgeschichte
des iranischen Atomprogramms dargestellt. Im Anschluß daran
wird über den aktuellen Stand der Arbeiten an der Urananreicherung
und am Bau eines Schwerwasserreaktors in Arrak berichtet.
Angaben bestätigt
Im historischen Teil des Papiers wird zu wesentlichen, bisher
nicht endgültig geklärten Fragen jetzt eindeutig festgestellt,
daß die von iranischer Seite gemachten Angaben als bestätigt
und bewiesen anzusehen seien. Einige noch offene Punkte sollen
planmäßig »in wenigen Wochen« und »in
nächster Zeit« abgeschlossen werden. ElBaradei hat
dafür das Jahresende als Termin gesetzt. Daß immer
noch nicht alle Fragen vollständig geklärt sind, ist
–wie es im Bericht wörtlich heißt – begründet
durch die »lange Geschichte und Komplexität des Programms«.
Die IAEA hat vom Iran nicht nur eine vollständige Chronologie
aller Ereignisse gefordert und erhalten, sondern hat sich auch
die Teilnehmerlisten von bis zu 20 Jahren zurückliegenden
Beratungen geben lassen, um anschließend Einzelgespräche
mit den beteiligten Personen zu führen. Schwierige Fragen,
wie beispielsweise die Gründe für die Schließung
einer Uranmine im Jahr 1993, wurden genau erforscht. Umso beachtlicher
sind die Ergebnisse, die die Iraner in allen bisher abgeschlossenen
Punkten ohne Einschränkung rehabilitieren. Im Bericht wird
überdies festgestellt, daß die iranische Seite der
IAEA in zufriedenstellender Weise Zugang zu allen beteiligten
Personen ermöglicht und alle Fragen in angemessener Zeit
beantwortet hat.
Unter IAEA-Kontrolle
Die Klärung der Geschichte des iranischen Atomprogramms ist
von allergrößter Bedeutung, weil die gegen Iran verhängten
Sondermaßnahmen, wie etwa die Forderung nach Einstellung
aller Arbeiten an der Urananreicherung, ausschließlich mit
offenen Fragen aus der Vergangenheit begründet worden sind.
Der Atomwaffensperrvertrag (NPT) bietet keine Handhabe, dem Iran
die Urananreicherung oder auch den Bau eines Schwerwasserreaktors
zu verbieten.
Daher ist es aus rechtlicher Sicht auch unerheblich, daß
in ElBaradeis jüngstem Bericht erneut festgestellt wird,
was vom Iran gar nicht bestritten wird und nach dem NPT nicht
zu beanstanden ist: Die Arbeiten an der Urananreicherung gehen
weiter. Iran hat zur Zeit 3000 Gaszentrifugen in Betrieb, wenn
auch nicht mit voller Kapazität. Der Prozeß steht unter
vollständiger, strikter Kontrolle der IAEA, ebenso wie das
gesamte bisher produzierte angereicherte Uran. Der höchste
von der IAEA gemessene Anreicherungsgrad ist vier Prozent. Für
die Herstellung von waffenfähigem Uran wären 80 bis
90 Prozent erforderlich.
* IAEA-Bericht: graphics8.nytimes.com/packages/pdf/world/20071115IAEA-report.pdf
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| 11.11.2007 |
Der grösste Betrug der Geschichte
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Der Gründer des Wetterkanals
in den USA (The Weather Channel), John Coleman, sagt folgendes über
die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung.
Es ist der grösste Betrug der Geschichte. Ich bin deshalb
bestürzt, aufgebracht und tief verletzt. Die Klimaerwärmung,
es ist ein Betrug. Einige niederträchtige Wissenschaftler
mit umweltpolitischen Motiven haben die Klimadaten manipuliert
um die Illusion einer fortschreitenden globalen Erwärmung
aufzubauen. Andere Wissenschaftler, die ähnlich spinnen,
sprangen auf den Zug und „suchten“ nach Beweisen für
diese völlig einseitige und erfundene Behauptung einer Klimaerwärmung.
Ihre Freunde in den Regierungen steuerten riesige Forschungsbudgets
in ihre Richtung um diese Lüge zu untermauern. Bald behaupteten
sie, es gebe eine Einstimmigkeit in der Wissenschaft über
dieses vom Menschen verursachte Phänomen.
Die Umweltextremisten zusammen mit gewissen Politikern spannten
zusammen mit den Film- und Medienleuten sowie Umweltjournalisten
um dieses „wissenschaftliche“ Bild einer Katastrophe
aufzubauen, welches unsere Zivilisation bedroht, als Konsequenz
der Klimaerwärmung, außer wir folgen ihre radikale
Agenda. Jetzt ist diese absurde und manipulierte Wissenschaft
als Tatsache akzeptiert und ein Glaubensbekenntnis für die
Massenmedien, den politischen Parteien, den Schulunterricht und
vielen leichtgläubigen umweltbewussten Menschen geworden.
Gegenmeinungen werden nicht toleriert und mit vernichtender Kritik
abgewiesen.
Ich bin nicht gegen Umweltschutz. Ich bin auch nicht gegen eine
politische Einstellung darüber der Parteien. Nur, die Klimaerwärmung
hat nichts mit Umweltschutz oder Politik zu tun. Es ist auch keine
Religion. Es ist auch nicht etwas an das man „glaubt“.
Es ist eine Wissenschaft, die Wissenschaft der Meteorologie. Dies
ist meine lebenslange Expertise. Und ich sage die Klimaerwärmung
ist viel Gerede um nichts, eine fabrizierte Krise und totaler
Betrug. Ich sage das, obwohl ich weiß, ihr glaubt mir nicht,
einem TV-Wetterfrosch, der es wagt den Nobelpreisträger und
Emmy Gewinner, ehemaligen US Vizepräsidenten zu widersprechen.
Dann ist es halt so.
Ich habe Dutzende wissenschaftliche Arbeiten gelesen. Ich habe
mit einer Vielzahl an Wissenschaftlern gesprochen. Ich habe das
Thema studiert, darüber nachgedacht und ich weiß ich
habe recht. Es gibt keine galoppierende Klimaerwärmung. Der
Einfluss der Menschen auf das Klima ist nicht katastrophal. Unser
Planet ist nicht in Gefahr. Ich bin aufgebracht durch den unglaublichen
Medienglanz, die politisch korrekte Blödheit und die barsche
Ablehnung von Gegenargumenten durch die Hohenpriester der Klimaerwärmung.
Ich bin nicht alleine in dieser Beurteilung. Es gibt hunderte
andere Meteorologen, viele mit Doktortitel, die genau so sicher
sind wie ich, diese Klimahysterie basiert auf schlechter Wissenschaft
und ist Blödsinn.
Mit der Zeit, in ein oder zwei Jahrzehnten, wird dieser hanebüchener
Betrug offensichtlich sein. Wenn die vorhergesagten Katastrophen,
wie der Temperaturanstieg, Polkappenschmelze, Überflutung
der Küsten, die Superstürme, nicht eintreffen, werden
alle erkennen, wir wurden gelackmeiert. Der Himmel stürzt
nicht ein. Und die natürlichen Zyklen und Verschiebungen
sind für die Veränderungen des Klimas verantwortlich.
Ich bin der festen Überzeugung, wir werden in den nächsten
20 Jahren genau so wahrscheinlich einen Trend zur Abkühlung
wie zur Erwärmung sehen. (JC)
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| 08.11.2007 |
Im Internet entdeckt |
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Man verwöhnt uns ja richtig - hoffentlich wird die Landung
in der real existierenden Realität nicht wieder so hart!
FUFOR Eilmeldung 07.11.07
Das türkische Fernsehen bestätigt heute die Massenverhaftungen
in den USA
und sprach von einem unmittelbaren Zusammenbruch des Landes. Demzufolge
würde das ganze Finanzsystem zusammenbrechen. Als Termin
wurde das kommende
Wochenende genannt. Aus deutschen Bankenkreisen sickerten heute
Insiderinfo
durch, wonach das BRD-System dieses Wochenende nicht überleben
werde! Hier
werden aus verschiedenen Ländern gleichlautende Endzenarien
genannt, ein
Zufall scheidet ganz klar aus.
Der bereits im August geplante Lokführerstreik der GDL mußte,
da das
Finanzsystem noch einmal gerettet werden konnte, dahindümpeln
um das
Finale nun mit dem Streik im Güterverkehr zu erreichen! Alles
Zufall?!
Hier gibt es ganz klar eine höhere "Regie"!
Auf alle Fälle wird es ein stürmisches Wochenende im
Germanen-Land, denn
ein schwerer Nord-Weststurm mit Orkan-Böen um ca.120km/h
mit Sturmflut
ist an der Nordseeküste angesagt!
Zu diesen Meldungen gesellen sich Info's von massiven russ. Militärbeweg-
ungen zu Wasser und in der Luft im Bereich des Kaspischen Meeres.
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| 05.08.2007 |
Iraks Regierung vor dem Zusammenbruch |
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VON BIRGIT CERHA, 03.08.07, 23:10h, AKTUALISIERT 04.08.07, 10:57h
US Soldaten auf dem Weg zurück in ihr Lager außerhalb
von Falludscha
Artikel mailen
Druckfassung
Wir erleben die gefährlichste politische Krise“, seit
sich der neue Irak 2005 zu einer demokratischen Verfassung durchrang.
Die Worte des stellvertretenden irakischen Premierministers Barham
Salih können kaum alarmierender klingen. Sie begleiten die
offene „Enttäuschung“ über den ausbleibenden
politischen Fortschritt im Irak, die US-Verteidigungsminister
Gates am Freitag unverblümt aussprach.
Massivstes Drängen der Regierung Bush, bis spätestens
Juli wichtige Gesetze über die Aufteilung des Ölreichtums,
die Wiederzulassung von Angehörigen der Baath-Partei des
gestürzten Diktators Saddam Hussein zu Regierungsposten und
über die Festsetzung von Daten für Regionalwahlen zu
verabschieden, half nichts. Die Abgeordneten brachen unverrichteter
Dinge in die Ferien auf. Das Volk und vor allem die Amerikaner
warten immer noch, dass Iraks Politiker mit Hilfe dieser Gesetze
die Basis für die nationale Versöhnung und damit für
ein Ende der mörderischen Gewalt im Zweistromland schaffen.
Allmählich verliert die gequälte Bevölkerung alle
Hoffnung, dass die von ihnen häufig unter Einsatz ihres Lebens
gewählten Politiker dem Land den heißersehnten Frieden
bescheren können.
Alle Anzeichen lassen das Gegenteil erkennen. So wurden in der
vergangenen Woche die euphorischen nationalen Gefühle über
den Sieg der irakischen Fußballmannschaft im Asia-Cup wieder
im Blut ertränkt. So rasch bewiesen die politischen Führer,
dass sie nicht in der Lage sind, Eigeninteressen dem nationalen
Wohl zu opfern. Premier Nuri al-Maliki, schon lange von den Amerikanern
wegen seiner mangelnden Führungsfähigkeiten heftig kritisiert,
ringt um sein politisches Überleben. Seine Regierung und
mit ihr das gesamte mühselig mit Hilfe der USA erarbeitete
politische Quotensystem, das religiösen und ethnischen Gruppen
entsprechend ihrer Stärke politische Beteiligung sichert,
stehen am Rande des Zusammenbruchs.
Verzweifelt appelliert Maliki an die „Irakische Konsensfront“,
den mit 44 Abgeordneten größten Block arabischer Sunniten
im Parlament, seine Entscheidung, die sechs Minister aus der Regierung
abzuziehen, nochmals zu überdenken. Durch den Auszug der
Front sitzen nur noch zwei arabische Sunniten in der Regierung.
Nachdem der Block des Schiitengeistlichen Moqtada Sadr vor wenigen
Monaten seine fünf Minister aus der Regierung zurückgezogen
hatte, ist ein Viertel der Ministerposten nun offen. Maliki könnte
pro forma weiterregieren, wenn nicht auch die laizistischen Schiiten
unter dem früheren Premier Iyad Allawi wie angedroht mit
ihren 25 Abgeordneten dem Premier ihre Unterstützung versagen.
Glaubwürdigkeit verloren
In jedem Fall aber hat der Regierungschef im Volk bereits jede
Glaubwürdigkeit verloren. Die Hoffnung, den lange versprochenen
Prozess der nationalen Versöhnung endlich in die Wege zu
leiten, scheint vollends zerstoben. Die „Irakische Konsensfront“
entschied sich zum Boykott, nachdem Maliki elf ihrer Forderungen
nicht erfüllt hatte, darunter eine allgemeine Amnestie und
- vorrangig - die Auflösung der Milizen. Maliki würde
damit aber sein Amt als Regierungschef riskieren, da ihm schiitische
Parteien, die die schlagkräftigsten Milizen unterhalten,
sein politisches Überleben garantieren.
Zugleich versuchen hinter den Kulissen diverse schiitische Politiker
immer intensiver, Malikis Sessel zu erklimmen. „Jeder politische
Block arbeitet heute nur noch für seine Interessen“,
klagt der irakische Politologe Hadi Aliwa. „Regionale und
internationale Faktoren (die US-Besatzung, Iran und Saudi-Arabien)
beeinflussen den gesamten Prozess.“ Die Entscheidung der
„Konsensfront“ ist umso schwerwiegender, da sie zugleich
noch eine andere Hoffnung auf einen politischen Ausweg aus der
nationalen Krise zerstört. Auf Drängen der Amerikaner
versuchen einige Parteien, darunter die kurdische Allianz, Malikis
Al-Dawa, die größte Schiitenpartei „Höchster
Rat für einen islamischen Irak“ (SIIC) im Parlament
einen „Block der Gemäßigten“ zu bilden,
der endlich das Land aus der politischen Lähmung führen
soll.
Dem Block sollte sich auch die „Islamische Partei“
von Vizepräsident Tariq al-Hashimi, die gemäßigste
Gruppierung in der „Konsensfront“, anschließen.
Doch Hashimi beharrt nun auf dem Boykott der Regierung. Es sei
denn, Maliki ringe sich zu weit reichenden Konzessionen durch.
Ohne Beteiligung arabischer Sunniten aber wird dieser neue Block
nicht die nötige Legitimität für durchgreifende
politische Entscheidungen gewinnen. Der Premier hat nun praktisch
nur noch zwei Optionen. Er könnte eine Regierung unabhängiger
Technokraten bilden oder zugunsten einer qualifizierteren Persönlichkeit
zurücktreten.
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| 01.08.2007 |
Operation Ore`, Teil 2: Die Berühmtheiten
unter den Verdächtigten, die Rolle der Polizei |
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Karl Weiss - “Operation Ore”, ist jene große Polizeioperation,
die 1999 in den USA begann und viele Zehntausende von angeblichen
Konsumenten von Kinderpornographie betraf, u.a. auch Pete Townshend.
Es hat sich im April/Mai 2007 endgültig herausgestellt, dass
sie alle – oder fast alle – Opfer von Ringen von Kreditkartenbetrügern
wurden. Sie wurden angeklagt und zum Teil aufgrund von völlig
unzureichenden Anhaltspunktenverurteilt (ihre Kreditkartendaten
waren benutzt worden, um bestimmte Sites zu besuchen, unter denen
auch Kinderporno-Sites gewesen sein sollen).
Angeklagt: Musikgenie und ehemaliges The Who Mitglied Pete Townshend
Obwohl jetzt aufgrund der zähen Arbeit des britischen Journalisten
und Computer-Spezialisten Duncan Campbell erwiesen ist, sie dürften
(fast) alle unschuldig gewesen sein, negiert die Polizei weiterhin
die Rehabilitation der Verdächtigen, die zu Opfern wurden.
Aber, was das Unglaubliche ist: Nicht eines unserer Massenmedien
in Deutschland berichtet über diesen Skandal. Auch in Grossbritannien
gibt es wenig öffentliche Information, wo es allein 39 Selbstmorde
von so Angeklagten gab.
Die betroffenen „Celebrities“
Der bekannteste Fall in Grossbritannien (ausserhalb der Musiker-Fälle)
war der des Polizisten Brian Stevens, der zu jahrelangen entsetzten
Äusserungen in Leserbriefen und im Internet führte.
Es hatte kurz vor dem Beginn der „Operation Ore“
in England einen Aufsehen erregenden Fall gegeben, indem zwei
Mädchen, Holly und Jessika, entführt und ermordet worden
waren. Stevens hatte als Polizist in besonders herausragender
Weise während des ganzen Falls Jessikas Eltern beigestanden
und sie auf dem Laufenden gehalten. Die Intimität mit der
Familie ging so weit, dass sie den Polizisten auf der Beerdigung
ein Gedicht vortragen liess. Die Revolverblätter hatten tränentreibende
Geschichten veröffentlicht und Brian Stevens war fast zu
einer Art von Nationalhelden geworden, jedenfalls zum Beispiel
eines wirklich guten Menschen.
Eine Woche später ging die Nachricht durch den Blätterwald,
er sei wegen Kinderporno im Internet festgenommen worden.
Das Entsetzen war englandweit. Wenn ein so guter Mensch zu so
etwas fähig war, dann gab es niemand mehr, dem man trauen
konnte, niemand, der noch Hoffnung auf eine Zukunft der Menschheit
geben konnte, dann war alles verloren!
Selbst in deutschen Internetforen wurde dieser Fall diskutiert,
unter anderem unter der Überschrift „Da fehlen mir
die Worte“.
Stevens wurde vom Dienst suspendiert, musste Untersuchungshaft
und Hausdurchsuchung sowie die öffentliche Anprangerung über
sich ergehen lassen. Das letzte, was man von ihm gehört hat,
ist der Prozess gegen ihn, dessen Ausgang noch offen ist und die
Gewissheit, er werde aus dem Polizeidienst entlassen.
Mitbetroffen: Direktor der City Bank
Einer anderer der Betroffenen war der Direktor der englischen
Filiale der City Bank, John Adams. In den Jahren 1998 und 1999
wurde die Kreditkarte seiner Familie mehrmals von Verbrechern
belastet, in diesem Fall die bekannte Gambino-Mafia-Familie, die
später Vorbild der Fernsehserie „The Sopranos“
war. Die Gambinos verkauften die Daten zum Teil und nutzten sie
auch selbst. Im Juni 1999 waren seine Kreditkarten-Daten erneut
zweimal benutzt worden, diesmal um auf eine der Kinderporno-Seiten
im Landslide-Netzwerk zuzugreifen (so jedenfalls 7 Jahre später
die Anklage der Polizei).
Im Mai 2006 sah sich Adam einer Armee von Polizisten gegenüber,
die in sein Haus eindrangen und alle persönlichen Sachen
der Familie durchwühlten. Die herbeigeholten Anwälte
machten die Polizisten auf die Möglichkeit des Kreditkartenschwindels
aufmerksam, aber nach deren Aussage grinsten diese nur darüber.
Sie hätten angeblich noch nie von Kreditkartenschwindel gehört.
Erst eine zweitägige Gerichtsverhandlung im September 2006
konnte klären, was passiert war. Adams, der bereits wusste,
was faul war, hatte sich auf keinen ‚Deal’ eingelassen.Schliesslich
gab die Polizei zu, er sei unschuldig und entschuldigte sich bei
ihm.
Britischer Nationaleld mitangeklagt
Ein anderer Berühmter unter den Opfern von „Operation
Ore“ war Paul Grout aus Hull, ein Arzt, der einen Einsatz
zur Rettung vom Menschenleben bei einem grossen Eisenbahnunfall
in Selby geleitet hatte und seitdem als Nationalheld in England
galt. Seine Kreditkartendaten wurden nicht Opfer der US-Mafia,
sondern von zwei indonesischen Gangstern gephished. Im Oktober
2002 drangen Polizisten „wie Sturmtruppen“ in sein
Haus ein, wie seine Frau berichtete. Danach kamen nach ihrer Aussage
„18 Monate reine Hölle“. Auf seinen Computern
und Datenträgern wurde nichts gefunden, trotzdem wurde er
der Anstiftung zur Verbreitung von Kinderporno angeklagt. Erst
nach zwei Jahren fand sich schliesslich ein Richter, der dem Albtraum
ein Ende bereitete. Der Richter seines Prozesses sagte, die Anklage
beruhe auf „Unsinn“ und wies die Geschworenen an,
ihn freizusprechen. Er konnte mit dem Berühmten-Bonus rechnen,
doch viele weniger Bekannte waren nicht so glücklich.
Angeklagt: Manager aus Brighton
Ein dritter mehr oder weniger Berühmter unter den Opfern
der modernen Hexenjagd war der leitende Manager einer Computerfirma
Brian Cooper aus Brighton. Er kaufte Fahradteile im Internet bei
einer US-Firma mit seiner Kreditkarte und wurde dabei von einem
Hacker aus Indonesien seiner Daten beraubt (auch andere Betroffene
in Grossbritannien gaben an, im Internet Fahradteile gekauft zu
haben). Bei der Hausdurchsuchung, die auch bei ihm mit absolut
übertriebenem Personalaufgebot durchgeführt wurde, sagte
man seiner Frau, er stelle eine Gefahr für die Kinder dar.
Man brauchte 6 Monate, um die Computer zu untersuchen und fand
nichts. Cooper hatte zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung bereits
die falschen Abbuchungungen auf seiner Kreditkarte angezeigt,
aber auch das half ihm nicht. Die Polizei weigerte sich, seine
Unschuld zu bestätigen und sich zu entschuldigen. Die E-Mail-Adresse,
unter der er angeblich Zugang zu Kinderporno erreicht haben sollte,
lautete a@a.com, was jeden vernünftigen Polizisten bereits
aufmerksam hätte werden müssen. Schliesslich, im April
2006, entschuldigte sich die Polizei von Sussex bei ihm und erklärte,
die Untersuchungen seinen offensichtlich unnötig gewesen.
The Who??? Die Musiker
Die bei weitem Berühmtesten unter den Betroffenen aber waren
die Rock-Musiker. Da war einmal der „Massive Attack“-Star
Robert del Naja (alias „3D“) und da war eben Pete
Townshend, der legendäre Vormann, Textschreiber und Komponist
von „The Who“, der auch als Solo-Musiker und in anderen
Gruppen wichtige Erfolge hatte. Einer seiner Songs, „Who
are you?“, ist heute Titelmelodie der häufig gesehenen
US-TV-Serie CSI. Inzwischen gibt es auch wieder „The Who“,
wobei von der Originalbesetzung Pete Townshend und Roger Daltrey
übrig geblieben sind.
Massive Attacke auf Stars: Massive Attack Star Robert del Naja
‚The Who’ sind eine der ersten grossen und einflussreichsten
Bands in der gesamten Geschichte des Rock ´n Roll. Ab dem
Moment, als ihr Song „My Generation“ 1965 in die Charts
kam, war der Rock nie wieder derselbe. Ihr Album „Thommy“
von 1969 hat die Art, Alben zu machen, grundlegend verändert.
Pete Townshend hat sogar die Anschlagtechnik der Gitarristen verändert,
als er die bekannte „Windmühle“ erfand. Auf dem
inzwischen legendären Festival von Woodstock in den USA waren
die Who eine der Hauptattraktionen. Aus der heutigen Sicht kann
Pete Townshend als einer der wesentlichsten Musiker des 20.Jahrhunderts
angesehen werden.
Townshend und del Naja waren – stellvertretend für
die anderen – vom ersten Moment der „Operation Ore“
an in den Mittelpunkt des Interesses getreten, denn die britische
Polizei hatte beide Namen gezielt an die Presse durchsickern lassen,
noch bevor die beiden selbst von ihrem Schicksal wussten.
Da immer mit dem Namen Pete Townshend verbunden, wurde die „Operation
Ore“ zu einem Medienereignis, was die reine Mitteilung von
Festnahmen und Hausdurchsuchungen niemals geworden wäre.
Die gesamte europäische Presse, das Fernsehen, die Rundfunksender
stürzten sich geifernd auf die neue Sensation: Pete Townshend
ist Kinderschänder! Kein noch so kleiner Fernsehsender, der
nicht seine Schwarte an dem Musiker wetzen musste: Pete Townshend
ist Kinderschänder!
Das ist, vor allem wenn man die persönliche Tragödie
von Pete Townshend in Betracht zieht, eine Ungehäuerlichkeit.
Als die Hausdurchsuchungen bei den Musikern begannen, auch hier
von einem Riesenaufgebot von Polizisten durchgeführt, war
bereits nach zehn Minuten die gesamte Presse und das Fernsehen
mit laufender Kamera vor dem Haus. Die Musiker wurden abgeführt
wie Schwerverbrecher, vor den Augen der Welt!
Sie wurden auch keineswegs nach kurzer Zeit wieder freigelassen,
wie das eigentlich hätte selbstverständlich sein müssen,
sondern bei del Naja wurde die volle Spanne von 48 Stunden ausgenutzt,
die man einen Verdächtigen ohne Haftbefehl festhalten kann,
während Pete Townshend die negative Seite der Berühmtheit
kennenlernte: Es wurde Untersuchungshaft gegen ihn verhängt
und eine Kaution festgelegt, bei deren Bezahlung er bedingt freikommen
könnte. Kaution zahlen bedeutet aber immer gleichzeitig Anerkennung
von Schuld. Wer unschuldig ist, braucht nicht auf Kaution freikommen.
Theoretisch!
Polizei verweigert Deatails
Auch viele anderen der Angeklagten der „Operation Ore“
wurden in Untersuchungshaft gesteckt und kamen nur gegen Kaution
frei, wodurch sie schon ihre Schuld anerkannt hatten. Bei Pete
Townshend, dem ersten in der Reihe, gab es ein besonderen Grund:
Er hatte bei seinem ersten Verhör in Polizeigewahrsam zugegeben,
sich im Internet Zugang zu einer Kinderporno-Site verschafft zu
haben. Man hatte ihm verweigert, Details dessen, was man ihm eigentlich
vorwarf, zu offenbaren und er war automatisch davon ausgegangen,
die Polizei hätte seinen tatsächlichen Ausflug in die
Welt des Kinderporno herausgefunden.
Pete Townshend hat nämlich ein spezielles Verhältnis
zur Frage des sexuellen Angriffs auf Kinder: Er ist sich fast
sicher, als Fünf- oder Sechsjähriger von einem Verwandten
missbraucht worden zu sein, denn er hatte Blitz-Erinnerungen an
solche Szenen. Dies ist typisch für vergewaltigte Kinder:
Sie verdrängen die Erinnerungen, sie kommen aber in bestimmten
Zusammenhängen als kurze, blitzartige ‚Flash-Lights’
in das Gedächtnis zurück.
Die Rock-Oper „Thommy“, deren Text und Musik von
Pete Townshend ist, enthält u.a. auch die Szene des von seinem
Onkel missbrauchten Titelhelden („I’m your wicked
uncle Ernie“).
Die Falle
Aus diesem Grund hatte Pete Townshend, der an seiner Biographie
arbeitete, versucht, sich besser an das Geschehene zu erinnern
und zu diesem Zweck eine Kinderporno-Site im Internet besucht,
denn er dachte, dann käme die Erinnerung an jene Szenen zurück.
Nur war jene Kinderpornosite keine von den Landslide-Sites, es
war ein völlig anderer Fall. Da er aber glaubte, erwischt
worden zu sein, versuchte er den verhörenden Beamten zu erklären,
warum er dies getan hatte.
Die hatten natürlich nichts anderes zu tun, als sofort der
Weltöffentlichkeit mitzuteilen, Pete Townshend hätte
gestanden.
Was daraus in den Massenmedien wurde, kann man sich vorstellen:
Pete Townshend ist Kinderschänder und er hat bereits gestanden!
Er hat behauptet, die Kinderpornosite für seine Biographie
angeklickt zu haben! Das ist die lausigste Ausrede des Jahrhunderts!
Del Naja wurde bereits nach einem Monat in dürren Worten
mitgeteilt, die Anklage sei fallengelassen worden, man habe nichts
auf den Computern gefunden. Eine Entschuldigung hat er bis heute
nicht erhalten. Allerdings hat das Britische Innenministerium
im Jahre 2006 die neue Kinder-Schutz-Organisation der britischen
Sicherheitskräfte mit einem Song an die Öffentlichkeit
gebracht, der von Del Naja geschrieben wurde, „Teardrop“.
Auch eine Art von Entschuldigung.
Pete Townshend dagegen war aufgrund seines voreiligen „Geständnisses“
tief im Fall verstrickt. In Wirklichkeit hatte man gar nichts
gegen ihn in der Hand. Auf seinen Computern wurde keinerlei Kinderporno
gefunden. Die Site, die er angeblich innnerhalb des Landslide-Netzwerkes
angeklickt haben sollte, mit Namen „Alberto“, hatte
ausserdem nichts mit Kinderporno zu tun.
Jedenfalls sahen seine Anwälte angesichts der allgemeinen
Hysterie über den bekannten Rockmusiker als Kinderschänder
(hatte man nicht schon immer gewusst, Rock-Musik ist kriminell?)
keinen besseren Ausweg, als ihm die Annahme der Kautionszahlung
und dann auch die Annahme des angebotenen Deals zu empfehlen.
So ist Pete Townshend heute auf der offiziellen britischen Liste
der „Sex Offenders“, wo eigentlich nur Kinderschänder
und Vergewaltiger und ähnliche Verbrecher gelistet sein sollten.
Pete Townshend beschreibt fast wortgleich mit Anderen die Zeit
unter Verdacht und Anklage als eine durchlebte Hölle und
die ganze Aktion als eine Hexenjagd.
Die Rolle der Polizei und der anderen Sicherheitsorgane
Die Polizei hat vom ersten Augenblick der Operation Ore an immer
versucht, den Unterschied zwischen Kinderschändern, die also
selbst Sex mit Kindern machen oder sie dazu veranlassen, Sex zu
machen sowie von Herstellern von Kinderpornos in Bild oder Video
und von Kinderporno-Verkäufern im Internet einerseits und
von reinen Konsumenten von Kinderporno andererseits zu verwischen.
Dadurch appellierte sie an die einstimmmige Empörung der
öffentlichen Meinung über Leute, die mit Kindern Sex
machen und über Leute, die Kinder zu Sex veranlassen und
fotografiern und filmen.
Nicht ein einziges Mal während der ganzen Vorgänge
hat jemand von der Polizei klargestellt, es handele sich ausschliesslich
um den Verdacht des KONSUMS von Kinderporno und nicht um Herstellung
oder Verbreitung von Kinderporno. Im Gegenteil, es wurden bei
einer Reihe von Angeklagten auch die Vorwürfe der Verbreitung
von Kinderporno mit in die Anklage aufgenommen, obwohl dafür
überhaupt keine Anhaltspunkte, geschweige denn Beweise vorlagen.
Bis heute verteidigt die britische Polizei die völlig unverhältnismässigen
Mittel der Operation u.a. damit, es sei ja eben auch in einer
Anzahl von Fällen um Verbreitung von Kinderporno gegangen.
Verurteilt wurde nie jemand für die Verbreitung. Damit steht
fest, Polizei und Staatsanwaltschaft haben böswillig gehandelt,
als sie den Vorwurf der Verbreitung mit in einige Anklagen aufnahmen.
Es ging darum, die Absurdität der ganzen Aktion zu verschleiern.
Hier ergibt sich auch eine Parallele mit der im Jahr 2007 von
der Polizei in Sachsen-Anhalt durchgeführten ‚Operation
Mikado’. Auch hier hatte man lediglich Konsumenten im Visier,
weil es zu umständlich war, die Täter zu finden, die
sich hinter einer philippinischen Site versteckten. Auch hier
wurde wieder und wieder in den Medien die Aussagen der Polizisten
und Staatasanwälte von ‚Kinderschändern’,
von ‚Kinderporno-Ringen im Internet’ und von ‚Pädophilen’
widergegeben, während in Wirklichkeit nur nach Konsumenten
gefahndet worden war.
In diesem Fall war ja die vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich
verbotene Rasterfahndung angewandt worden, also das Anwendung
eines Rasters, das automatisch und in der weiten Überzahl
Nicht-Betroffene erfasst. Als ein Rechtsanwalt gegen diesen Verfassungsbruch
Klage einreichte, tat der Vorsitzende des Verbandes der Kriminalbeamten
ein Übriges, wiederum die Unterschiede verwischend und erklärt,
ein Erfolg dieser Klage wäre ein Durchbruch für die
„Kinderschänder“. Die Vermischung der Täter
mit den Konsumenten hat also Methode.
Hauptsächlich aber haben Polizei, Richter und Staatsanwaltschaften
gesündigt, als sie völlig unverhältnismässige
Mittel im Verhältnis zum schlichten Vorwurf des Konsums eingesetzt
haben (noch einmal: das entspricht in der Schwere einer einfachen
Sachbeschädigung). Hausdurchsuchungen mit riesigen Anzahlen
von Polizisten, Untersuchungshaft, Durchsickern-Lassen von Namen
und Terminen von Hausdurchsuchungen an Presse und Fernsehen, Kautionen
für Freilassung, Deals mit den Verteidigern, all dies war
extrem unverhältnismässig zum Vorwurf des Konsums.
Der Eindruck bei allen, die irgendeinen Kontakt zu einem der
Verdächtigten hatten, war: Es konnte sich nicht um einfachen
Konsum von Kinderpornobildern handeln. Es musste auch zumindest
die Mitgliedschaft in Internet-Kinderpornoringen mit betroffen
sein.
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'Operation Ore': 39 Selbstmorde in Großbritannien
wegen hysterischer Ermittler |
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Karl Weiss - “Operation Ore”, das ist jene grosse Polizeioperation,
die 1999 in den USA begann und viele Zehntausende von angeblichen
Konsumenten von Kinderpornographie betraf, u.a. auch Pete Townshend.
Es hat sich im April/Mai 2007 endgültig herausgestellt, dass
sie alle – oder fast alle – Opfer von Ringen von Kreditkartenbetrügern
wurden. Ihre Kreditkartendaten waren benutzt worden, um bestimmte
Sites zu besuchen, unter denen auch Kinderporno-Sites gewesen sein
sollen. Sie wurden angeklagt und zum Teil auch verurteilt aufgrund
von völlig unzureichenden Anhaltspunkten
Obwohl jetzt aufgrund der zähen Arbeit des britischen Journalisten
und Computer-Spezialisten Duncan Campbell erwiesen ist, sie dürften
(fast) alle unschuldig gewesen sein, negiert die Polizei weiterhin
die Rehabilitation der Verdächtigen, die zu Opfern wurden.
Aber, was das Unglaubliche ist: Nicht eines unserer Massenmedien
in Deutschland berichtet über diesen Skandal. Auch in Grossbritannien
gibt es wenig öffentliche Information, wo es allein 39 Selbstmorde
von so Angeklagten gab.
Verdächtigt und öffentlich zerstört
Auch wenn in Deutschland dieser unglaubliche Fall von Verfolgung
Unschuldiger völlig von den Massenmedien unter den Teppich
gekehrt wird, zeigt er doch exemplarisch, welche absurden Blüten
die „Kinderporno“-Hysterie zu treiben vermag. 7272
Briten und mehr als 1400 Deutsche wurden 2002/2003 und später
völlig unschuldig der Kinderporno-Herstellung bzw. des Zusammenhangs
mit einem Internet-Kinderporno-Ring verdächtigt und öffentlich
angeschwärzt.
Die ganze Aktion genannt ‚Operation Avalanche, begann 1999
in den USA. In Grossbritannien hiess sie Operation Ore’,
in der Schweiz erhielt die Operation den Namen ‚Genesis’
in Deutschland „Operation Pecunia“ oder „Aktion
Pecunia“ und betraf ebenfalls Hunderte von Verdächtigen,
In den USA hatte das FBI einen Hinweis auf Kinderporno-Sites im
Internet bekommen und begann zu ermitteln. Man wurde dann auch
schnell fündig. Es gab einen Zugangsschlüssel-Verkäufer
für Internet-Sites, davon viele Porno-Seiten, mit dem Namen
‚Landslide’, dessen Besitzer ein gewisser Thomas Reedy
war. Angeblich waren unter den vielen Websites und Porno-Sites,
die über seine Eingangsseite unter der Bezeichnung ‚Keyz’
liefen (das ist eine Verballhornung von keys, also Schlüssel;
man kaufte dort Schlüssel zum Zugang zu anderen Websites),
auch Kinderporno-Seiten oder jedenfalls die Ankündigung von
solchen.
Eigentlich war das von der Firma ‚Landslide’ im Internet
angebotene ‚Keyz’-System eine Zahl- und Zugangsstelle
für andere Websites (einschliesslich einer Altersprüfung
in bestimmten Fällen; die Altersprüfung findet in den
USA durch die Kreditkarten statt, die üblicherweise nur Erwachsenen
haben). Es wurden über diese Zahl- und Zugangsstelle so viele
Websites angelaufen, die eine Bezahlung zum Zugang verlangten,
dass Reedy völlig die Übersicht verloren hatte, welche
Sites das waren. In seinem Prozess konnte er glaubhaft versichern,
er hatte nicht die geringste Ahnung, ob da eventuell auch Sites
mit Kinderpornographie dabei waren. Das nahm man ihm allerdings
nicht ab und er wurde verurteilt.
Tausende in der Porno Falle
Das FBI erwirkte einen Durchsuchungsbefehl und beschlagnahmte
die „Keyz“-Computer. Dort fand man die Nummern und
Namen der Kreditkartenbesitzer, die sich Zugang zu Seiten bei
‚Landslide’ erkauft hatten. Auf richterliche Anordnung
mussten die Kreditkartenorganisationen die Daten (Adressen usw.)
der dazugehörigen Kartenbesitzer herausrücken. Es handelte
sich weltweit um etwa 250 000 und allein in den USA um etwa 35
000 Personen, die so in den Verdacht gerieten, etwas mit Kinderpornographie
zu tun zu haben. In Großbritannien waren es 7 272, in Deutschland
über 1 400 Personen, in der Schweiz ebenfalls Hunderte von
Verdächtigen. Offenbar sind auch andere Länder betroffen,
aber darüber liegen keine Informationen vor.
Es war eine Mitteilung zusammen mit den anderen Dokumenten von
den USA in verschiedene Länder mit dem Inhalt geschickt worden:
„Auf der Startsite von ‚Landslide’ bzw. ‚Keyz’
habe es einen Knopf zum Klicken gegeben, der eindeutig als „Kinder-Pornographie“
gekennzeichnet war. Alle, die gezahlt hätten, mussten diesen
Knopf angeklickt haben. Damit, so die britische und wahrscheinlich
auch bundesrepublikanische) Polizei, sei ihre Schuld bewiesen,
auch wenn man kein Kinderporno auf den Computern findet.“
Später (2005) stellte sich heraus, dass diese Behauptung
nicht stimmte. Sie stammte aus der Aussage eines Polizisten, der
mit Untersuchungen betraut war und wurde später widerrufen.
Der Zugang zu ‚Landslide’ oder ‚Keyz’
hatte in Wirklichkeit zunächst nichts mit Kinderpornographie
zu tun, wenn auch innerhalb dieses Netzwerks tatsächlich
Kinderpornographie angetroffen worden sein soll.
Duncan Campbell, ein englischer Journalist und Computer-Experte,
der jahrelang Aufklärungs- und Recherche-Arbeit in diesen
Fall gesteckt hat und der im Jahr 2006 Zugang zu Kopien der Original-Festplatten
des ‚Keyz’-Netzwerks erhalten hat, beschreibt den
Zusammenhang folgendermassen:
„Wenn man auf die Startseite von ‚Keyz’ kam,
war nicht der geringste Hinweis auf Kinderporno zu finden. Ging
man dann auf eine bestimmte (von -zig) Unterseiten, tauchten unten
auf der Site so genannte Fremdanzeigen auf, die ständig wechselten.
Zu bestimmten Zeitpunkten konnte jemand, der auf diese Untersite
gestoßen war, dort den Hinweis finden: „Hier klicken
für Kinderporno“. Die entsprechenden Seiten, die dort
verlinkt waren (eventuell auch nur eine) gab es zum Zeitpunkt
der Untersuchungen 2006 nicht mehr.“
Erst mal alles Anklagen
Hätten die Ermittler in den USA damals direkt diese forensischen
Untersuchungen vorgenommen, wären sie wahrscheinlich noch
auf die tatsächlichen Kinderpornoseiten gestoßen oder
eventuell auch auf „Fake“-Seiten (die also nur abkassieren,
aber gar nichts zeigen). Es gibt keinerlei Belege, dass die eigentlichen
Hersteller der Kinderpornos auf diesen Seiten je zur Rechenschaft
gezogen wurden, sofern da wirklich Kinderporno zu sehen war.
In den USA wurden denn auch von den 35 000 Betroffenen lediglich
etwa 100 tatsächlich verurteilt, weil man zusätzliche
Beweise gefunden hatte, z.B. Kinderporno im Computer. Nicht so
in Großbritannien. Scotland Yard gab sich mit der genannten
Mitteilung zufrieden und klagte alle des Konsums von Kinderpornographie
an, deren Kreditkarten-Nummer von den US-Behörden übermittelt
worden waren.
Es hätte ausgereicht, die Computer von einem Fachmann untersuchen
zu lassen, wie das nun erst im Jahre 2006 geschah. Der hätte
sofort (und hat dann auch 2006/ Anfang 2007) die Spuren der Fälscher
gefunden. Die Kreditkartenüberweisungen wurden nämlich
nicht von einzelnen Websites, eine nach der Anderen, gemacht,
sondern pulkweise von nur wenigen Sites. Die Ergebnisse der forensichen
Untersuchungen der sechs Festplatten von ‚Keyz’ liegen
seit Anfang 2007 vor und wurden im Wesentlichen im April und Mai
2007 veröffentlicht.
Die britischen (und wohl auch deutschen) Behörden forderten
aber gar nicht Kopien der Original-Computer-Festplatten zur forensischen
Untersuchung an. Ebenso wenig wurde Steve Nelson als Zeuge einvernommen.
europaweit Verfolgungen, Festnahmen, Durchsuchungen
So wurden Tausende von Personen völlig unschuldig des Konsums
von Kinderporno angeklagt, aufgrund einer schriftlich übermittelten
nicht überprüften Aussage eines Polizisten, der niemals
in Großbritannien, der Schweiz oder der Bundesrepublik aussagte.
Immer nach dem Motto: „Großer Bruder von jenseits
des Atlantiks befiehl, wir folgen“.
Die Verfolgungen, Festnahmen, Durchsuchungen usw. in Europa begannen
2002/2003 und zogen sich bis vor kurzem hin. Ein Teil der Fälle
ist bis heute noch nicht zu den Akten gelegt.
In der Folge der Hausdurchsuchungen und Beschlagnahme von Hunderttausenden
von Festplatten, CDs, DVDs, Disketten und anderen Datenträgern
waren in den betroffenen Ländern für Jahre wesentliche
Teile der Ermittlungskapazitäten der Polizeiapparate lahm
gelegt, weil all dies Material auf Kinderpornos durchsucht werden
musste. Es kann nur vermutet werden, wie viele ernsthafte Verbrechen
ungesühnt blieben, weil man hinter vermeintlichen Kinderporno-Konsumenten
her war.
Man lese nur, welch schwerwiegender Polizei-Fehler inzwischen
bereits Teil einer Enzyklopädie, dem englischen ‚Wikipedia’
ist:
„...many of the people making charges at child porn sites
were using stolen credit card information (and the police arrested
the real owners of the credit cards, not the actual viewers).
Plus, thousands of credit card charges were made where there was
no access to a site, or access to only a dummy site. When the
police finally checked, they found 54,348 occurrences of stolen
credit card information in the Landslide database. The British
police failed to provide this information to the defendants, and
some implied that they had checked and found no evidence of credit
card fraud when no such check had been done. “
„...viele der Leute, die für den Zugang zu Kinderporno-Sites
zahlten, verwendeten gestohlene Kreditkarten-Informationen und
die Polizei nahm die wirklichen Kreditkartenbesitzer fest und
nicht jene, die wirklich Kinderporno sahen. Außerdem wurden
Tausende von Abbuchungen auf Kreditkarten gemacht, wo es überhaupt
keinen Zugang zu Kinderporno-Sites gab oder nur Zugang zu Schein-Sites
ohne Inhalt. Als die Polizei am Ende zusammenzählte, fanden
sie 54 348 Fälle von gestohlenen Kreditkarten-Informationen
in der ‚Landslide’- Daten-Basis. Die britische Polizei
gab diese Information aber nicht an die Verteidiger der Verdächtigen
weiter, einige Polizisten behaupteten sogar, sie hätten nach
Anzeichen von Kreditkartenbetrug gesucht, aber nichts gefunden,
obwohl eine solche Suche gar nicht stattgefunden hatte."
Es wird deutlich, was in England wirklich geschah: Anfänglich
sonnte sich die Polizei in der positiven Öffentlichkeit,
die sie gewann, als sie scheinbar Tausende von „abscheulichen
Kinderschänder-Nestern“ aushob.
Schwerwiegende Fehler vertuscht
Ab dann war es nur noch der Versuch, die wirklichen Tatsachen
unter dem Teppich zu halten und die anfänglich gemachten
schwerwiegenden Fehler zu rechtfertigen und zu vertuschen. Dazu
wurde gedreht, gefälscht und gelogen. Man entschied sich,
die einmal erfundene Geschichte weiterhin zu unterstützen,
auch wenn dafür alle Regeln der korrekten Polizeiarbeit missachtet
werden mussten.
Die Folgen waren tragisch. Es wurde das Leben vieler, vieler
Menschen zerstört:
“In the United Kingdom, it has led to 7,250 suspects identified,
4,283 homes searched, 3,744 arrests, 1,848 charged, 1,451 convictions,
493 cautioned, 879 investigations underway, 109 children removed
from suspected dangerous situations and at least 35 suicides.”
„Im Vereinigten Königreich (Grossbritannien) hat die
Operation zu 7 250 Verdächtigen geführt, 4 283 Wohnungen
wurden durchsucht, 3 744 Personen wurden festgenommen, 1 848 Personen
wurden angeklagt, 1451 verurteilt, 493 sind auf Kaution in Freiheit,
gegen 879 wird weiterhin ermittelt, 109 Kinder wurden aus vermuteten
„gefährlichen Situationen“ entfernt und mindestens
35 der angeklagten Personen begingen Selbstmord.“
Die Zahl der Selbstmorde, allein in Grossbritannien, ist inzwischen
auf 39 gestiegen. Wie viele sich in Deutschland umgebracht haben,
konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.
In den Tod getrieben
In der Praxis sah das typischerweise so aus: Das Haus oder die
Firma des Verdächtigen wurde von einer Heerschar von Polizisten
heimgesucht. Der Presse und anderen Medien gab man bereitwillig
Auskunft, wer und warum hier im Verdacht stehe. Innerhalb von
kurzer Zeit wurde die Nachricht in alle Winde gestreut: „Der
Herr X hat etwas mit Kinderporno im Internet zu tun!“
Die Familie, Nachbarn, Freunde, Kunden, Bekannte, Arbeitskollegen,
Vorgesetzte, Richter in Scheidungsprozessen (und Personen, die
bekannte Persönlichkeiten kannten,), Geschäftspartner,
Kunden, alle wussten, der Mann war mit einem Grossaufgebot der
Polizei wegen Kinderporno im Internet bedacht worden. Er musste
also ein Schwerverbrecher sein.
Das Leben tausender grundlegend zerstört
In fast allen Fällen wurde der Beschuldigte zumindest zeitweise
ins Gefängnis gesteckt, was für die Öffentlichkeit
den Eindruck schwerster Verbrechen noch verstärkte. Viele
kamen nur durch Bezahlen einer Kaution frei, was immer bereits
ein Anerkennen der Schuld beinhaltete und in der Regel nur bei
Verbrechen, nicht bei Vergehen, angewandt wird.
Angesichts der Tatsache, dass fast alle Menschen kaum jemand
mehr verabscheuen als solche, die Kinder missbrauchen und daraus
Vorteil mit Bildern im Internet schlagen, ist diejenige Person
damit erledigt. Außer vielleicht Kindermord gibt es keinen
vernichtenderen Verdacht als diesen. Es gibt kaum einen Bekannten
mehr, kaum ein Familienmitglied, kaum Freunde oder kaum Ehefrauen,
die mit so einem Individuum noch etwas zu tun haben wollen.
Macht man sich klar, dass fast alle Verdächtigen unschuldig
waren und niemals Kinderporno im Netz angesehen haben, geschweige
denn etwas mit der Herstellung solcher Pornofilme oder –Bilder
zu tun hatten, ist das schwerwiegend.
Zwar gab es in vielen Fällen vereinzelte Ehefrauen, Freunde
oder Bekannte, vor allem aber Mütter, die den verzweifelten
Beteuerungen der Betroffenen Glauben schenkten, sie hätten
nichts mit Kinderporno zu tun, aber fast alle wurden direkt in
die Hölle befördert, wie die meisten von ihnen das beschrieben:
Sie wurden entlassen, die Frauen ließen sich scheiden, Freunde
kannten sie nicht mehr, jegliche sozialen Kontakte wurden fast
unmöglich – aber am schwerwiegendsten war für
die meisten, denen das geschah: Die Kinder wurden ihnen weggenommen.
Dies betraf nicht nur die oben genannten 109 „Entfernungen
von gefährdeten Kindern“, sondern weit mehr, denn dazu
kamen die Fälle, in denen die geschiedenen Ehefrauen, die
natürlich die Kinder zugesprochen bekamen, mit dem Argument
dieser Verdächtigung jegliches Besuchsrecht des Vaters verhindern
konnten.
Auch heute noch, nachdem bereits klar geworden ist, dass es sich
praktisch ausschließlich um Unschuldige handelt, sind viele
Väter völlig von ihren Kindern getrennt.
Eine andere schwere Folge für einen Teil der Betroffenen
war die öffentliche Bloßstellung gegenüber Geschäftspartnern
ihrer Firmen. Wer wollte wohl noch mit verurteilten „Pädophilen“
irgendeine Art von Geschäften machen? Es ist nicht bekannt,
wie viele Unternehmen schließen mussten, aber auch der Verlust
von allen Computern einschließlich der Backup-Kopien und
damit von jeglicher Dokumentation führt regelmäßig
in solchen Fällen schon zum Schließen der Firma.
Dagegen steht das, was den Tausenden von Verdächtigen (in
Wirklichkeit Opfern) überhaupt vorgeworfen wurde, in keiner
Relation. Es handelte sich ja nicht um den Vorwurf, Kinder missbraucht
zu haben oder Fotos von Sex mit Kindern ins Internet gestellt
zu haben, sondern um den weit weniger schweren Vorwurf, sich im
Internet zur Verfügung stehende Bilder von Sex mit Kindern
angesehen zu haben.
Auf dieses Delikt (Konsum von Kinderporno) steht zum Beispiel
in Deutschland maximal 2 Jahre Gefängnis in schweren Fällen,
das entspricht dem Strafmass von Sachbeschädigung. Bei einer
Erstverurteilung heißt das in der Regel Geldstrafe oder
Strafe auf Bewährung. Der Schaden, der den Verdächtigten
entstand, wäre also auch dann nicht angemessen zum Vorwurf
gewesen, wenn es sich tatsächlich um Konsumenten von Kinderpornos
gehandelt hätte. Es ist möglich, dass sich unter den
Verdächtigten auch wirklich solche Konsumenten befanden,
aber das kann heute gar nicht mehr festgestellt werden –
vor allem nicht, da es keinen Zugang für eventuell von Verteidigern
beauftragten Sachverständige zu den sechs Original-Festplatten
des ‚Keyz’-Netzwerks oder Kopien davon gibt.
Schuldsprüche
Warum, so wird man nun natürlich fragen, sind dann aber wirklich
Viele verurteilt worden? Nun, in den USA wurden, sei es Zufall
oder nicht, bei etwa 100 der 35000 Betroffenen Kinderporno auf
den Computern angetroffen, das sind also 3 Promille der Verdächtigen.
Dies hätte schon zu Vorsicht in den anderen Ländern
führen müssen, denn es ist extrem unwahrscheinlich,
dass 99,7% derer, die Kinderporno im Internet kaufen, nichts davon
auf ihren Computer herunterladen. Da hätte der Verdacht auf
gestohlene Kreditkarten-Informationen schon automatisch kommen
müssen.
In Großbritannien wurden 1 451 Personen verurteilt, das
sind fast hundert Mal mehr im Verhältnis zu den 7 250 Verdächtigen
als im Vergleich in den USA. In den USA waren es 0,3%, in GB 20%.
Das hätte die Gerichtsbarkeit im UK schon aufmerksam werden
lassen müssen, denn die US-Gerichtsbarkeit hat nicht im mindesten
den Ruf, Kinderporno-Fälle lasch zu bestrafen, eher im Gegenteil.
Gehen wir näher in die Verurteilungen in England, so stellt
sich schnell heraus, fast alle beruhen auf einem ‚Deal’,
so wie auch jene von Pete Townshend. Das angelsächsische
Recht kennt die Möglichkeit von ‚Deals’, das
bedeutet, gegen den Preis, sich schuldig zu bekennen, wird der
Angeklagte nur zu einer geringen Strafe verurteilt (gering im
Verhältnis zum ursprünglichen Vorwurf). Da in diesem
Fall von Konsum von Kinderporno die möglichen Strafen sowieso
schon niedrig waren, blieben teilweise nur noch symbolische Strafen
übrig.
So erhielt zum Beispiel Pete Townshend, die berühmteste
der Personen, die angeklagt waren, nur eine „Strenge Verwarnung“,
musste sich dafür aber schuldig bekennen und dies ist auch
als strafrechtliche Verurteilung in den Akten. Ebenso ist er auf
der öffentlich zugänglichen Liste der „Sex-Offender“
(sexuelle Angreifer) geführt.
Nun benutzt die Polizei, im April 2007 zu diesen neuen Entdeckungen
über den Kreditkartenschwindel im Fall befragt, diese Tatsache
als Ausrede, um zu verhindern, sich entschuldigen und eigene Fehler
zugeben zu müssen. Man höre die Antwort, die der leitende
Polizist und Direktor des „Child Exploitation and Online
Protection Centre“ und wesentlicher Leiter der 'Operation
Ore' in England, Jim Gamble, dem BBC-Kanal 4 auf die Vorhaltungen
bezüglich des polizeilichen Vorgehens sagte:
„Es handelt sich hier nicht um Kreditkarten-Fälschung
(...) Der grösste Teil der Verurteilten hat sich ... vor
Gericht ... für schuldig erklärt.“
Das ist, um es vorsichtig auszudrücken, infam.
Sehen wir uns die Situation der 1 451 verurteilten Peronen an
(oder jedenfalls der überwältigenden Mehrheit von ihnen),
als die Gerichtsverfahren eröffnet wurden: Fast alle hatten
alles verloren, was ihnen lieb und teuer war, obwohl sie wussten,
sie waren unschuldig. Soweit sie Polizisten waren, Richter oder
Lehrer oder Seelsorger (es war auch ein stellvertretender Schulleiter
darunter), auch ihre Arbeit.
Zu all dem drohte ihnen nun auch noch eine Gefängnisstrafe,
denn die Verteidiger mussten ihnen mitteilen: Trotz der unakzeptablen
Beweislage (die eigentlich niemals hätte zu einer Verurteilung
führen dürfen, noch nicht einmal zu Haftbefehlen) würde
angesichts der aufgewühlten öffentlichen Meinung und
der allgemeinen öffentlichen Hysterie angesichts von Kinderpornofällen
eine Verurteilung extrem wahrscheinlich sein.
In dieser Situation wurde ihnen vom Staatsanwalt (der ja Verurteilungen
vorweisen muss) der Deal angeboten: Wenn er sich des Delikts Konsum
von Kinderporno schuldig erklärt, erhält er nur eine
symbolische Strafe (wie Townshend) oder eine Bewährungsstrafe.
So ging ein grosser Teil von ihnen auf den ‚Deal’
ein, was heute von den verantwortlichen Polizisten als Beweis
für das Zutreffen der Anklagen gewertet wird. So wird ein
System sich selbst erfüllender Prophezeiungen geschaffen,
basiert auf der allgemeinen Kinderporno-Hysterie. Die Organisation
der Geschädigten von Operation Ore nennt das moderne Hexenjagd.
Kreditkartenbetrug
Wie ging der Kreditkartenbetrug vor sich? Kriminelle Grossorganisationen
wie auch kleine Einzelverbrecher beschaffen sich die Kreditkartennummern,
Ablaufdaten, die dazugehörigen Namen und, wenn nötig,
auch die zweistellige Nummer auf der Rückseite der Karte,
die als Schutz gegen solchen Betrug gilt.
Dazu gibt es verschiedene Methoden. Die damals meist verwendete
ist das Hacken von Internet-Verkaufsseiten, wo der Käufer
alle diese Daten eingeben muss und wo sie der Hacker „abschöpft“.
Ein guter Hacker kann so Tausende von Datensätzen pro Tag
erlangen.
Eine andere Methode sind Lockvogel-Angebote zu unglaublich niedrigen
Preisen im Internet, wo man die Datensätze gutgläubiger
Käufer erlangt, das versprochene billige Gut aber natürlich
nie den Käufer erreicht.
Dieser letzte Fall war der Trick, mit dem man eine grosse Anzahl
der britischen Angeklagten der Operation Ore um ihre Kreditkarteninformationen
gebracht hatte. Es handelte sich in diesem Fall um eine in Florida
beheimatete Website, die Luxusgüter wie zum Beispiel ganze
Garten-Grills und ähnliches im Internet zu interessanten
Preisen zum Verkauf anboten. Das erklärt, warum relativ viele
gutsituierte Personen unter den Verdächtigen in Grossbritannien
waren.
Der dritte und heute meist verwendete Schwindel, um an einen
Satz kompletter Kreditkarten-Daten zu kommen, ist das heute als
„Phishing“ schon berühmte Verfahren. Man offeriert
den Zugang zu einer grossen Porno-Website (oder einer anderen
Site mit vielen Interessenten) zu einem extrem geringen Preis,
in der Anfangszeit meist ein Dollar, heute üblicherweise
1,99 Dollars. Man muss zum Bezahlen alle Karten- und persönlichen
Daten eingeben (angeblich, um eine Altersüberprüfung
durchzuführen) und schon hat der Verbrecher einen kompletten
Datensatz, den er selbst verwenden oder im Internet zum Verkauf
anbieten kann.
Diese Art von Kreditkartenschwindel wird „Carding“
genannt. Die Daten wurden von Mitte der Neunziger Jahren an in
internationalen Schwarzmärkten über das Internet zum
Kauf angeboten. Es gab Websites mit nur Mitgliederzutritt und
auch Chat-Gruppen, wie „Carders market“, „Dark
market“, „Talk Cash“ und „The Vouchard“,
in denen ganze Wagenladungen solcher gestohlener Kreditkarten-Informationen
angeboten und verkauft wurden. Die Preise reichten von 30 Dollar
für eine einzelne, noch nicht kriminell verwendete VISA-Gold-Karte
bis hin zu einem „Bulk“ von 4000 gestohlenen American-Express-Karten-Daten
zum Vorzugspreis von 10 000 Dollar, also gerade mal 2 Dollar 50
pro Stück.
„Carding“ über „Fake“- oder wirkliche
Porno-Sites ist der einfachste Weg, Millionen zu machen, denn
es braucht nichts geliefert zu werden. Man kann aus entfernten
Ländern arbeiten (so war die Website bei der letzthin von
der deutschen Polizei verfolgten ‚Operation Mikado’
auf den Philippinen gehostet).
Man öffnet eine Porno-Site, eventuell auch einfach nur ein
Titelblatt mit einem fetzigen Titel und benutzt nun die Kreditkarten-Daten,
die man gephished oder gekauft hat, um Abbuchungen von den Konten
der Kreditkartenbesitzer vorzunehmen. Daher kommen dann Zahlungen
im Bulk statt eine nach der anderen von einzelnen Seiten. Üblicherweise
werden kleinere Beträge von unter 50 Dollar im Einzelfall
abgebucht. Man wiederholt diese Abbuchungen monatlich, so als
ob der Kreditkartenbesitzer sich Zugang gekauft hätte mit
monatlichen Zahlungen.
Nur ein Teil der Kreditkartenbesitzer verlangen üblicherweise
die Rückzahlung von ihren Kreditkartenorganisationen über
die Bank, welche die Kreditkarte ausgestellt hat (was bei zurückliegenden
Fällen extrem schwierig und arbeitsaufwendig ist, wie der
Autor bestätigen kann, der selbst schon Opfer einer solchen
Straftat geworden ist). Die meisten der Kreditkartenbesitzer bemerken
diese Abbuchungen gar nicht oder können nicht herausfinden
wie man Rückzahlungen bekommt.
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| 07.07.2007 |
Suizide nehmen in Frankreich zu |
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Selbstmord im Atomkraftwerk
Selbstmord durch den Druck am Arbeitsplatz war lange ein Tabuthema
in Frankreich. Doch eine Studie bestätigt: Täglich wird
ein Selbstmord in unmittelbarem Zusammenhang mit der Arbeit begangen.
Damit steht Frankreich weltweit an dritter Stelle, nach der Ukraine
und den USA.
Von Ellen Ehni, ARD-Studio Paris
[Bildunterschrift: Das Atomkraftwerk Chinon: immer mehr Selbstmorde]
Vor allem in der Kernindustrie scheint der Druck am Arbeitspaltz
zu wachsen. Hier strukturiert der staatliche AKW-Betreiber EDF
seit rund sieben Jahren kräftig um: Kürzungen von Stellen,
Auslagerung besonders gefährlicher Arbeit an Subunternehmen,
Erweiterung der Aufgabenbereiche und Schichtarbeit.
Für viele Mitarbeiter ist das schwer zu ertragen. So nahmen
sich in der Zentrale von Chinon seit 2004 vier Mitarbeiter das
Leben Der erste von ihnen war Dominique Peutevynck. Mehr als die
Hälfte seines Lebens arbeitete der 49-Jährige in Chinon.
Er war zuständig für die Überwachung der Leitungssysteme.
Im August 2004 wurde der Techniker aber wegen einer Netzhautablösung
krank geschrieben. Wenige Tage später warf er sich in der
Nähe der Zentrale vor einen Zug. Seitdem kämpft sein
Sohn Jérôme vor Gericht für die Anerkennung
des Selbstmordes seines Vaters als Folge einer Berufskrankheit.
"Dieses Verfahren ist nicht nur persönlich für
mich wichtig, sondern auch für alle anderen, die so leiden
wie mein Vater, ohne vielleicht dann genauso weit zu gehen wie
er", sagte Jérôme Peutevynck.
Arzt: Mitarbeitern geht es psychisch schlecht
Grafik: EDF-Betriebsarzt Dominique Huez ]
Jérôme ist nicht der einzige, der die Arbeit für
den Selbstmord seines Vaters verantwortlich macht. Einen Zusammenhang
sieht auch Betriebsarzt Dominique Huez. Er behandelte Peutevynck
zwölf Jahre lang. Laut der Krankenakte litt Peutevynck seit
März 2003 an Depressionen und beklagte sich regelmäßig
über die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Für
den Arzt war Peutevynck ein gewissenhafter Mitarbeiter: "Er
hat sein ganzes Leben für den Job gegeben - und ich habe
gesehen, wie sich sein Gesundheitszustand dabei verschlechtert
hat", erzählt er - und nicht nur bei ihm. Sechs Monate
vor Peutevyncks Selbstmord sei es der "Hälfte der Mitarbeiter
psychisch sehr schlecht" gegangen, so der Arzt. Für
ihn ist das eine Folge der zunehmenden Arbeitsaufgaben und Belastung.
Seit 2003 habe er die Betriebsleitung alarmiert und auf die besorgniserregende
Lage der Mitarbeiter in der Leitungsüberwachung hingewiesen,
sagt er. Allerdings ohne Erfolg.
Im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes versucht der Noch-Monopolist
EDF Kosten einzusparen. Unter anderem wurde der Einkauf von Ersatzteilen
in Paris zentralisiert. Die Gewerkschaften beklagen, dass deshalb
häufig wichtige Teile fehlen. Michel Lallier von der Gewerkschaft
CGT erzählt, wie es in Chinon zugeht: "Wenn zum Beispiel
eine Computerspeicherkarte kaputtgeht, wir keine mehr haben oder
sie zu schwierig zu beschaffen ist, dann basteln wir halt daran
rum. Wir schweißen, wechseln Teile aus, verändern die
Karte. Dass wir in einem Atomkraftwerk so rumbasteln müssen,
ist unerträglich." Manche Ersatzteile müssten sogar
im Baumarkt wenige Kilometer von der Zentrale entfernt gekauft
werden, da sie nicht mehr vorrätig sind. Für die Mitarbeiter
sind diese Arbeitsbedingungen frustrierend.
Betriebsarzt Huez sieht darin eine große Gefahr und eine
der Hauptursachen, die zum Selbstmord führen können.
"Einige Mitarbeiter ziehen sich zurück, um sich zu schützen.
Das macht aus gesundheitlicher Sicht absolut Sinn. Andere können
nicht loslassen, weil sie zu recht denken, dass sie das letzte
Glied in der Kette sind." Nach dem Selbstmord von Dominique
Peutevynck haben die Berichte des Arztes immerhin Wirkung gezeigt:
Sechs zusätzliche Mitarbeiter wurden für die Überwachung
der Leitungssysteme eingestellt.
Auch in anderen Abteilungen: Depression und Suizid
[Bildunterschrift: Der 49-jährige EDF-Mitarbeiter Dominique
Peutevynck nahm sich als erster das Leben ]
Peutevyncks Abteilung ist allerdings nicht die einzige, die in
der Zentrale von Chinon Schwierigkeiten hat. Zwei Jahre nach ihm
bringt sich Jean-Pierre Levaillant um. Kopfschuss. Sein Arbeitskollege
Patrick Guillon kannte Levaillant 15 Jahre lang. Er ist sich sicher,
dass sich Levaillant wegen der Arbeit umgebracht hat. Zwei Tage
vor seinem Selbstmord habe er ihn das letzte Mal gesehen. "Levaillant
wollte aus dem Atomkraftwerk weg, weil es hier zu viel Stress
und zu viel Druck gibt, und zu einem normalen Kraftwerk wechseln.
Beim Einstellungsgespräch dort haben sie ihm dann gesagt,
dass sie sich freuen, wenn er mit seiner Erfahrung aus der Kernkraft
kommt - denn auch in normalen Kraftwerken soll jetzt die Produktivität
erhöht werden."
Nur drei Monate später nimmt sich wieder ein Kollege das
Leben. Guy Saldana erschießt sich im Garten seines Hauses.
Wie Peutevynck litt Saldana unter schweren Depressionen. Seine
Witwe will EDF nicht für den Selbstmord ihres Mannes verantwortlich
machen, aber sein Freund und Arbeitskollege Didier Penneteau erzählt,
Saldana habe oft von dem nicht auszuhaltenden Druck in der Zentrale
gesprochen.
Wieder drei Monate später: ein vierter Selbstmord. Der Verantwortliche
einer der Kommandozentralen erschießt sich in seinem Ferienhaus
mehrere hundert Kilometer von Chinon entfernt. Über diesen
Fall gibt es nur wenige Informationen, aber unsere Recherchen
haben aufgedeckt, dass er wenige Tage vor seinem Selbstmord einen
Reaktor falsch bedient hatte und dieser heruntergefahren werden
musste.
EDF: Kein Zusammenhang mit ArbeitsbedingungenVier Selbstmorde
innerhalb von zweieinhalb Jahren - doch für die Geschäftsführung
gibt es keinen Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen. "Keines
dieser Dramen hat sich auf dem Gelände des Atomkraftwerks
abgespielt", betont Eric Maucort, Geschäftsführer
der Zentrale von Chinon. "Ich begegne solchen persönlichen
Schicksalen mit großem Respekt - aber auch mit Vorsicht.
Das heißt: Ich hüte mich vor jeglicher Interpretation."
Betriebsarzt Huez dagegen spricht von "strategischem Mobbing"
in dem Atomkraftwerk. "Die Geschäftsführung weiß,
dass sich die individuelle Situation der Arbeitnehmer verschlechtert.
Aber sie nimmt es in Kauf, weil sie dadurch die Angst regieren
lässt und es leichter hat, den Apparat umzuorganisieren und
zu verschlanken."
Huez hat nun einen außergewöhnlichen Schritt unternommen:
Er zeigte die Geschäftsführung an - wegen gesundheitlicher
Gefährdung von zwei Mitarbeitern. Ob das etwas an der Stategie
von EDF ändern wird, wird sich zeigen.
Den Beitrag sehen Sie am Sonntag, um 19.20 Uhr im Weltspiegel
im Ersten.
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| 11.05.2007 |
Iran und Nordkorea verbünden sich
gegen „hochnäsige Weltmächte“ |
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TEHERAN, 10. Mai (RIA Novosti). Iran hat Nordkorea Hilfe in
verschiedenen Witschaftsbereichen versprochen. Die beiden Länder
haben außerdem vereinbart, „den hochnäsigen Weltmächten“
gemeinsam entgegenzutreten.
„Teheran sieht keine Hindernisse für die Entwicklung
der Beziehungen mit Pjöngjang und ist bereit, seine wirtschaftlichen,
infrastrukturellen und technischen Errungenschaften für den
Fortschritt und das Gedeihen von Nordkorea zur Verfügung
zu stellen“, sagte der erste Vizepräsident von Iran,
Parviz Dawudi, auf einem Treffen mit dem nordkoreanischen Vizeaußenminister
Kim Hyong Jun, der zu einem Besuch in Teheran weilt.
Dawudi stellte fest, dass die Positionen der beiden Länder
zu vielen aktuellen internationalen Problemen nah aneinander sind,
darunter zum „Widerstand gegen die hochnäsigen Weltmächte“.
„Das Zeitalter der Arroganz und der Unterdrückermächte
ist Vergangenheit, die Zukunft gehört den freiheitsliebenden
und unabhängigen Nationen“, sagte der Vizepräsident.
Kim Hyong Jun erklärte seinerseits, dass Nordkorea Teheran
in seiner Konfrontation mit der Weltgemeinschaft über das
iranische nukleare Programm unterstütze.
„Die Benutzung der friedlichen Kernenergie ist ein unabdingbares
Recht aller Länder. Die Unterdrückermächte, darunter
die USA, können dem Fortschritt der anderen Länder keine
Hindernisse setzen“, sagte der hochrangige nordkoreanische
Diplomat.
„Nordkorea ist an der Verwendung der Erfahrung und Errungenschaften
Irans in verschiedenen Bereichen, darunter bei den Kapitalanlagen
und der Kommunalwirtschaft, interessiert“, sagte Kim Hyong
Jun.
Die Atomprogramme von Iran und Nordkorea rufen bei der Weltöffentlichkeit
Besorgnis hervor. Pjöngjang führte im Oktober 2006 Atomtests
durch. Die USA planen ihrerseits, Elemente ihres Raketenabwehrsystems
in Polen und Tschechien zu stationieren, um sich von einem vermeintlichen
Raketenangriff seitens Iran und Nordkorea, die Washington zur
so genannten Achse des Bösen rechnet, zu schützen.
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| 02.05.2007 |
Veto gegen den Frieden |
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Von Rainer Rupp
Von US-Soldaten verhaftet: In Bagdad forderten am Mittwoch Hunderte
Iraker den Abzug der Besatzer
Foto: AP
Auf den Tag genau am vierten Jahrestag seines imperialen »Mission-erfüllt«-Auftritts
an Bord des Flugzeugträgers »Abraham Lincoln« hat
US-Präsident George W. Bush sein Veto gegen eine Abzugsfrist
für die Besatzungstruppen im Irak eingelegt. Damit hat sich
der Oberkommandierende gegen ein Ende des inzwischen von einer großen
Mehrheit der US-Bevölkerung und des US-Kongresses abgelehnten
Krieges ausgesprochen, der nach jüngsten Angaben bereits 500
Milliarden Dollar gekostet hat. Das von der demokratischen Mehrheit
im Kongreß verabschiedete Haushaltsgesetz in Höhe von
124 Milliarden Dollar zur vorläufigen Weiterfinanzierung des
Kriegsabenteuers war an die Bedingung eines festen Plans für
den Abzug aus dem Irak geknüpft worden. Dieser sollte spätestens
am 1. Oktober beginnen. Bush wies diese Bedingung als vollkommen
»unverantwortlich« zurück. In einer kurzen TV-Ansprache
am 1. Mai nannte der Präsident das Haushaltsgesetz »ein
Rezept für Chaos und Durcheinander«, eine Abzugsfrist
bedeute, »einen Termin zum Eingeständnis des Versagens
festzulegen«. Bush weiter: »Die Terroristen müssen
sich nur den Tag im Kalender anstreichen und ihre Kräfte sammeln.«
In einer ersten Reaktion erklärte der demokratische Mehrheitsführer
im US-Senat, Harry Reid, der Präsident, den er wiederholt
als »Lügner« bezeichnet hatte, täusche sich,
»wenn er glaubt, daß er uns mit diesem Veto davon
abhalten kann, die Truppen nach Hause zu bringen«. Um zusätzlichen
Druck auf die Republikaner auszuüben, planen die Demokraten,
Bushs Kriegskasse jeweils nur noch für zwei Monate zu füllen,
stets kombiniert mit einer Klausel für einen Abzugstermin
aus dem Irak. Auf diese Weise wären die republikanischen
Abgeordneten angesichts der näherrückenden Wahlen immer
wieder gezwungen, im Kongreß bei den Abstimmungen Farbe
zu bekennen. Denn allein können die Demokraten das Bush-Veto
nicht überstimmen. Dazu haben sie nicht genug Stimmen. Doch
auch die Geduld mancher Republikaner ist begrenzt. Sie wollen
Bush und seiner Eskalationsstrategie im Irak nur noch bis Herbst
Zeit geben. Wenn bis dahin immer noch keine Erfolge vorzuweisen
sind, wird mit einem Umschwenken vieler Republikaner auf demokratische
Positionen gerechnet.
Bush bot den Demokraten mittlerweile zwar Verhandlungen an, doch
in US-Medien wird immer häufiger über dessen Engstirnigkeit
gespottet. Bush verstehe unter einem Kompromiß, »daß
die Demokraten tun, was er ihnen sagt«. Letztere verhöhnten
Bush und stellten im Kongreß ein überdimensionales
Foto vom unrühmlichen Auftritt des Kriegspräsidenten
am 1. Mai 2003 auf der »USS Abraham Lincoln« auf.
Damals hatte Bush unter dem Banner »Mission Accomplished«
(Mission erfüllt) das Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak
verkündet. Bis zum damaligen Zeitpunkt waren im Irak-Feldzug
139 US-Soldaten getötet worden. Seit Bushs Siegesrede starben
über 3100 weitere US-Soldaten und mehrere hunderttausend
Iraker.
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| 27.04.2007 |
Die Lage im Irak ist völlig außer
Kontrolle |
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Von Jörg Fleischer
Bagdad. Der Streit zwischen den Vereinten Nationen und der Regierung
in Bagdad ist bezeichnend für die desolate Lage im Irak.
Die UNO wirft der irakischen Führung die Unterdrückung
der Kriegstotenzahlen vor.
Die Unterstützungskommission der Vereinten Nationen für
den Irak kritisiert in ihrem Quartalsbericht zur Menschenrechtslage,
die Regierung von Ministerpräsident el Maliki teile die Zahlen
nicht mehr mit.
Der Grund für diese Kontroverse ist: Die irakische Führung
beschuldigt die UNO, in ihrem Januar-Bericht zu hohe Opferzahlen
genannt zu haben. Darin verzeichnen die Vereinten Nationen im
Irak 34 400 Kriegstote allein im vergangenen Jahr.
Die Führung in Bagdad weiß natürlich sehr genau:
Wie viele Tote es wirklich sind, vermag niemand zu sagen. Die
Reaktion der instabilen irakischen Regierung zeigt, ihre Nerven
liegen blank. Das Land ist seit dem Einmarsch der US-geführten
Koalitionstruppen im Jahre 2003 in einen heillosen Bürgerkrieg
abgerutscht. Der Sturz des unterdessen hingerichteten Ex-Machthabers
Saddam Hussein hat ein Machtvakuum hinterlassen, das weder die
irakische Regierung noch die US-Truppen im Land füllen können.
Alle Chancen verspielt Die Folge ist: Der Konflikt zwischen verfeindeten
Schiiten und Sunniten ist mittlerweile völlig außer
Kontrolle geraten. Die Bagdader Führung hat nach Ansicht
von Experten bislang alle Chancen auf Aussöhnung verspielt.
Und die amerikanischen Besatzer im Irak machen nach Einschätzung
einer wachsenden Zahl von Kritikern so gut wie alles falsch, was
sie nur falsch machen können.
Experten vermissen bisher jeden ernsthaften Versuch der Bush-Regierung,
die Konfliktparteien im Irak an einen Tisch zu bringen. Stattdessen
haben die US-Truppen in Bagdad damit begonnen, die sunnitische
Enklave Adhamija durch eine Mauer von einem Schiitenviertel abzuschotten.
Ein Vorhaben, das schon im Ansatz auf breite Ablehnung stößt.
Weder Schiiten noch Sunniten wollen den Wall. Sie fühlen
sich als Gefangene in der eigenen Stadt. Auch die irakische Regierung
ist dagegen. Und in weiten Teilen der arabischen Welt regt sich
Unbehagen. Die USA jedoch wollen mit der fünf Kilometer langen
und dreieinhalb Meter hohen Mauer verhindern, dass sunnitische
Extremisten von ihrer Heimstatt aus Schiiten in den umliegenden
Vierteln angreifen - und umgekehrt.
In der grünen Zone Das Vorhaben, das an die Berliner Mauer
ebenso erinnert wie an Sperrgürtel im Westjordanland, schafft
jedoch aus Sicht von Experten neue Spannungen und neue Gewalt.
Kritiker der US-Aktion erinnern daran, Bagdad sei ohnehin geteilt
in einen schiitischen Osten und einen sunnitischen Westen.
Ein weiterer schwerer Schlag gegen die Sicherheitsstrategie der
Amerikaner war erst kürzlich ein Attentat im Parlamentsgebäude
in Bagdad. Es liegt inmitten der besonders geschützten grünen
Zone der Hauptstadt, umgeben von Mauern. Und doch gelang den Extremisten
der Anschlag im Restaurant des Gebäudes. Es gab Tote und
Verletzte.
Ungeachtet der Rückschläge halten die Amerikaner an
ihrer neuen Strategie fest.
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| 25.04.2007 |
Irak: Zusammenbruch von Recht und Ordnung |
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Florian Rötzer
UN-Organisation kritisiert irakische Regierung scharf
und warnt, dass sich auch die humanitäre Situation schnell
weiter verschlechtert
Die United Nations Assistance Mission for Iraq (UNAMI) kritisiert
in ihrem 10. Bericht über die Lage der Menschenrechte die
irakische Regierung scharf. Der Bericht deckt die Zeit ab, in
der die US-Truppen zusammen mit den irakischen Sicherheitskräften
die Offensive in Bagdad (Baghdad Security Plan – BSP) begonnen
haben, um die Gewalt einzudämmen. UNAMI moniert, dass das
irakische Gesundheitsministerium keine Zahlen mehr über die
gewaltsam Getöteten geliefert habe. Zudem wird kritisiert,
dass den über 3.000 Menschen, die während der Sicherheitsoperation
festgenommen wurden, ihre fundamentalen Rechte nicht gewährt
werden. Die Sicherheitsoperation habe sogar Menschenrechtsverletzungen
begünstigt, da viele Personen "verschwunden" seien
und Gefangene oft nicht registriert würden.
Im Januar hatte UNAMI im letzten Bericht gesagt, dass 2006 34.400
Menschen im Irak eines gewaltsamen Todes gestorben sind und 36.000
verwundet wurden. Das Büro des Ministerpräsidenten Nouri
Maliki hatte daraufhin erklärt, dass die Zahlen falsch und
übertrieben seien. UNAMI wandte ein, dass die Zahl auf den
Angaben des irakischen Gesundheitsministeriums beruhen. Vermutlich
durften deshalb die neuen Zahlen nicht mehr an die UN-Organisation
weiter gegeben werden, die die irakische Regierung nun zur Offenheit
auffordert und scharf zurückweist, dass man die Zahlen manipuliert
habe. UNAMI-Mitarbeiterin Ivana Vuco sagte auf einer Pressekonferenz
in der Green Zone, dass diese Zahlen "wahrscheinlich die
am genauesten überprüften" seien. Das Innenministerium
habe zwar am 1. März mitgeteilt, dass im Februar 1.646 getötet
worden seien, allerdings wisse man nicht, auf welcher Grundlage
die Zählung erfolgt sei.
Ohne genaue Angaben für das erste Vierteljahr 2007 kann
die UN-Organisation jetzt nur berichten, dass trotz der weiter
stattfindenden Sicherheitsoperation in Bagdad die Gewalt weiterhin
ein schwerwiegendes Problem ist. Im Februar und März, so
die indirekte Kritik an der vor allem auf Druck der US-Regierung
durchgeführten Sicherheitsoperationen, seien zahlreiche Zivilisten
in sunnitischen und schiitischen Wohngebieten zu Opfern der andauernden
Kämpfe in Bagdad, aber auch in zahlreichen anderen Städten
geworden. Die Regierung habe zwar behauptet, dass die Zahl der
Getöteten ab Mitte Februar zurückgegangen sei, aber
im März habe es auch in Bagdad wieder mehr berichtete Todesfälle
gegeben. Zudem sei die Zahl der Entführungen hoch geblieben.
Die UN-Organisation verweist auf die zahlreichen Taten von "Aufständischen
und unterschiedlichen bewaffneten Gruppen", die mit Anschlägen
und gezielten Tötungen Verbrechen an Zivilisten, Sicherheitskräften
und Regierungsangestellten begangen haben. Religiöse Extremisten
und bewaffnete Gruppen bedrohen im ganzen Land Journalisten, Angehörige
von religiösen und ethnischen Minderheiten sowie bestimmte
Berufsgruppen wie Akademiker und greifen sie an. 12.000 Ärzte
haben bereits das Land verlassen, 2.000 wurden getötet. Die
Meinungsfreiheit werde so immer weiter eingeschränkt. Angriffe
auf Lehrer und Professoren, auf Schulen und Universitäten
gefährden die Ausbildung. Journalisten werden aber auch von
den Sicherheitskräften angegriffen oder willkürlich
festgenommen. Der Bericht verweist dabei vor allem auf die kurdischen
Gebiete. Auch die Gewalt gegen Frauen nehme zu.
Anzeige
Gerade angesichts dieser "enorm schwierigen Situation"
sei es wichtig, dass die irakische Regierung sich an die Zusicherungen
halte, die Menschenrechte auf der Grundlage der internationalen
und nationalen Verpflichtungen einzuhalten. Es habe zwar einige
Fortschritte gegeben, doch gebe es zahlreiche Mängel, das
Leben und die Würde aller Iraker zu schützen. Schutz
und Förderung der Menschenrechte müssten die Grundlage
der staatlichen Bemühungen um eine friedliche Versöhnung
und Herstellung von Stabilität im Irak sein, in dem weiterhin
Straflosigkeit herrsche und Recht und Ordnung zusammengebrochen
seien.
Nach dem Bericht wurden alleine in Bagdad zwischen dem 1. Januar
und dem 31. März 3.000 Menschen festgenommen und eingesperrt,
ohne dass ihre grundlegenden Rechte beachtet wurden. Insgesamt
befinden sich etwa 20.000 Menschen im ganzen Irak in irakischen
und fast 18.000 Personen in amerikanischen Gefängnissen,
meist ohne Anklage und ohne Prozess. Viele sind oft lange Zeit
in den überfüllten Gefängnissen, in denen die Menschen
nicht angemessen behandelt werden. Zudem, so der Bericht, fehle
es grundsätzlich an einer rechtlichen Kontrolle der Sicherheitsorgane.
Die Praxis der unbegrenzten Haft in den Gefängnissen der
Koalitionstruppen wird mit Sorge betrachtet. Besonders schlimm
sei die Situation in den kurdischen Gebieten.
Düster wird auch die gesamte Situation gemalt. Die humanitäre
Situation im Land verschlechtere sich weiter schnell. 8 Millionen
Menschen seien gefährdet und auf Hilfe angewiesen, vier Millionen
auf Versorgung mit Lebensmitteln. Akute Unterernährung hat
sich zwischen 2003 und 2005 verdoppelt. 54 Prozent der Iraker
müssten von weniger als einem Dollar am Tag leben, 60 Prozent
der Menschen sind arbeitslos. Nur 32 Prozent haben Zugang zu Trinkwasser.
Die medizinische Versorgung ist schlecht. Über 700.000 Menschen
sind seit Februar 2006 aus ihren Wohnorten geflohen, alleine 200.000
seit Dezember 2006. In Bagdad haben 120.000 Menschen aus Angst
vor der Gewalt ihre Wohnung verlassen und sind in andere Stadtteile
umgesiedelt, wo sie aber oft auf die Bereitstellung von Unterkünften
und Versorgung angewiesen sind. Damit setzt sich die ethnische
Säuberung in der Hauptstadt fort und es gibt innerhalb des
Irak um die zwei Millionen Flüchtlinge, die oft nur schlecht
versorgt sind. Aus dem Land sind weitere zwei Millionen geflohen.
Die meisten Flüchtlingen, die im Land bleiben (müssen),
suchen in homogen bevölkerten Regionen im Süden oder
im Zentrum des Landes Schutz. Dreiviertel der neuen Flüchtlinge
sind Frauen und Kinder. Allerdings haben bereits einige lokale
Verwaltungen wie in Nadschaf oder Kirkuk den weiteren Zuzug von
Flüchtlingen beschränkt.
Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25149/1.html
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| 16.04.2007 |
CIA mietet Terroristengruppe für Operationen
innerhalb Irans |
| |
> *Donnerstag, 5. April 2007* >
Die Central Intelligence Agency (CIA) hat eine pakistanische Terroristengruppe
angeheuert, die eine Reihe tödlicher
Terroristenangriffe innerhalb des Irans durchgeführt hat;
ABC-News berichtete am Mittwoch darüber:
Die Gruppe aus Mitgliedern des Baluchistammes operiert von der
Pakistanischen Provinz Baluchestan aus, unmittelbar an der Grenze
zum Iran. ABC zitierte anonyme US Regierungsquellen, die besagen,
daß die USA seit 2005 enge Verbindungen zu ihrem Führer,
Abdel-Malik, unterhielte
.
Die Gruppe, Jundullah genannt, hat Mordanschläge durchgeführt,
und dabei sowohl iranische Zivilisten entführt und getötet
als auch Soldaten und Beamte. Die große iranische Gemeinschaft
in den USA protestierte vor kurzem lautstark nach einem direkt
übertragenen Interview mit Regi und der „Stimme von
Amerika" (VOA), in welchem der Terrorist die Verantwortung
für die Terroraktionen übernahm.
Regi gab zu, einige der iranischen Gefangenen persönlich
exekutiert zu haben, wie der ABC Nachrichtenreport mitteilte.
Alexis Debat, ein erfahrener Spezialist für Terrorismusabwehr
am Nixon Center und Berater bei ABC Nachrichten, erklärte
dem Sender,
daß Regi tatsächlich an der Seite der Taliban kämpfe,
und fügte hinzu, „er ist teils Drogenschmuggler, teils
Taliban, teils sunnitischer Aktivist".
"Er befehligt im wesentlichen eine Truppe von mehreren hundert
Bandenkämpfern, die in iranisches Gebiet eindringen und iranische
Militär- und Geheimdienstoffiziere angreifen, diese entführen
und vor laufender Kamera ermorden."
Die Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag auf einen Bus in der
iranischen Stadt Zahedan im Februar, bei dem mindestens 11 Angehörige
der iranischen Revolutionsgarde ermordet wurden. Das iranische
Fernsehen strahlte letzten Monat die Geständnisse der Verantwortlichen
für den Busanschlag aus. Sie gaben zu, Mitglieder von Jundullah
zu sein und sagten, daß sie für die Mission an einem
geheimen Ort in Pakistan ausgebildet worden waren.
Die einzige Beziehung zu dieser Gruppe, zu der sich der US Geheimdienst
bekennt, ist die Zusammenarbeit mit dem Ziel, Al-Qaeda in diesem
Teil von Pakistan aufzuspüren. ABC zitierte allerdings pakistanische
Regierungsquellen, die besagen, daß die geheime Kampagne
gegen den Iran beim Treffen im Februar zwischen dem Vizepräsident
Dick Cheney und dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf
vereinbart wurde.
Nach dem Bericht befragt, antwortete Cheneys Sprecherin Megan
McGinn: "Wir äußern uns nicht zum Inhalt von Gesprächen
zwischen dem Vizepräsidenten und ausländischen Regierungen".
CIA hires terrorist group to operate inside Iran
The Central Intelligence Agency (CIA) has hired a Pakistani terrorist
group that has carried out a series of deadly terrorist attacks
inside Iran, ABC
News has reported on Wednesday. The group, members of the Baluchi
tribe, operates from Pakistan's province of Baluchestan, just
across the border from Iran.
ABC cited US government sources it did not identify as saying
the US has maintained close ties to its leader, Abdel-Malik Regi,
since 2005.
The group, called Jundullah, has carried out raids, resulting
in the deaths or kidnapping of Iranian ordinary people as well
as soldiers and
officials. The large Iranian community residing in the US protested
strongly to Voice of America (VOA)'s live interview with Regi
recently in which the
terrorist claimed responsibility for the operations.
Regi admitted to have personally executed some of the Iranian
captives, the ABC News report said.
Alexis Debat, a senior fellow on counterterrorism at the Nixon
Center and an ABC News consultant, told the program that Regi
used to fight with the
Taliban, adding "he's part drug smuggler, part Taliban, part
Sunni activist".
"He is essentially commanding a force of several hundred
guerrilla fighters that stage attacks across the border into Iran
on Iranian
military officers, Iranian intelligence officers, kidnapping them,
executing them on camera."
The group claimed responsibility for an attack in February that
killed at least 11 members of the Iranian Revolutionary Guard
riding on a bus in the
Iranian city of Zahedan.
Iranian television last month broadcast confessions by those responsible
for the bus attack.
They admitted to being members of Jundullah and said they had
been trained for the mission at a secret location in Pakistan.
The only relationship with the group that US intelligence acknowledges
is cooperation in tracking al-Qaeda figures in that part of Pakistan.
ABC cited Pakistani government sources as saying the secret campaign
against Iran was on the agenda when Vice President Dick Cheney
met with Pakistani
President Pervez Musharraf in February.
Asked about the report, Cheney spokeswoman Megan McGinn responded:
"We don't discuss conversations between the vice president
and
foreign leaders."
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| 11.04.2007 |
Israel wünscht keinen Frieden |
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Von Gideon Levy, Haaretz, 08.04.2007
Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, und es muss gesagt werden:
Israel wünscht keinen Frieden. Das Arsenal der Ausreden ist
leer und der Chor israelischer Zurückweisung klingt hohl.
Bis vor kurzem konnte man noch den israelischen Refrain akzeptieren:
“Es gibt keinen Partner” für Frieden, und es
ist nicht der richtige Zeitpunkt, um mit unsern Feinden zu verhandeln.
Die neue Realität von heute lässt vor unseren Augen
keine Zweifel aufkommen und der längst überdrüssig
gewordene Refrain “Israel unterstütze den Frieden”
ist zerplatzt.
Schwierig zu bestimmen ist der Zeitpunkt, wann dies genau geschehen
ist. War es die absolute Abweisung der Saudi-Initiative? Die Verweigerung,
die syrische Initiative anzuerkennen? Das jährliche Interview
zu Ostern von Ministerpräsident Olmert? Die Abscheu gegen
die von Nancy Pelosi in Damaskus gemachten Statements? (Sie ist
die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses). Sie gab nämlich
vor, dass Israel bereit sei, mit Syrien die Friedensgespräche
wieder aufzunehmen.
Wer würde dies geglaubt haben? Eine hochrangige US-Vertreterin
sagt, Israel wünsche Friedensgespräche aufzunehmen -
und augenblicklich streitet ihr Präsident ernsthaft ihre
Worte ab. Hat Israel diese Stimmen vernommen? Denken wir über
die Bedeutung dieser Friedensstimmen nach? Sieben Millionen apathischer
israelischer Bürger beweisen, dass wir dies nicht tun.
Ganze Generationen wachsen hier auf - gewöhnt an die Selbsttäuschung
und den Zweifel über die Wahrscheinlichkeit, mit unseren
Nachbarn Frieden zu schließen. In früheren Zeiten erzählte
uns David Ben Gurion, wenn es doch nur möglich wäre,
sich mit arabischen Führern zu treffen, dann hätte er
uns noch in seiner Zeit den Frieden beschert. Israel hat direkte
Verhandlungen als eine Sache des Prinzips gefordert, und die Israelis
haben ihren großen Stolz auf die Tatsache zurückgeführt,
dass ihr täglicher Wunsch nach Frieden die hochfliegenden
Ambitionen ihres Staates verborgen hat. Uns war erzählt worden,
dass es keinen Partner für Frieden gebe und dass es das letzte
Ziel der Araber sei, uns zu zerstören. Wir verbrannten die
Portraits des “ägyptischen Tyrannen” bei unseren
Freudenfeuern am Lag Ba’omer, und wir waren davon überzeugt,
dass alle Schuld, den Frieden nicht zu erlangen, bei unseren Feinden
liege.
Dann kam die Besatzung, der der Terror folgte, Yassir Arafat,
der zweite fehlgeschlagene Camp-David-Gipfel, der Aufstieg der
Hamas zur Macht, und wir waren sicher, immer sicher, dass dies
alles ihre Schuld ist. In unseren wildesten Träumen hätten
wir uns nicht vorstellen können, dass der Tag kommt, an dem
uns die ganze arabische Welt die Hände zum Frieden entgegenstreckt
- und Israel diese Geste wegwischt. Die Vorstellung wäre
sogar noch wahnsinniger, wenn dieser israelischen Ablehnung die
Schuld gegeben worden wäre; denn sie wollte die öffentliche
Meinung nicht aufbringen.
Die Welt ist vollkommen durcheinander, und es ist Israel, das
an der vordersten Front der Verweigerung steht. Die Politik der
Verweigerung von ein paar wenigen, einer Vorhut der Extremen,
ist nun zur offiziellen Politik Jerusalems geworden. In seinem
Pessach-Interview sagt uns Olmert, dass “die Palästinenser
am Scheideweg einer historischen Entscheidung stehen” -
doch die Leute haben schon vor langem aufgehört, ihn ernst
zu nehmen. Die historische Entscheidung liegt bei uns. Wir sind
es, die vor dem Scheideweg und diesen Initiativen fliehen, als
ob es der Tod sei.
Den Terror als letzten Vorwand für die israelische Verweigerung
zu nutzen, hilft nur Olmert - bis zum Kotzen - zu wiederholen:
“Wenn die Palästinenser sich nicht ändern, nicht
den Terror bekämpfen, sich nicht an ihre Verpflichtungen
halten, werden sie sich nie aus dem unendlichen Chaos ziehen können”.
Als ob die Palästinenser nicht Maßnahmen gegen den
Terror unternommen hätten, als ob Israel derjenige ist, der
bestimmt, was sie tun müssten, als ob Israel nicht beschuldigt
werden müsste für das unendliche Chaos, unter dem die
Palästinenser unter der Besatzung leiden.
Israel setzt die Vorbedingungen und glaubt, es habe das ausschließliche
Recht dazu. Aber immer wieder vermeidet Israel die Grundvoraussetzung
für einen gerechten Frieden: die Besatzung zu beenden. Bei
all den im Pessach-Interview an Olmert gestellten Fragen, beunruhigte
keiner Olmert mit der Frage, warum er nicht aufgeregt auf die
arabischen Initiativen ohne Vorbedingungen reagiert habe? Die
Antwort: der Grundbesitz. Der Grundbesitz der Siedlungen.
Es ist nicht nur Olmert, der langsam tut. Eine führende
Persönlichkeit der Laborpartei sagte letzte Woche, dass es
noch fünf bis zehn Jahre dauern wird, um sich von dem Trauma
zu erholen. Frieden ist jetzt nicht mehr als eine drohende Wunde.
Keiner wird über die massiven sozialen Vergünstigungen
reden, die er in der Entwicklung, Sicherheit, Freiheit der Bewegung
in der Region bringen würde und durch den Aufbau einer gerechteren
Gesellschaft.
Wie eine kleine Schweiz konzentrieren wir uns in diesen Tagen
auf den Dollar-Umwechselkurs und auf die Aussagen über Unterschlagungen,
die gegen das Finanzministerium erhoben werden statt auf die schicksalhaften
Gelegenheiten, die vor unseren Augen schwinden.
Nicht jeden Tag und nicht einmal in jeder Generation haben wir
eine solche Gelegenheit. Auch wenn nicht ganz sicher ist, ob diese
Initiativen wirklich solid und glaubwürdig sind oder ob sie
auf Tricks basieren, ist keiner auf die Herausforderung zugegangen
und hat sie zur Kenntnis genommen. Wenn Olmert einmal Großvater
sein wird, was wird er seinen Enkeln erzählen? Dass er im
Namen des Friedens jeden Stein umgedreht habe? Dass es keine andere
Wahl gegeben habe? Was werden seine Enkel dann sagen?
Deutsche Übersetzung: Ellen Rohlfs
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| 09.04.2007 |
Bezahlte Iran-Storys: «Wahrheit oder
Zensur?» |
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London (dpa) - Die Balkenüberschrift der «Sun»
passte zu Ostern: «Mein Leidensweg». Gemeint war allerdings
nicht der Leidensweg Christi, sondern der von Faye Turney.
«Ich fürchtete, von Iranern vergewaltigt zu werden»,
stand am Montag auf dem Titelblatt der meistverkauften Boulevardzeitung
Großbritanniens neben dem Bild der blonden Frau. Und: «Ausgezogen
bis auf die Schlüpfer in einer schäbigen Zelle.»
Bis zu 150 000 Pfund (225 000 Euro) soll die 26-Jährige Matrosin
der britischen Marine mit Interviews über ihre Tage in iranischer
Haft verdient haben.
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Weniger Geld, aber immerhin noch vierstellige Summen bekamen andere
der insgesamt 15 Ex-Gefangenen für Iran-Erlebnisberichte.
Ihre wie ein Theaterdrama inszenierte Freilassung am vergangenen
Mittwoch - knapp zwei Wochen nach der Gefangennahme am 23. März
im Schatt el Arab durch Revolutionsgarden - war in britischen
Medien vielfach als Sieg Teherans an der Propagandafront gewertet
worden.
Manche sprachen gar von einer «Demütigung Großbritanniens»,
nachdem der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die
Freilassung als Ostergeschenk an das Volk des Inselkönigreichs
deklariert hatte. Mit ein paar Tagen Verspätung kam jetzt
wohl der Versuch eines Gegenschlags in den Medien. Er könnte
sich für die Regierung von Tony Blair als Schlag ins Wasser
erweisen. Warum Turney und andere Soldaten für Interviews
über Todesängste und Psychofolter im Iran unbedingt
bezahlt werden mussten, ist vielen ein Rätsel.
Die konservative Zeitung «Times» sah sich an eine
populäre Reality-TV-Show erinnert und sprach von «einer
Art Militär-"Big Brother"». Der liberale
«Independent» verwies darauf, dass die Sondergenehmigung
für bezahlte Interviews mit der «angemessenen Unterstützung
beim Umgang mit den Medien» durch das Verteidigungsministerium
verknüpft worden sei. «Das wirft die Frage auf, inwieweit
sie dabei den Inhalt vorgeben. Reden wir hier über Wahrheit
oder über Zensur und vielleicht sogar Verzerrung?»
Letzteres könnte schon jemandem in den Sinn kommen, der
die Story der Faye Turney aufmerksam liest. Nackt bis auf den
Schlüpfer? Genau betrachtet war sie dabei allein in ihrer
Zelle. Hinter der Ausziehübung stand keine Vergewaltigungsdrohung.
Sie musste ihre Uniform gegen Baumwoll-Pyjamas tauschen.
Kaum jemand bezweifelt, dass die Iraner Druck auf ihre Gefangenen
ausgeübt haben, um deren «Geständnisse»
des illegalen Grenzübertritts zu bekommen - einschließlich
der Drohung mit Haftstrafen für «Spionage». Doch
Turneys Geschichte, sie habe befürchtet, vor ihrer Zelle
seien bereits Zimmerleute am Werk, um einen Sarg exakt nach ihren
Körpermaßen zu fertigen, kam nüchternen Geistern
eher wie eine Geschichte aus dem Horrormuseum «London Dungeon»
vor.
«Mein Gefühl ist, dass sich die Regierung große
Sorgen machte, weil sie die Propagandaschlacht mit dem Iran verloren
hat und dass die 15 Soldaten einfach nur Schachfiguren in dieser
Schlacht sind», sagt Kelvin MacKenzie. Der Mann hat einschlägige
Erfahrung. Er war selbst einmal Chefredakteur der «Sun».
Die Zeitung gehört zum Konzern des australisch-amerikanischen
Medienmilliardärs Rupert Murdoch, der den Irak-Krieg stets
unterstützt hat. Und auch den Premierminister, der britische
Truppen dafür abstellte. Als es 2005 wegen des Desasters
im Irak nicht gut aussah für eine zweite Wiederwahl Blairs,
rief die «Sun», die vorher die Konservativen unterstützt
hatte, ihre Millionenleserschaft auf, diesmal für Labour
und damit für Blair zu stimmen.
Während sich das Verteidigungsministerium bemühte,
seine Sondergenehmigung für den Verkauf der Storys der «Iran-Gefangenen»
mit «außergewöhnlichen Umständen»
zu rechtfertigen, machte ein hoch angesehener Soldat im Sender
BBC seinem Ärger Luft. Es sei deprimierend zu erleben, wie
Marineangehörige «fast wie Propagandawerkzeuge»
benutzt werden, sagte Generalmajor Patrick Cordingly, 1991 der
Kommandeur der britischen Truppen im ersten Golfkrieg zur Befreiung
Kuwaits von irakischer Besetzung.
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| 09.04.2007 |
Irak: fette Kriegsbeute für US-Ölkonzerne |
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Vermutung "Blut für Öl"
bestätigt
(Wiener Zeitung) Wenn alles nach Plan läuft, dann dürften
demnächst
noch einmal die Sektkorken in den Vorstandsetagen der großen
US-Ölkonzerne
knallen: im Irak soll nun unwiderruflich die Kriegsbeute an sie
verteilt
werden. Das unter der Aufsicht des amerikanischen Militärs
stehende
irakische Parlament soll in Gesetzesform immense Gewinne für
die
US-Konzerne festschreiben.
Unklar ist zur Zeit noch, ob das Quorum erreicht werden kann für
das Gesetz, das dem irakischen Parlament nun vorgelegt wird und
das die
Blütenträume der Ölmultis erfüllt: viele Parlamentarier
halten sich aus
Sicherheitsgründen nicht mehr im Irak auf.
Die übrigen befinden sich effektiv unter der Aufsicht des US-Militärs
in der sogenannten "Grünen Zone", dem inneren Befestigungsring
in Bagdad.
Eine geringfügige Unaufmerksamkeit von seiten ihrer militärischen
Bewacher kann schon ihren sicheren Tod bedeuten, wie bereits in
mehreren
Fällen geschehen.
Truppen machen die irakischen Straßen unsicher, entführen,
foltern und ermordeten bisher Tausende.
Etwa 100.000 private Söldner, die von der amerikanischen Regierung
bezahlt werden aber weder an die Weisungen der US-Militärführung
noch den
Regeln der amerikanischen Armee oder der amerikanischen Gesetzgebung
unterworfen sind, agieren weitgehend gesetzlos.
Insgesamt ein Klima, in dem es für einen irakischen "Parlamentarier"
wenig ratsam ist, sich der Zustimmung zu dem vorliegenden Gesetz
zu verweigern - wenn ihm sein Leben lieb ist.
Während in anderen Ländern eine Marge von 20 - 30% des
produzierten Öls als Ertrag an den fördernden Konzern
üblich ist, wurden ihnen in dem nun vorliegenden Gesetz glatte
70% zugeschlagen. Dies ist umso
auffälliger, als der technische Förderaufwand des irakischen
Öls viel
geringer ist als in den meisten anderen Ländern, wo zum Teil
aufwendige
Verfahren und Säuberungen vorgenommen werden müssen.
Im Durchschnitt wird bei der Ölförderung mit einer Rendite
von
12% kalkuliert. Das vorliegende Gesetz beschert den Ölmultis
hingegen bis zu
162%. Der Irak wiederum verliert den größten Teil seiner
Einnahmen aus der Ölförderung.
Das Gesetz selbst wurde nicht einmal im Irak, sondern in Washington
geschrieben. Beauftragt damit war die Beraterfirma "Bearingpoint".
Das Konzept "Blut für Öl" wäre damit planmässig
und erfolgreich
aufgegangen, da bei dieser Gelegenheit fast der komplette Reichtum
des
Landes in "amerikanischen" Besitz transferiert wird.
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| 07.04.2007 |
Heimgekehrte britische Soldaten geben Pressekonferenz |
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Geständnis widerrufen - Es habe Isolationshaft, aggressive
Verhöre und sogar vorgetäuschte Hinrichtungen gegeben
Es habe Isolationshaft, aggressive Verhöre und sogar vorgetäuschte
Hinrichtungen gegeben, berichteten die Marinesoldaten. Sie seien
nie in iranischen Hoheitsgewässern gewesen. Alles andere als
Kooperation mit den Iranern wäre Selbstmord gewesen.
„Das war der schlimmste Moment.“ Gefesselt mit verbundenen
Augen an eine Wand gestellt, während ihre iranischen Bewacher
im Hintergrund die Waffen entsichern: So schilderten 6 der 15
aus dem Iran zurückgekehrten Marineangehörigen dramatische
Momente ihrer knapp zweiwöchigen Gefangenschaft. Sie berichteten
auch, wie sie isoliert von ihren Kameraden in kleinen Zellen eingekerkert
waren und immer wieder verhört wurden.
Unentwegt sei psychischer Druck auf sie verübt worden, erklärte
Leutnant Felix Carman Freitag auf dem Militärstützpunkt
Chivenor in Devon. Die einzige Frau in der Gruppe, Faye Turney,
sei von den anderen isoliert und in einer Einzelzelle festgehalten
worden. Sie befürchteten, dass ihre Hinrichtung bevorstehe.
Umso glücklicher wirkten die Soldaten darüber, dass
ihre Gefangenschaft nun vorüber ist. Carman beschrieb das
Gefühl seiner Einheit: „Es ist völlig überwältigend,
wieder zurück zu sein“.
Die Soldaten waren am Donnerstagmittag mit dem Linienflug BA
6634 der British Airways von Teheran nach London zurückgekehrt.
Um 12.02 Uhr waren sie nach rund zwei Wochen wieder in Freiheit.
Sichtlich erleichtert erzählten sie später von ihren
Erlebnissen – und reagierten damit auch auf Kritik, dass
sie zu sehr mit den Iranern kooperiert hatten.
Man wäre eindeutig in irakischen Gewässern gewesen,
unterstrich Hauptmann Chris Air, rund 3 Kilometer von iranischem
Territorium entfernt. Das habe man auch ständig per GPS-Positionierung
kontrolliert. Nachdem die Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden
sie umkreist hätten, wäre jede Gegenwehr auf Selbstmord
hinausgelaufen.
Warum haben sie sich so kooperationswillig gezeigt? Und wieso
gaben sie bereitwillig zu, in iranische Gewässer eingedrungen
zu sein? „Wir haben eine bewusste Entscheidung getroffen“,
sagte Leutnant Carmen, „über die Freigabe von nicht-operativen
Informationen.“ Von iranischer Seite sei ihnen gedroht worden:
„Gebt zu, dass ihr in unser Territorium eingedrungen seid,
und ihr könnt gehen. Wenn nicht, drohen euch sieben Jahre
Haft.“
"Beachtlicher Mut"
Unter diesen Umständen habe man sich entschieden mitzuspielen.
Der Oberbefehlshaber der Royal Navy, Admiral Jonathan Band, verteidigte
seine Leute. „Sie haben Mut und beachtliche Würde gezeigt“,
sagte der Erste See-Lord, „sie haben sich mustergültig
verhalten und wir sind stolz auf sie.“
Tatsächlich schreiben die Regeln für gefangene Soldaten
keineswegs vor, dass sie nichts weiter als Name, Rang und Dienstnummer
angeben dürfen. Solange sie nichts verraten, was militärische
Operationen kompromittieren, das Leben von Kameraden gefährden
oder die nationale Sicherheit bedrohen würde, dürfen
sie sagen, was sie wollen, wenn sie denken, dass es ihnen hilft.
„Wenn sie sich entschuldigt haben“, so das Verteidigungsministerium,
„ist das, was uns betrifft, bedeutungslos.“
Downing Street sieht das Ganze als einen Erfolg der britischen
Diplomatie. Durch einen „festen, aber ruhigen Ansatz“,
so Premier Blair, habe man die Krise zu einem glücklichen
Ende führen können, und Zugeständnisse an den Iran
habe es keine gegeben.
Teheran hat die Pressekonferenz als reine Propaganda kritisiert.
Den Soldaten seien die Worte in den Mund gelegt worden. (Jochen
Wittmann aus London/DER STANDARD, Printausgabe, 7.4.2007)
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| 06.04.2007 |
Teheran kritisiert "Inszenierung" |
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Außenministerium: Seegrenze wurde von britischen Soldaten
überschritten
Teheran - Die iranische Regierung hat die Aussagen der aus Teheran
zurückgekehrten britischen Marineangehörigen als "Inszenierung"
kritisiert. "Diese Propaganda und Inszenierungen können
nicht darüber hinwegtäuschen, dass die britischen Soldaten
Irans Seegrenze überschritten haben", sagte der Sprecher
des iranischen Außenministeriums Mohammad-Ali Hosseini am
Freitagabend in Teheran, wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA
berichtete.
Pressekonferenz
Sechs der 15 vom Iran freigelassenen britischen Marinesoldaten
hatten am Freitag auf einer Pressekonferenz auf dem Stützpunkt
Chivenor im Südwesten Englands über ständigen psychischen
Druck während ihrer Gefangenschaft berichtet und zugleich
ihre in Teheran gemachten "Geständnisse" zurückgenommen.
Sie betonten, sie hätten sich bei ihrer Festnahme am 23.
März definitiv nicht in iranischen Hoheitsgewässern
befunden.
Der staatliche iranische Fernsehsender IRIB zeigte einen kurzen
Ausschnitt aus der Pressekonferenz der Briten. Ein Sprecher merkte
an, dass die britischen Soldaten "nervös" gewirkt
und "vom Blatt abgelesen hätten". In dem Beitrag
wurde die britische Regierung dafür kritisiert, die 15 Soldaten
nach ihrer Rückkehr aus dem Iran am Donnerstag sofort zum
Marinestützpunkt gebracht zu haben und ihnen die Aussagen
im Voraus "diktiert" zu haben. (APA/dpa)
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| 05.04.2007 |
Aus für den "Globalen Krieg gegen
den Terrorismus" (GWOT)? |
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Florian Rötzer
Gegen den Widerstand dringt der von Demokraten beherrschte Streitkräfteausschuss
des Repräsentantenhauses auf ein Ende der vereinfachenden
Slogans der Bush-Regierung
Schnell griff die Bush-Regierung nach den Anschlägen vom
11.9. auf, diese als Kriegserklärung zu bezeichnen. So war
das auch von den al-Qaida-Terroristen gemeint, weswegen sie nun
der kleine Haufen in Augenhöhe mit der Supermacht stand und
Bin Laden zum direkten Gegner von George Bush wurde, bis er durch
Saddam Hussein ersetzt wurde. Im Augenblick fehlt für mediendramaturgischen
Spin ein wirklicher Gegenspieler. Und weil man mit der Kriegserklärung
auf den Geschmack gekommen war, wurde auch gleich der Globale
Krieg gegen den Terrorismus erklärt, unter den man dann auch
den Einmarsch in den Irak subsumieren konnte.
US-Soldat auf einer Patrouille in Riyahd im März. Foto: Pentagon
Der Globale Krieg gegen den Terrorismus wurde seit Dezember 2001
zur gebräuchlichen Formel und erhielt daher die auch die
offizielle Abkürzung GWOT. 2003 wurden auch für die
Soldaten, die sich ausgezeichnet haben, die Global War on Terrorism
Expeditionary Medal und die Global War on Terrorism Service Medals
eingeführt. GWOT war eine gute und griffige Formel für
die immer wieder beschworene Bedrohung, die überall, im In-
und im Ausland, droht, zumal der Krieg den Präsident zum
obersten Kriegsherrn mit entsprechenden Befugnissen machte und
einen Kampf um Sieg oder Niederlage suggerierte. Dass es um einen
Schicksalskampf gegen das Böse gehe, zu dem die jetzige Generation
der Amerikaner aufgerufen, hatte Präsiden Bush gerne wiederholt.
Als die ersten Erfolge in Afghanistan und im Irak umschlugen,
die Ausrufung des Endes der "größeren Kriegshandlungen"
im Irak dann tatsächlich in einem zermürbenden Kampf
gegen Aufständische und Terroristen sowohl in Afghanistan
als auch im Irak mündet, wurde GWOT allmählich zum langen
Krieg. Jetzt heißt es, man dürfe den Irak und Afghanistan
nicht alleine lassen, weil man dort die USA (oder Deutschland)
verteidigt. Der Terror, den man dort weiter geschürt hat,
kann nun tatsächlich in Bürgerkriege ausarten und hat
bereits die Welt unsicherer gemacht.
Nachdem die Amerikaner mehrheitlich von den kriegerischen Abenteuern
und Machtansprüchen des Weißen Hauses genug hatten,
haben bei den letzten Wahlen die Demokraten eine Mehrheit im Kongress
errungen. Sie finden eine missliche Situation vor. Nicht nur haben
sie zum großen Teil dem Globalen Krieg gegen den Terrorismus
zugestimmt oder aus Angst vor den Wählern sich nicht deutlich
dagegen ausgesprochen, sondern die Lage ist jetzt tatsächlich
verfahren und keine befriedigende Lösung im Irak, im Nahost-Konflikt,
in Bezug auf Iran und vielen anderen Konflikten, nicht zuletzt
mit Russland, in Sicht. Die Demokraten schauen auf die anstehenden
Präsidentschaftswahlen und haben nicht einmal eine einheitliche
Linie hinsichtlich des Iraks entwickeln können. Allerdings
hat die zweitmächtigste Frau nach Bush, Nancy Pelosi, bereits
deutliche Spuren gesetzt, beispielsweise, indem sie Syrien besucht
hat. Die Bush-Regierung pflegt mit den Gegnern im Globalen Krieg
gegen den Terrorismus nach der ausgegebenen Devise: "Wer
nicht für uns ist, ist gegen uns" normalerweise nicht
zu verhandeln, bevor nicht eine Unterwerfungsgeste kommt, wodurch
Konflikte normalerweise eskalieren.
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Mag sein, dass ein Vorstoß im nun auch demokratisch beherrschten
Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses eine
Änderung mit sich bringen kann, die den Demokraten auf die
Sprünge hilft. Hier wurde nämlich eine neue Sprachregelung
eingeführt, d.h. etwa, man spricht nicht mehr offiziell vom
Globalen Krieg gegen den Terrorismus, wenn es um den Verteidigungshaushalt
für 2008 geht. In einem Memo, das seit dem 27. März
zirkuliert, heißt es, dass die Verteidigungspolitik genauer
die speziellen militärischen Operationen benennen müssen
und Gemeinplätze vermeiden solle. Verbannt sind der "Globale
Krieg gegen den Terrorismus" und der Lange Krieg –
gerne mit dem Kalten Krieg verglichen - , die in der Tat äußerst
komplexitätsreduzierend und daher gefährlich vereinfachend
oder verallgemeinernd sind.
In dem Memo werden Beispiele dafür genannt, wie man sich
besser ausdrücken soll. Statt GWOT geht es um den "Krieg
im Irak", den "Krieg in Afghanistan", die "Operationen
am Horn von Afrika" oder um "militärische Operationen
in der ganzen Welt". Angeblich gehe es bei der Einführung
der neuen Terminologie um "keine politische Absichten",
man wolle nur plakative Begriffe vermeiden. Aber natürlich
würde man damit die Politik neu ausrichten, weil man nicht
überall den gleichen Gegner sieht, sondern zur Ausdifferenzierung
gezwungen wäre. Manche militärische Operationen wie
der Irak-Krieg könnten dann auch als Ablenkung von der Bekämpfung
des islamistischen Terrorismus oder gar zu dessen Förderung
verstanden werden.
Der Vorsitzende des Ausschusses, der Demokrat Ike Skelton, meint
denn auch, dass der Irak-Krieg verhindert habe, Bin Laden zu verfolgen.
Bush-treue Republikaner meinen hingegen, man verhindere die Ausbreitung
des Terrorismus, wenn man den Krieg gegen den Terrorismus im Irak
führe.
Die Kritik an der neuen Sprachregelung seitens der Republikaner
weist der demokratische Ausschussvorsitzende zurück. Er sagt
ganz zu Recht gegenüber den Spinmeistern der letzen Jahre,
dass es auf die Worte ankommt und dass man möglichst genau
bezeichnen müsse, was gemeint ist. Die Kritik der Republikaner
seien nur der Versuch, weiterhin "den Misserfolg im Irak
und den weltweiten Krieg gegen den Terrorismus zu verbinden".
Aber den Krieg im Irak müsse man vom Krieg gegen die Terroristen
unterscheiden, "die in Afghanistan herangewachsen sind und
uns am 11.9. angegriffen haben".
Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25019/1.html
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| 29.03.2007 |
Israel setzt Aggressionen gegen palästinensische
Zivilbevölkerung unbeirrt fort |
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Erneut ist ein palästinensisches Todesopfer in der
Westbank zu betrauern: Israelische Besatzungstruppen eröffneten
im Flüchtlingslager Jenin das Feuer auf eine Menschengruppe.
Ein Palästinenser wurde tödlich getroffen und verstarb
noch an Ort und Stelle. Besatzungstruppen halten sich seit Tagen
in mehreren Städten der Westbank auf. Sie führen Razzien
durch und dringen immer wieder in das Wohneigentum der palästinensischen
Bevölkerung ein. Allein am heutigen Vormittag wurden insgesamt
15 Palästinenser in Nablus, Jenin und Hebron festgenommen.
Im Gazastreifen befinden sich zwei Palästinenser nach israelischen
Attacken im kritischen Zustand: Wie medizinisches Personal des
Al-Shifa Krankenhauses bestätigte, wurden vier Männer,
darunter zwei Schwerverletzte, eingeliefert. Sie befanden sich
in ihrem Auto in Beit Lahiya, im nördlichen Gazasteifen,
als ein israelischer Kampfhubschrauber plötzlich das Feuer
auf den Wagen eröffnete und diesen zerstörte.
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| 26.03.2007 |
Der Krieg der USA im Mittleren Osten hat
Vernichtungs-Charakter |
| |
Quelle: Telepolis
Betrachtet man das Vorgehen der USA auch nur über die letzten
drei
Jahrzehnte (davor sah es nicht besser aus), so wird erkennbar,
dass
die Kriegshandlungen der USA im Mittleren Osten nicht die
"Demokratisierung" der Region, sondern die Zerschlagung
nationaler
Souveränität und kultureller Identität in der ganzen
Region zum Ziel
haben:
Afghanistan:
Hier wurde von den USA eine Brutstätte fundamentalistischer
islamischer "Gotteskrieger" geschaffen, die dann im
Stellvertreterkrieg gegen die russische Armee in Afghanistan
eingesetzt wurden. Nach der "Befreiung" von den russischen
Besatzern
(wie viele Afghanen mögen das angesichts dessen was auf sie
danach
zukam als Befreiung empfunden haben) haben die USA das Regime
der
fundamentalistisch/islamischen Taliban über Jahre aktiv unterstützt.
Bewusst wurde hingenommen, dass in Afghanistan nach Jahrzehnten
Krieg
ein grausames Regime herrschte. Erst als dieses sich den US-Plänen
für Pipelines widersetzte kam es zum Bruch zwischen den USA
und den
Taliban. Die Anschläge des 11. September 2001 dienten als
Vorwand,
Afghanistan zu bombardieren, zu überfallen und zu besetzen.
In Kabul herrscht nun eine US-genehme Marionetten-Regierung.
In
weiten Teilen des Landes, besonders im Süden, ist das Land
weit
hinter seinen Entwicklungsstand der frühen 1970er Jahren
zurückgefallen. Mittlerweile führen die Taliban einen
sich ständig
ausweitenden Guerillakrieg gegen die fremden Armeen im Land. Die
Bevölkerung wird von beiden Seiten, den Besatzern wie den
Taliban,
terrorisiert. Auf Jahre hinaus wird dieser Kriegszustand anhalten.
Irak:
Hier zeigt sich besonders eklatant das zynische Vorgehen der
USA.
Nachdem bereits durch die über 10 Jahre anhaltenden Sanktionen
und
zwischenzeitlichen Bombardierungen die Infrastruktur soweit zerstört
war, dass schätzungsweise 1 Million Iraker zusätzlich
starben (davon
die Hälfte Kinder), wurde mit gefälschten Dokumenten
über angebliche
Massenvernichtungswaffen ein Angriffskrieg geführt und das
Land
anschliessend besetzt. Alle staatlichen Strukturen wurden sofort
aufgelöst, wodurch das Land in Chaos versank.
Nachdem in der folgenden Zeit der militärische Widerstand
gegen die
Beatzer ständig zunahm, bis auf ein Niveau von ca 80 Anschlägen
auf
die Besatzungstruppen pro mTag, wurden Gefangene von den US-Truppen
gefoltert und getötet. Schliesslich wurde mit gezielten Anschlägen
auf Moscheen ein Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen
Religionsparteien im Iark geschürt, um den Widerstand zu
diskreditieren un zu brechen. Mit grosser Medien-Propaganda traten
die Terror-Gestalten von "Al Qaida im Irak" auf, wie
z.B. Zarkawi.
Die Anschläge auf die Besatzungstruppen wurden nicht weniger.
Inzwischen sterben täglich zwischzen 150 und 200 Menschen
durch den
anhaltenden Krieg im Irak. Über die Jahre akkumuliert das
von den
Besatzungstruppen verschossene radioaktive DU im Land, mit
katastrophalen Folgen wie Missbildungen und Krebs. Allein der
Einsatz
von DU kann schon als versuchter Genozid gewertet werden. Das
Land
und seine Bevölkerung sehen langfristig ihrer Marginalisierung,
wenn
nicht sogar Vernichtung entgegen.
Trotzdem mehr als 80% der irakischen Bevölkerung für
einen sofortigen
Abzug der Besatzungstruppen sind, und mehtr als 50% der Bevölkerung
aktive Kriegshandlungen gegen die Besatzer befürworten, bleiben
die
angloamerikanischen Armeen im Land. Mit welcher Rechtfertigung?
Wie sich immer mehr zeigt, scheint System hinter der US-Strategie
zu
stehen. Der "Misserfolg" im Irak wird nun dem Iran in
die Schuhe
geschoben. Israel macht unverholen Druck auf die USA, den Iran
noch
vor Inbetriebnahme des Reaktors in Busher zu bombardieren. Die
USA
benutzen den UN-Sicherheitsrat für eine Eskalationspoitik
gegenüber
dem Iran. Die konkrete Gefahr eines US-Angriffs auf den Iran steht
bevor.
Dieser Angriff, sollte er kommen, wird wahrscheinlich aus der
Luft
geführt, gegen mehrere Tausend "Ziele". Vermutlich
auch mit nuklearen
Waffen. Hierzu wurden bereits Zitate eines russischen Generals
hier
gepostet. Ein solcher Angriff wäre katastrophal. Ein Verbrechen
gegen
die Menschheit vom Ausmass der Atombombenabwürfe über
Hiroshima und
Nagasaki. Man sollte sich hier nichts vormachen lassen. An den
Folgen
der Angriffe würden Hundertausende sterben (im Irak sind
es bei
konventioneller Kriegsführung bis jetzt etwa eine halbe Million
Opfer). Nach Zerstörung der iranischen Infrastruktur würden
weitere
Hundertausende sterben.
Zuzutrauen wäre es dieser US-Regierung ohne weiters. Solch
ein
Massaker braucht allerdings eine Rechtfertigung. Die Gefangennahme
von 15 Seeleuten dürfte dafür nicht ausreichen. Es besteht
die akute
Gefahr, dass vor einem solchen Angriff auf den Iran noch ein zweites
"9/11" geschehen wird. Ein Anschlag mit mehr als Tausend
Toten, in
den USA oder einem anderen westlichen Land. Danach fragt keiner
mehr
nach "Beweisen". Keine Macht der Welt wird dann die
USA, wenn sie
solch ein Szenario durchfüren wollen, daran hindern können.
Nur eine Revolte im US-Militär könnte eine solche Entwicklung
stoppen. Einige US-Generäle haben bereits angekündigt,
einen Angriff
auf den Iran nicht mitzmachen. Wollen sie ihn verhindern, werden
sie
noch erheblich weiter gehen müssen. Die USA sind vollgesogen
mit
einem patriotischen Militarismus. Fraglich, ob ein Graf Stauffenberg
in den USA, wenn es ihn dann gäbe, erfolgreicher wäre
als der
Historische im deutschen Faschismus.
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| 24.03.2007 |
Brasilien schließt Hafen von US-Getreidekonzern |
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Die brasilianischen Behörden haben
einen Hafen des US-Getreidekonzerns Cargill am Amazonas geschlossen.
Für die Anlage zur Verschiffung von Soja gebe es nicht den
erforderlichen Nachweis der ökologischen Unbedenklichkeit,
teilte die Polizei am Samstag mit. Umweltschützer begrüßten
die Entscheidung als einen Sieg für den tropischen Regenwald
im Amazonas-Becken.
Die Schließung des Hafens von Santarem, einer verschlafenen
Stadt rund 2.000 Kilometer nordwestlich von Sao Paulo, folgt einer
richterlichen Entscheidung vom Freitag. Cargill hat demnach ein
Gutachten zu den Umweltfolgen des Hafens vorgelegt, das nicht
den gesetzlichen Anforderungen entspricht. "Sie müssen
es korrekt machen, wie es das Gesetz vorschreibt", sagte
der an der Schließung beteiligte Polizeibeamte Cesar Dessimoni
in Santarem.
Rodungen für Soja-Anbau
Umweltschützer sehen in den Rodungen für den Soja-Anbau
und die Viehzucht die größte Bedrohung für die
Natur. "Dies ist ein wichtiger Tag für den Amazonas-Regenwald
und für die hier lebenden Menschen", erklärte Greenpeace-Kampagnenleiter
Paulo Adario.
Cargill ist schon seit 1965 in Brasilien aktiv. Das Unternehmen
kündigte an, juristisch gegen die Entscheidung vorzugehen.
Das ökologische Gutachten für den Hafen Santarem sei
von den Behörden des Staates Para akzeptiert worden, sagte
eine Sprecherin.
Cargill eröffnete den für 20 Millionen Dollar (15,0
Mio. Euro) gebauten Hafen vor drei Jahren als Reaktion auf die
wachsende globale Nachfrage nach Soja. In Santarem können
Schiffe mit großem Tiefgang anlegen. Der brasilianische
Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat im Wahlkampf zudem
versprochen, die Straße von den Hauptanbaugebieten für
Soja im Staat Mato Grosso nach Santarem über eine Länge
von 1.770 Kilometer zweispurig auszubauen.
Rodungen rückläufig
Der Amazonas-Regenwald erstreckt sich über eine Fläche
von der Größe Westeuropas. Im vergangenen Jahr wurden
nach Angaben der Regierung 16.700 Quadratmeter Wald gerodet, elf
Prozent weniger als 2005. Umweltschützer führen dies
darauf zurück, dass der Preis für Soja im Welthandel
zurückgegangen ist und die brasilianische Währung im
Verhältnis zum US-Dollar eine Aufwertung erfahren hat.
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| 24.03.2007 |
Word Trade Centers |
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http://net-news-global.de/pdf/hintergruende911.pdf
Larry Silverstein ist der Grundstücks-"Tycoon"
von New York, der den
gesamten Gebäude-Komplex des Word Trade Centers genau 6 Monate
vor den
Anschlägen des 11. September 2001 erwarb. Das war das erste
Mal in der
33-jährigen Geschichte, dass dieser Gebäude-Komplex
überhaupt seinen
Besitzer wechselte.
Mr. Silverstein's erste Geschäftsanweisung als neuer Eigner
war, die für
die Sicherheit des Gebäude-Komplexes zuständige Firma
zu wechseln. Die
neue Sicherheits-Firma, die er anheuerte, war 'Securacom' (jetzt
'Stratasec'). George W. Bush's Bruder, Marvin Bush, gehörte
hier zum
Kreis der Direktoren, und Marvin's Cousin, Wirt Walker III, war
der
Geschäftsführer. Gemäß den öffentlichen
Auftragsbüchern lieferte
'Securacom' nicht nur elektronische Sicherungsanlagen für
das World
Trade Center; es bediente auch den 'Dulles International Airport'
und
die 'United Airlines', zwei Komponenten, die bei den Anschlägen
des
11.9.2001 eine Schlüsselrolle spielten.
Die 'Company' war (finanziell) abgedeckt durch eine Investmentfirma,
die
'Kuwait-American Corporation', die über viele Jahre mit der
Bush-Familie
in Verbindung stand. 'KuwAm' war seit dem Golf-Krieg mit der
Bush-Familie finanziell verquickt. Einer der Direktoren, Mishal
Yousef
Saud al Sabah, zugleich Mitglied der Kuwaitischen Königsfamilie,
arbeitete auch im Ausschuss von 'Stratasec'.
So ist festzustellen: Die Mitglieder einer kleinen Kabalen-Gruppe
besaßen den 'WTC-Komplex', überwachten dessen elektronische
Sicherheit
und darüber hinaus nicht nur die elektronische Sicherheit
einer der
Luftfahrtgesellschaften, deren Flugzeuge am 11.9.01 entführt
wurden,
sondern auch noch die elektronische Sicherheit des Flughafens,
von dem
aus diese Flugzeuge gestartet waren.
Ein weiterer "kleiner Zufall": Mr. Silverstein, der
eine Anzahlung von
$124 Millionen auf diesen $3.2 Milliarden-Komplex machte, versicherte
diesen umgehend auf $7 Milliarden. Und nicht nur das: Er deckte
den
Komplex dabei zugleich gegen "Terroristen-Attacken"
ab.
Nach den Anschlägen erstellte Silverstein ZWEI (!)
Versicherungs-Forderungen über die Höchstsumme der Police
(also $7
Milliarden), basierend auf 'zwei' – aus Silversteins Sicht
– separaten
Anschlägen. Die Versicherungsgesellschaft, 'Swiss Re', zahlte
Mr.
Silverstein $4.6 Milliarden aus, eine geradezu fürstliche
Auszahlung,
gemessen an der relativ dürftigen Investment-Anzahlung von
$124 Millionen.
Und da ist noch mehr! Es ist zu bedenken, dass die Türme
des World Trade
Centers eigentlich niemals dem allgemeinen Grundstücksmarkt
zur
Verfügung standen. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen
bestand
nie die Absicht, dass das World Trade Center – das von Anbeginn
von den
New Yorker Hafenbehörden ('NY Port Authority') subventioniert
wurde –
ungeschützt dem rauen und anfälligen Grundstücksmarkt
ausgesetzt sein
sollte. Wie war es möglich, dass die 'Silverstein-Gruppe'
dies
ignorieren konnte? Die Türme benötigten über $200
Millionen an
Renovierungs- und Verbesserungs-Maßnahmen, Kosten, die sich
meistenteils
auf Entfernung und Austausch von Baumaterialien bezogen, die Jahre
später nach Erstellung der Gebäude als Gesundheitsrisiko
galten. Es war
in der City von New York allgemein bekannt, dass das WTC als
'Asbest-Bombe' galt. Jahrelang behandelte die Hafenbehörde
das Gebäude
wie einen alternden Dinosaurier und ersuchte bei verschiedenen
Gelegenheiten um Erlaubnis, das Gebäude aus Gründen
der Haftung sprengen
zu dürfen, wurde aber wegen des allgemein bekannten Asbest-Problems
zurückgewiesen. Weiterhin war auch bekannt, dass das Gebäude
nur deshalb
noch – bis zum 11.9.01 – weiter unterhalten wurde,
weil es zu
kostspielig gewesen wäre, die beiden Türme Etage für
Etage abzutragen,
seit es der Hafenbehörde gesetzlich verboten war, sie zu
sprengen.
Die veranschlagten Kosten für das schrittweise Abtragen
der Türme belief
sich auf $15 Milliarden. Allein die Kosten für das Baugerüst
für diese
Maßnahme wurde auf $2.4 Milliarden geschätzt!
Mit anderen Worten: Die Zwillingstürme waren der 'Verdammung'
ausgesetzte Strukturen. Wie günstig also, dass da ein "unerwarteter
terroristischer Anschlag" die Gebäude komplett zerstörte.
Gebäude Nummer 7 war ebenfalls Bestandteil des WTC -Komplexes,
–
abgedeckt durch die selbe Versicherungs-Police. Diese 47-stöckige
Stahlrahmen-Konstruktion, die NICHT durch ein Flugzeug getroffen
wurde,
brach am selben Tag 8 Stunden später auf 'mysteriöse'
Weise in freiem
Fall in sich zusammen, und zwar genau innerhalb seines eigenen
Grundrisses, genau wie die beiden Zwillings-Türme.
Wie konnte dies geschehen? Mr. Silverstein gab der Welt die Antwort,
als
ihm während eines PBS- (Public Broadcasting Service) -Fernseh-Interviews
ein Jahr später, am 11.9.2002, ein Fehler unterlief:
"Ich erinnere mich, dass ich einen Anruf erhielt von dem
…äh...
Feuerwehr-Hauptmann, der mir berichtete, dass sie nicht sicher
seien, ob
sie das Feuer eindämmen könnten, und ich sagte: ''Wir
hatten so viel
schreckliche Verluste an Leben, vielleicht wird es das Geschickteste
sein, "to pull" = 'kontrolliert zu sprengen'. So entschieden
sie, zu
sprengen, und wir beobachteten, wie das Gebäude zusammenfiel".
Wie jeder, der etwas von Gebäudekonstruktionen kennt, euch
sagen wird,
ist das englische Wort "Pull" (="ziehen")
der allgemeine
Industrie-Jargon für eine kontrollierte Sprengung.
Eines ist sicher: Die Entscheidung, WTC 7 "to 'pull'",
dürfte eine große
Zahl 'gewisser Leute' gefreut haben. Besonders deshalb, weil berichtet
wurde, dass Tausende 'sensibler Aktenvorgänge', die sich
auf einige der
größten Finanz-Schiebereien der Geschichte bezogen
– einschließlich
"Enron" und "WorldCom" – von Pächtern
des Gebäudes in den Büros dort
gelagert waren: US Secret Service, NSA, CIA, IRS, BATF, SEC, NAIC
Securities, Salomon Smith Barney, American Express Bank International,
Standard Chartered Bank, Provident Financial Management, ITT Hartford
Insurance Group, Federal Home Loan Bank.
Die Versicherungen und die Börsenaufsicht machten keine
Angaben über die
Zahl der aktiven Fälle, in denen substanzielle Akten bei
dem Einsturz
von WTC 7 vernichtet worden waren. 'Reuters' Nachrichtendienst
und die
Los Angeles Times veröffentlichten Berichte, in denen die
Zahl auf 3.000
bis 4.000 geschätzt wurde. Sie enthalten auch die große
Anfrage der
Agentur hinsichtlich der Art und Weise, wie die Investment-Banken
'heiße
Anteile' von ursprünglich öffentlichen Geboten während
des
'High-Tech-Booms' weiterverteilt haben.
..."Laufende Untersuchungen bei der New Yorker Börsenaufsicht
SEC ( =
Securities and Exchange Commission) werden davon dramatisch betroffen
sein, da vieles von deren Arbeit 'Papier- intensiv' ist",
sagte Max
Berger von "New York's Bernstein Litowitz Berger & Grossmann".
"Das ist
eine Katastrophe für diese Vorgänge".
"Citigroup" sagt, einige der Informationen, nach denen
das Komitee
forscht (über "WorldCom") wurden am 11. September
2001 durch die
Anschläge auf das World Trade Center vernichtet. "Salomon"
hatte Büros
in Gebäude Nr. 7 des WTC. Die Bank sagt, dass die Datenbänder
mit
Sicherungskopien von "Corporate-E-Mails" aus der Zeit
von September 1998
bis Dezember 2000 in diesem Gebäude gelagert waren und durch
die
'Attacke' zerstört worden seien.
Im WTC 7 befand sich das größte Regional-Büro
des US-Geheimdienstes mit
mehr als 200 Beschäftigten. "All die Nachweise für
diese Fälle, die in
WTC -Gebäude Nr. 7 aufbewahrt waren, gingen mit dem Einsturz
unter",
sagt David Curran, Spezial-Agent des US Geheimdienstes.
Welch eine 'nette', komplette und 'zufällige' Wende doch
die Ereignisse
des 11. September genommen haben!
Übrigens lohnt es sich, einmal einen Blick auf 'Lucky Larry's'
engsten
Freundeskreis zu werfen, wie zum Beispiel darunter eine Person,
mit der
er, wie er sagt, fast täglich telefoniert, und das ist niemand
anderes
als der frühere Ministerpräsident Israels, Benjamin
Netanyahu.
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| 15.03.2007 |
Schuldzuweisungen |
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Verfahren gegen US-Soldat wegen Mordes
an 3 Irakern Derzeit muß sich ein
US-Soldat vor einem Kriegsgericht wegen des Mordes an drei unbewaffneten
Irakern verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seinen Untergebenen
den Befehl zu den Morden gegeben zu haben.
Im Januar war der Stabsgefreite Juston R. Graber, einer der daran
beteiligten Soldaten, zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt
worden. Später dann wurden der Hauptgefreite Corey R. Clagett
und der Stabsgefreite William B. Hunsaker zu Haftstrafen von 18
Jahren verurteilt. Am Dienstag nun sagte Hunsaker - die "Zusammenarbeit"
mit dem Gericht war Bedingung für seine Strafminderung -
gegen seinen damaligen Vorgesetzten, Oberfeldwebel Ray Girouard,
aus.
Girouard habe ihm und den anderen Soldaten befohlen, die drei
gefangenen Iraker freizulassen um sie dann "auf der Flucht"
zu erschießen. "Sie werden ihnen die Fesseln durchschneiden,
ihnen befehlen zu laufen und sie dann erschießen",
habe Girouard Hunsaker zufolge gesagt. Hunsaker sagte weiter aus,
er habe die Gefangenen daraufhin nach draußen gebracht und
ihnen die Augenbinden abgenommen. Clagett habe ihnen dann auf
arabisch gesagt, sie sollten laufen. Girouard habe ihm später
mit einem Taschenmesser einen Schnitt verpaßt, damit es
"echter" aussehe.
Am Mittwoch dann sagte Girouards damaliger Vorgesetzter, Hauptfeldwebel
Eric Geressy aus, er habe seinerseits kurz vor den tödlichen
Schüssen über Funk gebrüllt "Ich verstehe
nicht ... warum wir diese Kerle lebend haben!" Er habe damals
geglaubt, die Gefangenen hätten zuvor bei einem Feuergefecht
auf die US-Soldaten geschossen und hätten daher getötet
werden sollen. Nicht nur, daß die Iraker in Wahrheit ohne
Gegenwehr gefangengenommen worden waren, Geressy bestätigte
hiermit zumindest indirekt, daß die Soldaten "keine
Gefangenen" machen sollten, was entsprechend den Genfer Konventionen
ein schwerwiegendes Kriegsverbrechen darstellt.
Ein Bericht der New York Times zeigt andererseits, daß
der Ursprung dieses Befehls noch weitaus höher zu suchen
ist, dies seitens des US-Militärs offenbar aber auch vertuscht
werden soll - und derartige Befehle durchaus geduldet werden.
Dem Bericht zufolge hat Oberst Michael D. Steele - jener Kommandeur
dieser Einheit, der schon im Juli des vergangenen Jahres durch
mehrere eidesstattliche Versicherungen des Befehls "keine
Gefangenen" zu machen beschuldigt worden war, seinerseits
bisher keinerlei ernste Folge deswegen hinzunehmen. Vielmehr erhielt
er bereits im vergangenen Sommer einen Verweis - wenn auch nur,
weil er den Soldaten "fälschlicherweise den Eindruck
vermittelte, es sei nicht notwendig, Kämpfer von Zivilisten
zu unterscheiden", so ein Bericht von Brigadegeneral Thomas
Maffey. Bemerkenswert ist hier sicherlich, daß auch Maffey
die Tötung von gegnerischen Kämpfern für legitim
hält, auch wenn diese sich bereits ergeben haben und in der
Gewalt des US-Militärs befinden.
Letztlich läßt dieser Fall erahnen, wie gängig
die Ermordung von Gefangenen durch US-Soldaten in Wahrheit ist.
Wären nicht Soldaten zugegen gewesen, die sich einer Beteiligung
ausdrücklich verweigert haben, weil sie dieses Vorgehen als
Mord betrachteten, so wäre auch dieser Fall vermutlich niemals
publik oder gar verfolgt geworden.
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| 08.03.2007 |
Im Namen des Volkes? |
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Vor der Tornado-Entscheidung
Von Knut Mellenthin
Der Bundestag entscheidet am Freitag über den Einsatz von
sechs bis acht Tornado-Kampfflugzeugen im Afghanistan-Krieg der
NATO. Die Maschinen sollen durch Luftaufklärung die Offensivoperationen
der Bündnispartner unterstützen, können mit ihren
Bordkanonen aber auch Ziele am Boden angreifen. An der Zustimmung
des Hohen Hauses besteht von vornherein kein Zweifel. Interessant
wird aber die Zahl der Nein-Stimmen sein. Zum Vergleich: Im September
2005 stimmten neben den damals nur zwei Abgeordneten der PDS zwölf
weitere Volksvertreter gegen die Verlängerung des Bundeswehrmandats
am Hindukusch. Ein Jahr später waren es 71 Nein-Stimmen,
darunter 53 von der Linkspartei.PDS. Nun könnte die Zahl
der Gegner einer Kriegseskalation bei über 100 liegen, falls
alle Abgeordneten, die sich in den vergangenen Wochen kritisch
zum Tornado-Einsatz geäußert haben, standfest bleiben.
Daß ein Ja bei der morgigen Abstimmung Deutschlands Unterstützung
für die angestrebte militärische »Entscheidungsschlacht«
signalisiert, sollte allen Abgeordneten klar sein. Durch den Beginn
der NATO-»Frühjahrsoffensive« am Dienstag wurde
nochmals auf diesen Zusammenhang hingewiesen.
Einige Abgeordnete werden ihre Zustimmung zum Tornado-Einsatz
mit Appellen für einen »Strategiewechsel« im
Afghanistan-Krieg rechtfertigen. Soll heißen: Dem »zivilen
Wiederaufbau des Landes« müsse Priorität vor militärischen
Aktionen eingeräumt werden. Das ist bestenfalls Wunschdenken,
in Wirklichkeit aber wohl doch eher Heuchelei. Es gibt seitens
der USA, die mehr als die Hälfte der kriegführenden
Truppen in Afghanistan stellen, und auch seitens ihres Juniorpartners
Großbritannien keinerlei Hinweise, daß ein solcher
»Strategiewechsel« beabsichtigt sein könnte.
Im Gegenteil: In einer Art von Torschlußpanik will die
NATO in diesem Jahr den Aufständischen durch Großoffensiven
»das Rückgrat brechen«, solange das noch möglich
erscheint. Denn in großen Teilen Afghanistans, vor allem
im Süden und Südosten, hat fünfeinhalb Jahre nach
Kriegsbeginn der Widerstand die Macht übernommen. Gegen einen
solchen Aufstand kann selbst eine militärisch weit überlegene
Macht keine »Entscheidungsschlacht« erzwingen. Sie
kann nur versuchen, die mit den Aufständischen sympathisierende
Bevölkerung einzuschüchtern, zu terrorisieren oder sie
zwangsweise aus ihren Dörfern zu vertreiben. Dabei ist die
Wahrscheinlichkeit, daß dem Aufstand immer neue Kräfte
zugeführt werden, groß. Es ist nur eine Frage der Zeit,
bis der Bundestag auch über den Einsatz deutscher Soldaten
zur direkten Aufstandsbekämpfung entscheiden muß.
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| 06.03.2007 |
Lieber Knast als Krieg |
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Prozeß in der Kaserne: US-Militärgericht klagt Irak-Kriegsdienstverweigerer
in Würzburg an. Friedensorganisationen und Veteranen protestieren
Von Sebastian Wessels
Oktober 2006: Militärangehörige eskortieren Augustin
Aguayo (M.) durch den Flughafen Frankfurt am Main. Ihr Ziel ist
das US-Militärgefängnis in Mannheim
Foto: MCN
Bis zu sieben Jahre Haft, die unehrenhafte Entlassung aus der
Armee und eine Vorstrafe drohen dem US-Kriegsdienstverweigerer
Augustín Aguayo, der am Dienstag und Mittwoch in Würzburg
vor dem Kriegsgericht steht. Die Armee wirft ihm »Desertion
zur Vermeidung eines gefährlichen Einsatzes« und »Verpassen
der Verlegung der Einheit« vor. Aguayo hatte bereits Anfang
des Jahres 2004, als seine in Schweinfurt stationierte Infanterieeinheit
in den Irak abkommandiert wurde, einen Antrag auf Anerkennung
als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen gestellt,
der jedoch abgelehnt wurde. Bis heute schöpft er die Mittel
des Rechtsweges aus, um die Ablehnung anzufechten, doch bislang
ohne Erfolg. Zuletzt hatte der US Court of Appeal in Washington
im Februar sein Zivilberufungsverfahren abgelehnt. Es steht Aguayo
offen, dort eine zweite Anhörung zu beantragen und anschließend
das höchste US-Gericht, den Supreme Court, anzurufen. Doch
solange keine Entscheidung der höheren Instanzen vorliegt,
schreitet der Militärgerichtsprozeß voran. Nun wird
in der Würzburger US-Kaserne »Leighton Barracks«
verhandelt.
Beistand von Veteranen
Der bereits drei Jahre dauernde Widerstand des mexikanischstämmigen
Aguayo, der im Jahr 2000 US-Bürger wurde, hat inzwischen
einige Aufmerksamkeit erregt. Ein internationales Bündnis
von Friedensorganisationen setzt sich für seine Freilassung
ein. Gemeinsam mit der Ehefrau, der Mutter und den zwei Töchtern
Aguayos bemühen sie sich derzeit darum, auf seinen Fall aufmerksam
zu machen und öffentlichen Druck zu erzeugen. Die beiden
Prozeßtage in Würzburg werden von öffentlichen
Mahnwachen begleitet; außerdem stellen sich Friedensaktivisten
und Aguayos Angehörige auf Informationsveranstaltungen in
Würzburg und Berlin der Öffentlichkeit.
Ein Großteil der Unterstützung für Aguayo kommt
aus den USA; unter anderem von den »Iraq Veterans Against
the War« (IVAW), einer Organisation, die den sofortigen
Rückzug der US-Truppen, eine umfassende Sozialversorgung
für die Veteranen und Reparationszahlungen für den Irak
fordern. IVAW-Präsidentin Kelly Dougherty, die selbst in
den Jahren 2003 und 2004 als Militärpolizistin im Irak stationiert
war, sieht in Augustín Aguayo ein »großes Vorbild«,
denn mittlerweile stellten viele US-Soldaten den Sinn des Irak-Kriegs
in Frage. Es sei jedoch äußerst schwer für Militärangehörige,
sich dem Kriegsdienst zu entziehen, erklärte sie am Montag
auf einer Veranstaltung der »Berliner Friedenskoordination«.
Selbst verletzte Heimkehrer, die sich nach ihrer Genesung weigerten,
wieder den Dienst anzutreten, verlören die Sozialversorgung
durch die Armee – was viele sich schlicht nicht leisten
könnten.
Wie Dougherty, so betonte auch Elsa Rassbach, Mitbegründerin
des »American Voices Abroad (AVA) Military Project«,
daß sich die für den Irak-Krieg wichtigsten US-Stützpunkte
außerhalb der USA in Deutschland befinden. Beide appellierten
an die deutsche Bevölkerung, dem Krieg Widerstand entgegenzusetzen.
Während etwa in Großbritannien, Spanien und Italien
Demonstrationen stattfänden, bleibe es in Deutschland »relativ
leise«, so die in Berlin lebende US-Staatsbürgerin.
Die Bundesrepublik sei außerdem verantwortlich für
die Einhaltung der Menschenrechte auch auf ausländischen
Militärbasen in Deutschland. Deshalb dürfe die Regierung
im Fall Aguayo nicht wegsehen, dessen Dienstvertrag gegen seinen
Willen verlängert wurde und der im Konflikt mit seinem Gewissen
im Irak an der Waffe dienen mußte. Dies grenze an »Sklavenarbeit«
und »Folter«, so Rassbach. Im Namen zahlreicher Friedensorganisationen
hat sie deshalb am 27. Februar einen Brief an die deutsche Bundesregierung
gesandt, in dem es heißt, »die versuchte »Entführung«
eines ausländischen Soldaten von deutschem Boden zu einem
Kriegseinsatz, der er sich nur durch Flucht entziehen konnte,
(...) ist eine nicht hinnehmbare Menschenrechtsverletzung«.
Notfalls in Handschellen
Aguayo hatte ab Februar 2004 ein Jahr im Irak als Rettungssanitäter
gedient und war mit seiner Einheit nach Deutschland zurückgekehrt,
die im August 2006 wiederum im Irak eingesetzt werden sollte.
Aguayo entzog sich der Verlegung und stellte sich freiwillig der
Militärpolizei in Schweinfurt, darauf gefaßt, mit Gefängnis
bestraft zu werden. Als sein Kommandeur jedoch befahl, ihn »notfalls
in Handschellen« zum Einsatz in den Irak zu schicken, floh
er und reiste über Mexiko in die USA ein. Dort stellte er
sich wiederum freiwillig und wurde ins Militärgefängnis
nach Mannheim verfrachtet, wo er bis heute einsitzt.
Wie viele junge US-Amerikaner hatte sich auch Aguayo aus finanziellen
Gründen zur Armee gemeldet – er wollte Arzt werden
und war nach dem teuren Studium hochverschuldet. Die Armee verspricht
in solchen Fällen finanzielle Sicherheit. Trotz dieser Anreize
habe die Armee Schwierigkeiten, neue Rekruten zu finden, erklärte
Rassbach; und dies umso mehr, nachdem ein Großteil der US-Bevölkerung
den Krieg ablehne. So versuche man nicht nur mit allen Mitteln,
Männer zu rekrutieren, sondern auch, sie festzuhalten. Im
Verhältnis zur Gesamtzahl derjenigen, die den Kriegsdienst
verweigern wollen, geht die Zahl der anerkannten Anträge
seit Jahren zurück.
In Anbetracht der verbreiteten Ablehnung des Krieges auch in
den USA sei es keineswegs »antiamerikanisch«, sich
der US-Kriegspolitik entgegenzustellen, schloß Rassbach
ihren Appell an die Deutschen. »Im Gegenteil – wir
bitten euch darum«.
Termine
Aguayo vor Gericht
Am 6. und 7. März steht der Kriegsdienstverweigerer Augustín
Aguayo in der US-Kaserne »Leighton Barracks« in Würzburg
vor dem Kriegsgericht. Auf verschiedenen Veranstaltungen wollen
Hilfsorganisationen und Aguayos Angehörige gegen den Prozeß
protestieren und die Öffentlichkeit informieren.
Würzburg: Am Dienstag, den 6., und Mittwoch, den 7. März,
soll jeweils ab 8.30 Uhr eine Mahnwache vor dem Haupttor der Leighton
Barracks der US-Armee stattfinden (Rottendorferstr., westliche
Seite, Bus Nr. 14 vom Hauptbahnhof). Am Dienstag ist außerdem
ab 20 Uhr eine »Kontaktkneipe« im Lokal »Hans
Huckebein« (Textorstr. 5) geplant, wo sich US-Friedensaktivisten
und Angehörige Aguayos zum Gespräch versammeln.
Anwesend sein werden:
– die Ehefrau des Angeklagten, Helga Aguayo
– ihre gemeinsamen Zwillingstöchter Rebecca und Raquel
– die Mutter des Angeklagten, Susana Aguayo, die im vergangenen
Monat die Unterstützung des mexikanischen Regierung erlangt
hat
– Fernando Suarez del Solar, Vater eines mexikanisch-amerikanischen
US-Soldaten, der zu Beginn des Irak-Krieges gefallen ist. Er ist
Gründer von »Guerrero Azteca«, einer Organisation
spanischsprachiger Eltern gefallener US-Soldaten
– Kelly Dougherty, Sprecherin von »Iraq Veterans
Against the War«, einer führenden Organisation der
US-Friedensbewegung
– Lori Hurlebaus von »Courage to Resist«, einer
US-Organisation, die bislang etwa zwanzig US-Soldaten und -Offiziere
betreut hat, die wegen ihres Widerstands gegen den Krieg strafverfolgt
wurden
– Elsa Rassbach, Mitbegründerin von »American
Voices Abroad (AVA) Military Project«, einem Netzwerk von
US-Friedensaktivisten in acht europäischen Ländern
Berlin: Am Montag, den 12. März, findet ab 19.30 Uhr ein
Treffen im Lokal »Max und Moritz« statt (Oranienstraße
162, U-Bahn-Haltestelle Moritzplatz oder Kottbusser Tor). Hier
wollen Angehörige Aguayos über ihre Erfahrungen in Mexiko,
in den USA und in Deutschland berichten. Erwartet werden die Ehefrau,
Töchter und Mutter Aguayos sowie Fernando Suarez del Solar.
(sw)
Informationen und Kontakte: connection-ev.de
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| 01.03.2007 |
Das Desaster und die Lügen der USA |
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Von Gerhard Wisnewski
Das Desaster und die Lügen um den Irak, der geplante Überfall
auf den Iran, das explodierende Haushaltsdefizit in den USA, der
Wertverlust des Dollars und die galoppierende Schwindsucht der
politischen Glaubwürdigkeit - das sind nur die wichtigsten
Krisenerscheinungen des amerikanischen Imperiums. Die USA befinden
sich in einer ganz ähnlichen Lage wie die Sowjetunion 1988
und wie Deutschland 1944 - während die Führung starrsinnig
die nächste, womöglich tödliche Katastrophe anvisiert,
kommt es zu inneren Zerreißproben. Hinter der aalglatten
Fassade wird scharf geschossen, möglicherweise im wahrsten
Sinne des Wortes. Die Revirements und Rücktritte im Bush-Kabinett
waren dafür ein deutliches Zeichen, die angedrohten Rücktritte
von hohen US-Generälen für den Fall eines Iran-Angriffs
sind ein weiteres.
Kein Zweifel: Wichtige Teile des militärischen und politischen
Establisments sind auf Distanz zur Bush-Administration gegangen
und erkennen den klar selbstmörderischen Kurs des Diktators.
Sogar Hardliner wie Zbigniew Brzezinski zeigen alle Anzeichen
von Panik.
Selbstmörderisch wäre ein Iran-Überfall weniger
wegen der militärischen Gefahren eines Iran-Feldzuges, die
nach Expertenmeinung nicht besonders hoch sind. Suizidal wäre
das Unternehmen vor allem wegen der politischen und psychologischen
Spannungen, die ein solcher Schritt in den Bündnissen und
in den USA selbst auslösen würde. Diese Spannungen sind
nach den Irak-Lügen und dem Irak-Desaster bereits jetzt enorm
hoch. Das US-Imperium droht bereits jetzt an seinen eigenen Widersprüchen
zu zerbrechen, ähnlich wie die Sowjetunion nach dem Afghanistan-Desaster.
Niemand weiß das besser als Brzezinski, der als der Regisseur
der sowjetischen Afghanistan-Katastrophe gilt. Ein Iran-Überfall
würde die gesamte innere und äußere Legitimation
der Vereinigten Staaten auflösen, auch wenn ein neuer Vorwand
nach dem Muster des 11.9. inszeniert werden sollte. Ein solcher
Vorwand könnte einen Überfall auf den Iran zwar erleichtern,
andererseits müßte er aber ähnlich große
selbstzerstörerische Kräfte entfalten wie die Attentate
des 11.9.2001. Das sind keine Verschwörungstheorien, und
wenn doch, dann haben sie nun in Leuten wie Brzezinski einen prominenten
Vertreter gefunden. Er befürchtet unter anderem einen "Terroranschlag
in den USA, für den der Iran verantwortlich gemacht wird"
als Vorwand für einen Krieg.
Daß Brzezinski soetwas für möglich hält
zeigt, daß er auch das Spielchen um den 11.9.2001 längst
durchschaut hat. Schon diese Attentate wurden inszeniert, um den
Angriff auf Afghanistan und den Irak zu rechtfertigen. Interessant
ist, daß Brzezinski mit Sicherheit nicht aus humanitären
Gründen Alarm schlägt - sondern aus Sorge um die Macht
des Imperiums. An Menschenrechten war Brzezinski zeitlebens weniger
interessiert, als an dem "Grand Chessboard" (so einer
seiner Buchtitel) und vor allem an der Rolle der USA darauf. Und
auch jetzt fürchtet er weniger um Menschenleben, als um "unkalkulierbare
Folgen für den US-Imperialismus im Nahen und Mittleren Osten
wie weltweit", sprich: um die nackte Macht der Vereinigten
Staaten. Schon der "unter falschen Voraussetzungen"
begonnene Irakkrieg unterhöhle "Amerikas globale Glaubwürdigkeit.
Die zivilen Kollateralschäden und das wiederholte Fehlverhalten
beflecken Amerikas moralischen Anspruch". Wobei Moral aus
der Sicht Brzezinskis nicht etwa ein Wert an sich ist, sondern
ein strategisches Gut. Während die USA über jede Menge
Bomberflotten und Flugzeugträger verfügen, werfen sie
andere strategische Güter reihenweise über Bord: Glaubwürdigkeit,
Moral, Legitimation, Rechtsstaatlichkeit sowie den gesamten amerikanischen
Traum von Gerechtigkeit, Demokratie und Wohlstand.
Und damit sind wir auch schon bei einer der Kernfragen, nämlich
ob es sich hier wirklich "nur" um eine fatal verfehlte
Politik handelt oder nicht vielmehr um den Versuch, die USA ganz
bewußt vor die Wand zu fahren - mit George W. Bush als Abrißunternehmer.
Erstaunlich ist, daß sich alle Welt Gedanken über den
Untergang des Iran macht, kaum jemand aber über den Untergang
der Vereinigten Staaten. Denn ohne den amerikanischen Traum werden
die USA genausowenig überleben wie das römische Imperium
ohne den römischen Traum, für den Rom im Altertum stand:
den Traum von Hochtechnologie, Zivilisation, militärischer
Stärke und moralischer Überlegenheit. Ein Krieg gegen
den Iran wäre deshalb auch ein Krieg gegen die Vereinigten
Staaten.
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| 27.02.2007 |
Widerworte |
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Rücktritte bei US-Angriff auf
Iran? Einem Bericht der britischen Sunday
Times zufolge würden mehrere Generäle und Admiräle
des US-Militärs im Falle eines Angriffs auf den Iran ihren
Abschied einreichen.
"Es gibt vier oder fünf Generäle und Admiräle,
von denen wir wissen, daß sie zurücktreten würden,
wenn Bush einen Angriff auf den Iran befehlen sollte", zitierte
die Zeitung eine "Quelle mit engen Verbindungen zu britischen
Geheimdiensten". "Viele" Leute im Pentagon stellten
infrage, ob ein solcher Angriff "effektiv oder sogar möglich"
sei, so die Quelle weiter.
Eine andere, dem britischen Verteidigungsministerium angehörende
Quelle bestätigte, daß es innerhalb des Pentagons Uneinigkeit
über einen Angriff auf den Iran gebe. "Allen Generälen
ist absolut klar, daß sie nicht die militärischen Kapazitäten
haben, um den Iran auf eine bedeutende Art anzugreifen. Niemand
will es tun und es wäre eine Gewissensfrage für sie",
so die Quelle. "Es gibt genügend Leute, die der Ansicht
sind, daß dies eine zu schwerwiegende Fehlentscheidung wäre,
die zu Rücktritten führen würde."
Die Erkenntnis, daß es innerhalb des US-Militärs ernstzunehmende
Zweifel an der Führung eines weiteren Angriffskrieges gibt,
kann kaum verwundern. Nicht nur, daß die im Irak und in
Afghanistan gebundenen Einheiten schon jetzt eine schwere Belastung
darstellen - von den Verlusten an Mensch und Material gar nicht
zu reden - handelt es sich beim Iran doch um einen äußerst
ernstzunehmenden Gegner, wie der jahrelange Krieg des vom Iraks
- der hierbei vom "Westen" tatkräftig unterstützt
wurde - gezeigt hat. Letztlich ist allerdings fraglich, ob US-Generäle
tatsächlich einen solchen Weg einschlagen würden, oder
ob dies nur eine absichtlich an die Öffentlichkeit gedrungene
Warnung ist.
Auch scheint es höchst unwahrscheinlich, daß ein solcher
Schritt einiger Generäle einen Angriff auf den Iran verhindern
oder auch nur verzögern würde.
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| 26.02.2007 |
Terror-Helfer USA |
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USA unterstützen Terroristen
in Iran
Eine Meldung des britischen Telegraph vom Sonntag zeigt einmal
mehr, wie Recht der venezolanische Präsident Hugo Chávez
vor fast genau zwei Jahren hatte, als er die USA als "terroristischen
Staat" bezeichnete.
So sagte ein "ehemaliger hochrangiger Beamter der CIA",
der anonym bleiben wollte, gegenüber der Zeitung, daß
mehrere "Separatisten"-Organisationen im Iran direkt
durch die CIA finanziell unterstützt würden. Dies sei
aber auch "kein großes Geheimnis", sagte er. Fred
Burton, ein ehemaliger "Antiterror-Agent" des US-Außenministeriums
bestätigte diese Aussage.
"Die letzten Angriffe im Iran fügen sich in die US-Bemühungen
ein, die ethnischen Minderheiten im Iran zu unterstützen,
um das iranische Regime zu destabilisieren", so Burton. Dies
deckt sich auch mit den hier bereits direkt im Anschluß
auf einen Angriff auf einen Bus des Korps der iranischen Revolutionsgarden
vor zwei Wochen in der südiranischen Stadt Zahedan geäußerten
Vermutungen.
Erst am Samstag hatte der Iran gemeldet, bei Kämpfen nahe
der Grenze zur Türkei 17 "Söldner" getötet
zu haben. Zu den seitens der USA unterstützten Organisationen
gehören unter anderem auch die Mujaheddin e-Khalq, die seit
Jahren versuchen, den Iran mit Waffengewalt zu destabilisieren.
Die USA machen hier nicht weniger, als genau die gegenüber
dem Iran erhobenen Vorwürfe der "Unterstützung
von Terroristen" selbst auszuführen. Angesichts der
Tatsache, daß diese Vorwürfe durch die USA - wie dies
auch schon während der Vorbereitungsphase des Angriffs auf
den Irak der Fall war - ganz offensichtlich als ein möglicher
Grund für eine "Gegenwehr" der USA dargestellt
werden, ist dies umso bemerkenswerter. Nicht nur, daß der
Iran dieser Logik folgend seinerseits das Recht hätte, die
USA oder "US-Ziele" anzugreifen, da die Unterstützung
militanter iranischer Gruppen weitaus länger in die Vergangenheit
zurückreicht als die - vorgebliche - Unterstützung irakischer
Gruppen durch den Iran könnte hier bei objektiver Betrachtung
höchstens von einer "Vergeltung" durch den Iran
die Rede sein.
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| 25.02.2007 |
Die Zeit läuft ab |
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Ein offener Brief an den US-Kongreß
Ward Reilly
Sehr geehrte Mitglieder des Kongresses,
es grüßt Sie ein Mitbürger der Vereinigten Staaten.
Ich bin ein Veteran der Infanterie, diente freiwillig von 1971
bis 1974 und wuchs während der Zeit des Vietnamkriegs auf,
der wirrsten Zeit in unserer Geschichte – bis jetzt.
Ich schreibe Ihnen heute im Hinblick auf die Wahlen vom 7. November
2006 und wie Sie jetzt unsere Nation retten müssen.
Am Wahltag befahlen wir, die wählenden Bürger unserer
Nation, Ihr Boss, Ihnen, den Krieg im Irak zu beenden und es jetzt
zu tun. Wir gaben Ihnen die Macht. DIE Macht, eine Aufgabe zu
erledign.
Geehrte Mitglieder des Kongresses, unsere Nation und tatsächlich
die ganze Welt weiß, welchen Wahlauftrag wir Ihnen gaben.
Wir wollen, daß Sie den krieg im Irak beenden. Punkt. Nicht,
nachdem Sie mit dem Präsidenten darüber diskutieren,
MEHR Soldaten in den Irak zu entsenden. Nicht, nachdem Präsident
Bush gegangen ist. JETZT.
"Wir, das Volk" haben Sie im Kongreß, jene, die
sich entschieden haben, unsere Angestellten zu sein, aufgefordert,
den Krieg im Irak zu beenden. Das steht nicht zur Diskussion.
Das nennt man "Demokratie". Das passiert, wenn WIR,
der Boss, Ihnen, unseren Angestellten, sagen, was Sie tun sollen.
Wir haben die Kriegsmaschinerie abgewählt.
Das ist keine politische Angelegenheit ... oh, wie ich wünschte,
es wäre nur eine politische Angelegenheit ... aber es ist
weitaus ernster als schäbige US-Politik. Wir, als eine Nation,
haben Kriegsverbrechen der widerlichsten Art begangen und wir
verüben weiterhin Völkermord, so lange unser Militär
im Irak ist.
Der Weg dies zu beenden ist einfach. Feuer einstellen, Truppen
abziehen, Geld schicken. Sich gegenüber der Welt entschuldigen
und reparieren, was wir zerstört haben.
Wir haben es einer Handvoll Männer, den kleinsten der kleinen,
gestattet, unsere Nation in einen Krieg gegen ein vollständig
unschuldiges Land hineinzumanipulieren. Egomanen mit vollen Bankkonten
und Blut an ihren Händen.
"Upps" kann NIEMALS unsere Außenpolitik sein,
wenn es um die Kriegsführung geht ... und dieser Krieg ist
kein Mißgeschick ... er wurde lange vor dem 11.9. geplant.
Was wir auf der Straße in unserem Land heute sehen ist:
Präsident Bush, Vizepräsident Cheney, Minister Rumsfeld,
Sicherheitsberaterin Rice und Minister Powell, wie sie Ende 2002
und Anfang 2003 237 choreographierte Lügen und falsche Erklärungen
erzählten, um dieses Land gegen den Irak aufzubringen. Lügen,
die in dem Dokument "Iraq On The Record" des Abgeordneten
Henry Waxman vom 16. März 2004 alle dokumentiert wurden.
Wir sehen die durch Bush und Cheney bloßgestellte Identität
einer CIA-Agentin, eine Straftat.
Wir sehen Bush und Cheney, wie sie unsere eigenen Bürger
ohne richterliche Anordnung ausspionieren. Eine Straftat.
Wir sehen die Entführung und Folterung von Menschen die
weder irgendeines Vergehens angeklagt noch verurteilt worden sind.
Eine schwere Straftat gemäß US-Recht.
Wir sehen, wie unschuldige US-Bürger inhaftiert werden,
weil sie Muslime sind.
"Schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist" ist nicht
der Grundsatz, den ich schwor zu beschützen, als ich Infanterist
war, noch die Gesetze, die Sie alle geschworen haben, zu schützen.
Wir sehen einen nicht ausgeschriebenen Fünf-Jahres-Vertrag
mit einem Unternehmen, von dem Dick Cheney noch immer Bezüge
erhält, eine Straftat.
Wir sehen "Gebiete der freien Meinungsäußerung"
für jene, die ihre Stimme erheben, und wir sehen, wie Demonstranten
verhaftet und überprüft werden, weil sie gegen den Krieg
sind.
Wir sehen eine stolze irakische Nation, die seit vier Jahren
keine regelmäßige Versorgung mit Wasser, Strom, Nahrungsmitteln
und Medikamenten mehr hat.
Wir sehen im Irak ein 100.000 Mann starkes Söldnerheer (für
das wir bezahlen), neben unseren 140.000 regulären Soldaten
... was wir jetzt also tatsächlich im Irak haben ist eine
Viertelmillion Mann starke Armee.
Wir sehen die Freiheiten unserer Verfassungszusätze in der
Toilette und dies sind Rechte, für die jeder US-Soldat, der
jemals sein oder ihr Leben im Kampf gab, gestorben ist. Und Gefechtstote
treffen einen hart.
Es ist an der Zeit, daß die "Dame Gerechtigkeit"
ihr Brust entblößt.
Wir als Nation müssen jetzt über die Ermordung unschuldiger
irakischer Bürger und die Ermordung unserer eigenen US-Soldaten,
die unter Vorwänden in den Kampf geschickt werden, sprechen.
Keiner dieser Todesfälle wäre geschehen, wenn der letzte
Kongreß seine Arbeit gemacht hätte, zu der es auch
gehört, sicherzustellen, daß "Upps" nicht
unsere offizielle außenpolitische Position ist, NACHDEM
wir einen Präventivkrieg begonnen haben.
Ich schlage Ihnen allen vor, die Verfassung zu lesen und zu begutachten.
Bitte lernen Sie, was die Verfassung und die Verfassungszusätze
bedeuten und schützen Sie sie.
Unter keinen Umständen haben der Präsident und der
Vizepräsident die Befugnis, unsere Gesetze umzuschreiben.
Diesen beiden Beamten, unseren Angestellten, darf nicht gestattet
werden, mit dem Beginn eines auf Betrug und Lügen basierenden
Krieges davonzukommen.
Wenn es Bush und Cheney gestattet wird, ihre Amtszeiten zu beenden
und sie sich NICHT für ihre Verbrechen verantworten müssen,
dann ist unsere Nation verloren. Ganz einfach.
Wenn es Bush und Cheney gestattet wird, 2009 in den Sonnenuntergang
zu reiten, werden wir der Welt gezeigt haben, daß wir uns
um nichts als uns selbst scheren und daß das US-System von
Freiheit, Gleichheit und Demokratie nicht existiert.
Kongreß, Sie können unser Land retten, indem Sie das
richtige tun, oder Sie können unseren Untergang besiegeln,
indem Sie der Welt zeigen, daß unsere "demokratische
Stimme" nichts bedeutet, indem Sie es dieser Katastrophe
im Irak gestatten, weiterzugehen.
Ich wage nicht darüber nachzudenken, was die Welt mit uns
tun wird für das, was wir im Mittleren Osten getan haben,
wenn wir es nicht jetzt beenden. Meine Kinder verdienen es nicht,
wo auch immer sie hingehen, wegen der Taten unserer Politiker
oder einfach weil sie Bürger der Vereinigten Staaten sind,
gehaßt zu werden.
Am Vorabend der Bombardierung Baghdads sagte Präsident Bush
– und ich zitiere - "Zuerst werden wir dem Volk des
Iraks und der Welt zeigen, daß die Vereinigten Staaten und
die Koalition danach streben, den Irak zu befreien, NICHT ZU BESETZEN."
Deshalb gestatteten die Iraker Bush/Cheney zu tun, was sie taten
zu Beginn des "Krieges". Sie glaubten ihm, wie viele
in diesem Land.
"Nicht, den Irak zu besetzen". Upps.
Kongreß, Sie müssen wissen: ein Krieg kann niemals
"GEWONNEN" werden, wenn Kriegsverbrechen begangen und
Lügen erzählt wurden, um den Krieg zu beginnen. Der
Irak-Krieg war verloren, bevor er überhaupt begonnen hatte,
aufgrund der beteiligten Ideologie. Fragen Sie nur die Engländer
nach der amerikanischen Revolution oder die Deutschen nach dem
2. Weltkrieg. Mächtige Armeen, die in unschuldige Nationen
einmarschierten.
Kongreß, BITTE machen Sie Ihre Arbeit und beenden Sie diesen
Krieg. Wir bitten Sie und wir befehlen es Ihnen.
"Upps" hat Tod und Zerstörung für hunderttausende
UNSCHULDIGE Menschen bedeutet.
Unschuldige Menschen sterben und das gleiche tut unsere Nation.
Sie können sie retten. Wenn Sie es nicht tun, werden Sie
uns zwingen zu handeln, aggressiv zu handeln. Alle Soldaten haben
geschworen, wie Sie es auch taten, unsere Verfassung zu schützen
"gegen alle Feinde, sowohl ausländische ALS AUCH innerstaatliche."
Heute ist unser schlimmster Feind innerstaatlich und die Zeit
läuft ab.
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| 17.02.2007 |
Kniefall gefordert |
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Washington setzt auf Bürgerkrieg: Die geplante
palästinensische Einheitsregierung entspricht nicht der westlichen
Strategie. Demokratie und Besatzung unvereinbar
Von Werner Pirker
Eine Woche nach der in Mekka getroffenen nationalen Übereinkunft
der Palästinenser ist das von der Hamas gestellte Kabinett
zurückgetreten, um den Weg zu einer Koalitionsregierung freizumachen.
Präsident Mahmud Abbas (Fatah) beauftragte den bisherigen Ministerpräsidenten
Ismail Hanija (Hamas) mit der Regierungsbildung. Dazu hat er fünf
Wochen Zeit.
Differenzen beigelegt
Kurz vor Erteilung des Regierungsauftrages war Abbas am Donnerstag
abend noch einmal mit Hanija in Gaza zusammengetroffen, um erneut
aufgetretene Meinungsverschiedenheiten beizulegen. Solche dürften
sich auch in den kommenden Wochen immer wieder ergeben. Die islamische
Hamas wird nicht bereit sein, sich ihre bei den Parlamentswahlen
vor einem Jahr errungene absolute Mehrheit am grünen Tisch
abhandeln zu lassen. Die laizistische Fatah wiederum agiert aus
dem gesteigerten Machtbewußtsein heraus, die einzige vom Westen
anerkannte Kraft in Palästina zu sein. Der von den USA und
der EU über die demokratisch gewählte palästinensische
Regierung verhängte Boykott hat das Abbas-Lager erst zu seinem
Konfrontationskurs ermutigt, der zu einer Doppelherrschaft von Präsidialmacht
und Regierung führte. Die sich nun auf Kabinettsebene abzeichnende
Machtteilung hat der Hamas sicher mehr Kompromißbereitschaft
abverlangt als der Fatah. Nun kommt es aber nicht so sehr auf die
Verteilung der Posten an als auf den Inhalt des gemeinsamen Regierungsprogramms.
Eine auch nur die elementarsten Rechte der Palästinenser zum
Ausdruck bringende Vereinbarung aber wird in Israel und in den USA
keine Zustimmung finden. Damit sind die Voraussetzungen für
das Fortbestehen des innerpalästinensischen Konflikts nach
wie vor im vollen Umfang gegeben.
Die USA wollen auch die künftige palästinensische Einheitsregierung
boykottieren, sollte sie ihren Forderungen nicht entsprechen.
»Unsere Bedingungen werden immer dieselben bleiben«,
sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, am Donnerstag
in Washington. Neben der Anerkennung Israels müsse das neue
Kabinett der Gewalt abschwören und bestehende Abkommen einhalten.
Doch nur ein souveräner palästinensischer Staat könnte
Israel anerkennen, nicht aber ein von Israel besetztes Gebilde.
Welches Israel – innerhalb welcher Grenzen – soll
anerkannt werden? Der zionistische Staat hat seine Grenzen bis
heute noch nicht festgelegt. Er würde sie nach seiner Anerkennung
als Ausgangs- und nicht Endpunkt von Verhandlungen entsprechend
exzessiv auszulegen verstehen.
Finstere Verachtung
Die finstere Verachtung, die Washington dem palästinensischen
Machtkompromiß entgegenbringt, läßt vermuten,
daß das dort vorgesehene US-Szenario der Bürgerkrieg
gewesen wäre. Wenn Abbas darauf gehofft hat, mit der Auflösung
der Hamas-Alleinregierung die Amerikaner zu besänftigen,
sieht er sich nun enttäuscht. Die USA und Israel bringen
so deutlich wie noch nie zum Ausdruck, daß selbst die Lösung
innerpalästinensischer Konflikte nicht in palästinensischer
Selbstbestimmung zu erfolgen hat. Das mörderische Nahostduo
kann sich keine andere palästinensische Regierung vorstellen
als einen zur völligen Unterwerfung bereiten Eingeborenenrat.
Demokratie und Besatzung sind unvereinbar. Das westliche Diktat
hat die palästinensische Bewegung auf ihre Anfänge zurückgeworfen.
Sie muß sich als nationale Widerstandsfront neu konstituieren
und sich außerhalb der Logik westlicher Befriedungsversuche
positionieren.
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| 14.01.2007 |
Ungeliebte Wahrheit |
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ExxonMobil und die Erderwärmung
Am 3. Januar veröffentlichte die bekannte
US-Organisation "Union of Concerned Scientists" (UCS,
"Vereinigung Besorgter Wissenschaftler") einen Bericht,
in dem detailliert dargelegt wird, daß der US-Ölkonzern
ExxonMobil jahrelang Gelder aufgewendet hat, um Zweifel an der
globalen Erwärmung und dem Zusammenhang mit dem steigenden
Gehalt an Kohlendioxid in der Atmosphäre zu schüren.
Demnach wandte der Konzern genau die gleichen Strategien an,
mit denen die Tabakindustrie jahrzehntelang versuchte, einen Zusammenhang
zwischen Rauchen und zahlreichen Erkrankungen zu verschleiern.
Zwischen 1998 und 2005 setzte der Konzern knapp 16 Millionen US-Dollar
zur "Unterstützung" von mindestens 43, in dem Bericht
namentlich aufgeführten Organisationen ein. Neben diesen
Zahlungen stehen sich die unterschiedlichen Organisationen auch
durch einige wenige Personen, die bis zu 11 der Organisationen
gleichzeitig durch unterschiedliche Tätigkeiten verbunden
sind, nahe.
Innerhalb dieses "Netzwerks" wird eine kleine Zahl
von Kritikern an den allgemein anerkannten Hintergründen
der Erderwärmung immer wieder zitiert und wechselseitig auf
sie und einander verwiesen, so daß der Eindruck einer breiten
Front von Kritikern entsteht, obwohl diese tatsächlich nur
auf einige wenige Stimmen zurückgeht und letztlich zu einem
bedeutenden Teil von ExxonMobil finanziert wird.
ExxonMobil stellt sich dabei - auch in einer "Antwort"
auf den UCS-Bericht - auf den Standpunkt, man bemühe sich
hierbei nur um eine solide Wissenschaft, da es im Bereich der
Klimaforschung noch viel zu lernen gebe und handele keineswegs
aus eigenem wirtschaftlichen Interesse.
Außerdem setzt das Unternehmen seine "guten Beziehungen"
zu der US-Regierung unter Präsident George W. Bush und zahlreichen
weiteren Politikern gezielt ein, um Gesetzesänderungen zum
Klimaschutz zu verhindern oder zumindest zu verzögern und
auch öffentliche Verlautbarungen von Politikern entsprechend
zu beeinflussen.
"Wenn man genau hinsieht, ist ExxonMobils hinterhältige
Strategie ebenso offensichtlich und unbestreitbar wie die wissenschaftliche
Forschung, die sie diskreditieren soll", sagte Seth Shulman,
einer der Autoren des UCS-Berichts. "Die Dokumentenspur zeigt,
daß ExxonMobil, um seinen Unternehmensinteressen zu dienen,
einen großen Hallraum anscheinend unabhängiger Gruppen
geschaffen hat, mit dem ausdrücklichen Zweck, Fehlinformationen
über die globale Erwärmung zu verbreiten."
Alden Meyer, Direktor für Strategie und Taktik der UCS,
rief kaum verhohlen zu einem Boykott des insbesondere durch die
Marken Esso und Mobil bekannten Konzerns auf, als er sagte: "ExxonMobil
muß für seine zynische Desinformations-Kampagne über
die globale Erwärmung zur Verantwortung gezogen werden. Konsumenten,
Aktionäre und der Kongreß sollten dem Unternehmen laut
und klar zeigen, daß sein Verhalten in dieser Angelegenheit
inakzeptabel ist und sich ändern muß."
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| 06.12.2006 |
Apartheid in Israel |
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Kommentar des UN-Sonderberichterstatters
für Palästina
John Dugard
Übersetzung Ellen Rohlfs
Vom früheren US-Präsidenten Jimmy Carter kam gerade
ein neues Buch heraus: "Palästina: Frieden nicht Apartheid".
Eine scharfe Kontroverse entzündete sich an der Behauptung,
Israel praktiziere eine Art Apartheid.
Als Südafrikaner und früherem Anti-Apartheid-Anwalt,
der die palästinensischen Gebiete regelmäßig besuchte,
um die Situation der Menschenrechte für den UN-Menschenrechtsrat
zu beurteilen, ist der Vergleich mit der südafrikanischen
Apartheid von besonderem Interesse.
Oberflächlich betrachtet sind die beiden Regime sehr unterschiedlich.
Apartheid war ein System von institutionalisierter rassistischer
Diskriminierung, die die weiße Minderheit in Südafrika
gebrauchte, um die Macht über die schwarze Mehrheit zu behalten.
Sie war durch die Verweigerung politischer Rechte für die
Schwarzen gekennzeichnet und durch die Aufteilung des Landes in
Gebiete für Weiße und Gebiete für Schwarze (Bantustans)
und die Verhängung von einschränkenden Maßnahmen
für die Schwarzen. Sie waren dafür bestimmt, den Weißen
die Vorherrschaft/Überlegenheit zu garantieren, rassische
Trennung und die Sicherheit für die Weißen.
Das Pass-System, das für die Schwarzen die Bewegungsfreiheit
zu verhindern versuchte und auch den Zutritt in die Städte
wurde strikt durchgeführt. Schwarze wurden zwangsweise umgesiedelt
und ihnen wurde auch der Zugang zu den meisten öffentlichen
Einrichtungen und viele Arten der Beschäftigung verweigert.
Das System wurde durch einen brutalen Sicherheitsapparat ausgeführt,
in dem Folter eine bedeutende Rolle spielte.
Die palästinensischen Gebiete – Ost-Jerusalem, die
West Bank und Gaza – sind seit 1967 unter israelischer militärischer
Besatzung. Obwohl vom Völkerrecht militärische Besatzung
toleriert und reguliert wird, wird diese als ein nicht wünschenswertes
Regime betrachtet, das so bald als möglich beendet werden
sollte. Die UN verurteilen seit fast 40 Jahren die israelische
Militärbesatzung und ihren Kolonialismus und die Apartheid,
da dies im Widerspruch zur internationalen Ordnung sei.
An sich ist der Zweck der militärischen Besatzung ein anderer
als der der Apartheid. Sie ist nicht als langfristiges unterdrückerisches
Regime gedacht, sondern als eine vorläufige Maßnahme,
die nach einem bewaffneten Konflikt in einer Region für Ruhe
und Ordnung sorgt, bis ein Friedensabkommen geschlossen wird.
Aber dies trifft nicht für das Wesen der israelischen Besatzung
Palästinas zu. Seit 1967 hat Israel seine Kontrolle über
die palästinensischen Gebiete in der Art einer kolonisierenden
Macht unter dem Deckmantel der Besatzung ausgeübt. Unentwegt
raubt es die wünschenswerten Teile – die Heiligen Stätten
in Ost-Jerusalem, Hebron und Bethlehem, die fruchtbaren landwirtschaftlich
zu nützenden Gebiete an der westlichen Grenze und im Jordantal
und siedelte seine eigenen jüdischen "Kolonisten"
überall im Land an.
Israels Besetzung der palästinensischen Gebiete hat viele
Kennzeichen der Kolonisierung. Gleichzeitig hat es viele der schlimmsten
Züge der Apartheid. Die West Bank ist in drei Gebiete geteilt
worden: im Norden Jenin mit Nablus, die Mitte mit Ram Allah und
im Süden Hebron. Diese Gebiete ähneln immer mehr den
Bantustans von Südafrika.
Die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit, die durch ein
strenges Genehmigungssystem auferlegt und durch etwa 520 Kontrollpunkte
und Straßensperren unterstützt wird, ähnelt sehr
dem Apartheids Pass-System – geht aber über dieses
hinaus. Auch der Sicherheitsapparat erinnert an den der Apartheid
mit mehr als 10.000 Palästinensern in israelischen Gefängnissen,
wo es Folter und grausame Behandlung gibt.
Viele Aspekte israelischer Besatzung weisen über das Apartheidsystem
Südafrikas hinaus. Israels Zerstörung von palästinensischen
Häusern in großem Ausmaß, das Einebnen landwirtschaftlich
genutzten Bodens, die militärischen Überfälle und
die gezielten Morde von Palästinensern überschreiten
bei weitem ähnliche Praktiken in der Apartheid Südafrikas.
Niemals wurde eine Mauer gebaut, um Schwarze von Weißen
zu trennen.
Wenn man die weltweite Anti-Apartheid-Bewegung verfolgte könnte
man eine ähnlich konzertierte internationale Anstrengung
erwarten, die in der Opposition gegen Israels horrende Behandlung
der Palästinenser vereinigt ist. Stattdessen gibt es eine
internationale Gemeinschaft, die zwischen dem Westen und dem Rest
der Welt geteilt ist. Der Sicherheitsrat wird durch das US-Veto
und die Stimmenthaltung der Europäischen Union daran gehindert.
Und die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben
- im Einverständnis mit den Vereinten Nationen und der Russischen
Föderation - effektiv wirtschaftliche Sanktionen über
das palästinensische Volk dafür verhängt, daß
es mit demokratischen Mitteln eine Regierung gewählt hat,
die seitens Israels und des Westens als nicht akzeptabel bezeichnet
wurde. Vergessen war die Verpflichtung, der Besatzung, der Kolonisierung
und der Apartheid ein Ende zu setzen.
Unter diesen Umständen sollten die USA nicht überrascht
sein, wenn der Rest der Welt damit beginnt, den Glauben an sein
Engagement für die Menschenrechte zu verlieren. Zurecht klagen
einige Amerikaner, daß andere Länder nicht an der von
Gewalt zerrissenen Region Darfur im Sudan interessiert sind und
an ähnlichen Situationen in der Welt. Aber solange die Vereinigten
Staaten selbst eine doppelte Moral gegenüber Palästina
verfolgen, können sie im Kampf für die Menschenrechte
keine Zusammenarbeit mit anderen erwarten.
John Dugard ist ein aus Südafrika stammender Professor für
Rechte, der in den Niederlanden lehrt. Er ist im Augenblick beim
UN-Menschenrechtsrat ein Sonderberichterstatter für Palästina.
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| 27.11.2006 |
Das Ende der BRDvD steht in naher Zukunft |
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Interview with Franz Joseph Schonau
Q: Daß Rußland und China dem "Großen Satan"
USA und Israel zu Fall bringen wollen, und werden, daran dürfte
vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen niemand mehr ernsthaft
zweifeln. Wie weit die beiden neuen Weltmächte ihren Verbündeten
Iran absichern, erkennt man daran, wie eng die Handeslverbindungen
mit Teheran geknüpft werden
FJS: Erst kürzlich unterzeichnete China ein multi-Milliarden-Dollar-Abkommen,
das dem Iran garantiert, einer von Chinas Hauptlieferanten auf
Jahrzehnte hinaus für Gas zu sein.
Q; Wenn China sich mit dem Iran verbindet, um den Dollar unter
Druck zu setzen, stehen wir vor einer Dollarentwertung, die wir
rascher erleben werden als die Bush-Regierung erlaubte, Einzelheiten
durchdringen zu lassen.
FJS: USA und Israel werden zu Fall gebracht, indem deren aufgeblasene,
wertlose Währung vernichtet wird. Iran, von China und Rußland
vorgeschickt, verkauft quasi nur noch in Euro. China, der Hauptabnehmer
für iranischen Gas, muß also künftig Euro, statt
Dollars hinlegen. Peking wird somit formell gezwungen sein, seine
Dollarreserven einzutauschen, der Kollaps Amerikas ist da.
Q: Dazu kommt die bevorstehende Militärkatastrophe in Afghanistan
und Irak. Wenn selbst der Mitkriegstreiber, Britenpremier Tony
Blair, im Irak von einer Katastophe spricht, weiß man, was
die Stunde geschlagen hat: "Auch Britanniens Premier Blair
äußerte sich pessimistisch: Die Lage im Irak sei ein
Desaster."
FJS: Im Irak werden USA und Israel von der Nemesis eingeholt,
die schon lange überfällig war. Wie dramatisch der Untergang
verläuft, erkennt man daran, daß sich die Kriegsjuden
in Bushs Umgebung wie Perle, Adelman usw. die das Irak-Verbrechen
betrieben und organisiert haben, sich von Strohmann Bush absetzen.
Adelman schiebt schon jetzt Bush die Alleinschuld zu: "Am
Ende muß der Präsident verantwortlich gemacht werden,"
und "die Neocons hasten vom sinkenden Schiff, versuchen aber
immer noch, eine Umkehr von Bushs Nahost-Politik zu stoppen."
Q: Das Böse, vor dem Hintergrund dieser Weltverbrechen,
hat einen Namen: USrael und Bush. Über 650.000 Menschen wurden
seit der US-Invasion im Irak getötet. Das Land zerstört,
seine Kunstschätze geraubt und die Menschene massenweise
gefoltert. Erinnern wir uns immer daran: Das Böse ist dort,
wo die Lüge zuhause ist. Erst war es die Lüge von irakischen
Massenvernichtungswaffen, die Bush als Vorwand für sein Menschheitsverbrechen
im Irak vorschützte. Dann, nachdem die Lüge geplatzt
war, wollte er die Demokratie in das geschundene und gemordete
Land bringen. Die sogenannte US-Demokratie, die eingeführt
werden sollte, gilt seither als Rechtfertigung des Besatzungsverbrechens.
Selbstverständlich wollten Bush und Konsorten niemals etwas
anderes, als die Energievorräte des Landes an sich reißen.
Alles andere sind Lügen. Jetzt wird auch die Demokratielüge
aus Bushs Umgebung offen zugegeben: "Vergesst den Demokratie-Scheiß."
(Guardian, London, 16.11.06, S. 2)
FJS: USA dürfte auf lange Zeit in der Weltpolitik keine
Rolle mehr spielen. Der Koloss wird in viele Splitterstaaten zerfallen.
Mit dem Untergang kommt das unweigerliche Ende des Terror-Staates
Israel. Und mit dem Untergang Israels und dem Kollaps der USA
fällt auch die BRD in sich zusammen. Wir alle sehen jetzt
Licht am Ende des Tunnels, das Ende des amerikanischen Lügen-Zeitalters
rückt näher.
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| 19.11.2006 |
"Sieg" im Irak unmöglich" |
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Klarer Standpunkt Henry Kissingers
Wie AP am Sonntag berichtete, hat der frühere US-Außenminister
Henry Kissinger in einem Fernsehinterview des britischen Senders
BBC keinen Zweifel daran gelassen, daß er einen "Sieg"
im Irak mittlerweile für nicht mehr möglich erachtet.
"Wenn Sie mit 'militärischem Sieg' eine irakische Regierung
meinen, die eingesetzt werden kann und deren Einfluß sich
über das ganze Land erstreckt, die den Bürgerkrieg unter
Kontrolle bringt und religiös motivierte Gewalt unter Kontrolle
bringt - in einem Zeitraum, in dem die politischen Prozesse der
Demokratien dies unterstützen werden - ich glaube nicht,
daß das möglich ist", sagte er.
Kissingers klarer Standpunkt - auch wenn er sich außerdem
gegen einen sofortigen Abzug aus dem irak aussprach - kommt zu
einem Zeitpunkt, da der britische Premierminister Tony Blair in
einem Interview des Fernsehsenders Al-Jazeera offen zugegeben
hat, daß der Krieg gegen den Irak eine "Katastrophe"
ist. Blairs Aussage wurde durch den Versuch seines Sprechers,
diese herunterzuspielen, sicherlich nicht abgemildert. "Er
glaubt nicht, daß eine demokratisch gewählte Regierung
im Irak eine Katastrophe ist, er glaubt nicht, daß daß
es eine Katastrophe ist, Saddam losgeworden zu sein, aber er gibt
zu, daß daß es Schwierigkeiten gibt und er versucht
nicht, sie herunterzuspielen", so Blairs Sprecher.
Die Erkenntnis, daß es sich bei dem Krieg gegen den Irak
um einen nicht gewinnbaren Krieg handelt, hat sich also nicht
nur bis in höchste Stellen durchgesetzt, dies wird mittlerweile
sogar offen zugegeben - auch wenn teilweise anschließend
noch versucht wird, den Anschein eines "Erfolges" zu
wahren. Hier liegt denn auch der eigentliche Nachrichtenwert dieser
Aussagen, die zweifellos nicht zufällig gefallen sind. Die
Vermutung, daß hier einerseits Bestrebungen sichtbar werden,
sich einerseits von der US-Position der "erfolgreichen Mission"
abzusetzen, andererseits die Bevölkerung auf eine Niederlage
vorzubereiten, ist sicherlich naheliegend.
Tatsächlich ist die steigende Zahl kritischer Medienberichte
hinsichtlich der Lage im Irak und der Erfolgsaussichten der Besatzung
kaum zu übersehen, so daß dies möglicherweise
nur die ersten hochrangigen Politiker der Besatzungsmächte
sind, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und "das sinkende
Schiff" verlassen.
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| 18.11.2006 |
Weitverbreitete Minderheit |
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USA kritisieren UN-Resolution
Medienberichte vom Samstag belegen erneut, daß Israel
und die USA die internationale Völkergemeinschaft der Vereinten
Nationen nur so lange akzeptieren, wie sie ihren Interessen dienen.
So bezeichnete der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman eine
Krisensitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen als
eine "Farce" und einen "Zirkus" - offensichtlich,
weil mit überwältigender Mehrheit eine Resolution verabschiedet
worden war, die den tödlichen israelischen Angriff auf die
palästinensische Stadt Beit Hanoun verurteilte - bezeichnete.
Gillerman hatte die Sitzung verlassen und gesagt, seine Worte
fielen auf taube Ohren. Vor der Sitzung hatte er die Sitzung bereits
als "eine Erniedrigung und zynische Ausnutzung der UN"
bezeichnet und behauptet, "jeder, der dieser Entscheidung
die Hand reicht, reicht dem Terror die Hand."
Die Sitzung war auf Antrag der Arabischen Liga einberufen worden,
nachdem die USA im UN-Sicherheitsrat gegen eine entsprechende
Resolution ihr Vetorecht eingesetzt hatten. In der UN-Generalversammlung
existiert kein Vetorecht für irgendeines der Mitglieder,
andererseits sind die dort verabschiedeten Resolutionen aber auch
nicht bindend.
156 Mitgliedsländer stimmten für die Resolution, 7
stimmten dagegen und 6 enthielten sich der Stimme. Gegen die Resolution
stimmten Australien, die Marshall-Inseln, Mikronesien, Nauru,
Palau und - erwartungsgemäß - neben Israel auch die
USA. Kanada, die Côte Ivoire, Papua Neuguinea, Tonga, Tuvalu
und Vanuatu enthielten sich der Stimme.
Vor der Abstimmung ergriff der US-Botschafter bei den Vereinten
Nationen, John Bolton, offenkundig Partei für Israel. Die
Verabschiedung der Resolution würde "nur die weitverbreiteten
Zweifel an den Vereinten Nationen verstärken und viele zu
dem Schluß bringen, daß die weltweite Organisation
keine Rolle in der Region spielen kann", so Bolton. Wohlwollend
betrachtet ist hier anzunehmen, daß Bolton sich nicht vorstellen
konnte, daß eine derart überwältigende Mehrheit
der UN-Generalversammlung für die Resolution stimmen würde.
Andernfalls allerdings könnte Boltons Aussage auch zweifellos
als Drohung aufgefaßt werden.
Auch der UN-Menschenrechtsrat wurde von Bolton angegriffen. "Seit
seiner Gründung, hat sich der neue Menschenrechtsrat allein
auf Israel konzentriert. während Menschenrechtsverletzungen
in Darfur, Burma und Nordkorea ignoriert wurden", sagte er,
wobei er nicht erklärte, warum dies die gegen Israel erhobenen
Vorwürfe
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| 17.11.2006 |
"Vorbereitende Schritte" |
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Israel provoziert weiter UN-Truppen
Wie AP am Freitag berichtete, verletzt das israelische Militär
offenbar nicht nur weiterhin den libanesischen Luftraum, sondern
bedroht dabei auch weiterhin - entgegen anderslautender Berichte
und Zusicherungen - dort stationierte UN-Soldaten.
Französische UN-Soldaten haben am Freitag "vorbereitende
Schritte" gegen israelische Kampfflugzeuge, die im Tiefflug
über das Gebiet ihre Bataillons flogen, ergriffen, sagte
Milos Strugar, hochrangiger Berater des Kommandeurs der UN-Truppe.
Er wollte keine näheren Angaben zu den ergriffenen "Schritten"
machen, es ist allerdings offensichtlich, daß die UN-Soldaten
erneut in Betracht zogen, die israelischen Maschinen abzuschießen
und entsprechende Maßnahmen einleiteten.
Erst am 8. November hatte die französische Verteidigungsministerin
Michele Alliot-Marie im französischen Parlament von einem
weiteren solchen Fall berichtet, der sich am 31. Oktober ereignet
hatte. Damals waren israelische Kampfflugzeuge im Sturzflug auf
eine Stellung französischer UN-Soldaten zugeflogen. Diese
hatten bereits Flugabwehrraketen aktiviert und waren nur noch
"Sekunden" davon entfernt, sie abzufeuern, sagte Hauptmann
Christophe Prazuck, ein Sprecher des französischen Generalstabs.
"Unsere Soldaten vermieden nur knapp eine Katastrophe",
sagte Alliot-Marie.
Dieser Einschätzung ist sicherlich zuzustimmen würde
ein Abschuß eines israelischen Kampfflugzeugs unter welchen
Umständen auch immer von Israel doch zweifellos als Angriff
gewertet werden, was entsprechende "Reaktionen" nach
sich zöge. Schon im vergangenen Monat hatte die israelische
Zeitung Ma'ariv nicht näher genannte "Quellen innerhalb
des israelischen Militärs" dahingehend zitiert, daß
Stellungen der UN im Libanon bombardiert würden, sollte israelische
Kampfflugzeuge über dem Libanon abgefangen werden.
Letztlich stellt sich hier allerdings die Frage, was Israel mit
den immer neuen Provokationen bezwecken will. Entweder soll so
die eigene „politische Überlegenheit“ demonstriert
werden - also die Gewißheit, daß UN-Soldaten niemals
auf israelische Soldaten feuern würden - oder aber es soll
genau ein solcher Angriff provoziert werden. Da ein solcher und
auch die "Reaktion" Israels kaum zum Ausbruch eines
Krieges mit Israel führen würden, wäre die wahrscheinlichste
Reaktion der Vereinten Nationen zweifellos der Abzug der UN-Soldaten.
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| 16.11.2006 |
"Es wird einen Jihad geben" |
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Dunkles Bild der afghanischen Zukunft
In einem am Mittwoch auf IslamOnline veröffentlichten
Artikel zeichnet der britische und seit über einem Jahr in
Afghanistan lebende Journalist Chris Sands ein dunkles Bild der
Zukunft Afghanistans.
In Interviews zeigten sich Mitglieder der "afghanischen"
Regierung Sands gegenüber überzeugt, daß der derzeitige
Widerstand gegen die Besatzung in Afghanistan kaum mehr als ein
lauer Vorgeschmack auf das noch kommende ist. Außerdem werde
der als sicher aufgefaßten Vertreibung der Besatzer wie
schon nach der Vertreibung der sowjetischen Besatzer ein Bürgerkrieg
folgen.
"Die Bevölkerung haßt die Regierung, haßt
die Amerikaner und haßt deren Freunde weil sie alle Lügner
sind", sagte Ahmad Shah Khan Achekzai, ein Abgeordneter im
"afghanischen" Parlament für die Provinz Kandahar.
"Der Jihad wird bald beginnen, das stimmt. Die Amerikaner
und die Koalition kamen nach Afghanistan mittels der Vereinten
Nationen, aber wenn sie in die Häuser von Menschen gehen
und sie durchsuchen ist das inakzeptabel. Sie handeln gegen den
Islam und sie greifen unschuldige Menschen an. Es wird einen Jihad
geben, da bin ich 100 Prozent sicher. Es ist gegen unsere Kultur,
es ist gegen den Islam - wenn sie in unsere Häuser wollen,
brauchen sie eine Erlaubnis."
"Wenn der Jihad beginnt, werde ich mich ihm anschließen
- das ist ganz natürlich", so Achekzai.
Mullah Abd al-Salam Rocketi, ein Abgeordneter aus der Provinz
Zabul sagte: "Als die Taliban kamen, gab ich ihnen alles,
weil ich hoffte, das Land würde sich entwickeln und die Menschen
wären sicher. Dann, als die gegenwärtige Regierung kam,
gab ich ihnen alles, weil ich glaubte, sie würden das Land
verbessern. Aber ich bedauere das. Jetzt ist alles weg; wir haben
nichts. Ich bedauere es nicht, weil ich nicht länger ein
Taliban bin, sondern weil diese Regierung nicht die Macht hat,
das Land zu verbessern. Es wird schlimmer und schlimmer und schlimmer.
Ich habe keinerlei Hoffnung. Aber was auch immer jetzt geschieht,
die Menschen können sich nicht beschweren. Wenn sie einen
Laut machen, wird der örtliche Gouverneur sagen, sie seien
Taliban oder Al-Qaida und sie nach Bagram schicken lassen"
- wo das größte US-Gefangenenlager in Afghanistan liegt.
"Ich weiß, ich bin sicher, daß bald ein sehr
großer Krieg zwischen den Ausländern und der Bevölkerung
Afghanistans beginnen wird", fügte er hinzu.
Auch Mohammad Hashem Watanwall, Abgeordneter aus der Provinz
Uruzgan, ist dieser Ansicht.
"Es gibt ein großes Feuer unter der Erde. Es ist wie
ein Vulkan und bald wird es explodieren", sagte er. "Es
wird explodieren, wenn alles so weitergeht wie bisher - die Korruption,
die schlechte Sicherheit, die Bombardierung von Zivilisten durch
Truppen der Koalition. Bald wird es explodieren und die Menschen
werden im Namen von Jihad und Märtyrertum aufstehen, wenn
es keine großen Veränderungen gibt. Jetzt im Parlament
sagen die Abgeordneten 'Vergessen sie Pakistan und die Taliban,
warum sind die Ausländer hier?' - Sie sagen, ein tausendköpfiger
Drache sei hier und es seien die ausländischen Armeen. Man
stelle sich vor, wenn die Abgeordneten dies an einem öffentlichen
Ort sagen, was ein einfacher Mensch in einem Dorf sagt."
"Natürlich werden einige Stämme einander bekämpfen;
sie werden sagen Du bist Pashtune, ich bin Tajike, ich bin Tajike,
Du bist Hazara, Du bist Shiite, ich bin Pashtune. Der Bürgerkrieg
wird aufgrund von Unterschieden der Hautfarbe, Unterschieden der
Sprache, Unterschieden der Religion beginnen", so Wattanfall
weiter. "Hazaras sagen, sie hätten nicht genügend
Sitze in der Regierung, Uzbeken sagen das, Tajiken sagen das,
selbst Pashtunen sagen das und sie haben Karzai als Präsidenten.
Jetzt ist es ideologisch und mit Worten, aber bald wird es gewalttätig
werden. Ich glaube, wenn die internationalen Streitkräfte
und die Regierung keine starken Maßnahmen ergreifen, dann
könnte es bald beginnen und es könnte so schlimm wie
im Irak werden."
"Sie können die Taliban nicht erledigen, indem sie
sie töten - das schafft nur mehr Talibane. Wenn sie mich
töten wollen, wird mein Bruder aufstehen und kämpfen
und meine Cousins werden aufstehen und kämpfen. Töten
ist sinnlos. Die Regierung muß Verhandlungen mit den Taliban
führen und die Verhandlungen müssen dem Gesetz entsprechen",
so Rocketi.
Sollten sich diese Prophezeiungen bewahrheiten, so würde
der US-geführte Angriffskrieg gegen Afghanistan und seine
vorgebliche "Befreiung" das Land letztlich nur in das
gleiche Chaos stürzen, in dem es sich schon nach dem Ende
der sowjetischen Besatzung befand.
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| 11.11.2006 |
Ein guter Freund |
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USA stehen hinter Israel
Wie beispielsweise die New York Times am Samstag berichtete,
haben die USA einmal mehr bewiesen, daß sie bedingungslos
bereit sind, Handlungen Israels zu decken.
Als einziges Land stimmten die USA im UN-Sicherheitsrat gegen
eine von Qatar eingebrachte Resolution, die das tödliche
israelische Bombardement eines palästinensischen Wohngebiets
in der Stadt Beit Hanoun am Mittwoch verurteilen sollte. Bei dem
Angriff waren 19 Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder,
getötet und mindestens 40 weitere teilweise schwer verletzt
worden.
Der ursprünglich eingebrachte Text der Resolution war vor
der Abstimmung schon deutlich abgeschwächt worden. So wurde
eine Passage eingefügt, die auch die palästinensischen
Raketenangriffe auf Israel verurteilt und die palästinensische
Autonomiebehörde ausdrücklich auffordert, "unverzügliche
und nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen", um diese zu
beenden. Auch wurde der Begriff "unterschiedslos" als
Beschreibung der israelischen Gewalt - was ein Einstufung als
Kriegsverbrechen gemäß der Genfer Konventionen bedeutet
hätte - durch "unangemessen" ersetzt. Gleichfalls
wurden die Formulierungen "militärischer Angriff",
"Aggression" und "Massaker" durch "militärische
Operationen" ersetzt. Auch war in der ursprünglichen
Resolution eine internationale Beobachtertruppe der Vereinten
Nationen gefordert worden, was zu der Forderung nach "einem
internationalen Mechanismus zum Schutz von Zivilisten" geändert
wurde.
Trotz alledem bezeichnete der UN-Botschafter der USA, John Bolton,
den zur Abstimmung gelangten Resolutionsentwurf als "in vielen
Teilen gegen Israel befangen und politisch motiviert".
Von den 15 derzeitigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats enthielten
sich bei der Abstimmung Dänemark, Großbritannien, Japan
und die Slowakei.
Argentinien, China, Frankreich, Ghana, Griechenland, Kongo, Peru,
Qatar, Rußland und Tansania stimmten für die Resolution.
Die Tatsache, daß Israel sich für den Angriff „entschuldigt“
hat und diesen mit einem „technischen Fehler“ begründete,
kann keineswegs als Erklärung für das Abstimmungsverhalten
der USA gelten. Die Reaktion der USA, würde beispielsweise
die Hamas versuchen, zivile israelische Opfer eines Raketenangriffs
derart zu "entschuldigen", ist nur zu vorhersehbar.
Mindestens ebenso sehr, wie die palästinensischen Raketenangriffe
auf die israelische Zivilbevölkerung als Kriegsverbrechen
zu bezeichnen sind - gar nicht zu reden von "Selbstmordanschlägen"
auf Zivilisten, so sehr müssen auch die israelischen Angriffe
angesichts der technischen Möglichkeiten des israelischen
Militärs als solche bezeichnet werden, scheint es doch höchst
unwahrscheinlich, daß eine der modernsten Armeen der Welt
derart häufig derart schwerwiegende und folgenschwere "Fehler"
macht.
Die erneute Blockade einer entsprechenden Resolution des UN-Sicherheitsrats
durch die USA mittels ihres Vetorechts könnte die Parteilichkeit
der USA nicht deutlicher zeigen.
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| 24.09.2006 |
Erfüllte Prophezeiung |
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Venezolanischer Außenminister
und die US-Behörden
Rückblickend sieht ein Teil der Rede des venezolanischen
Präsidenten Hugo Chávez vor der UN-Generalversammlung
geradezu wie eine Prophezeiung aus. Darin prangerte er das Verhalten
der USA an, überall "Extremisten" zu sehen und
entsprechend zu handeln.
"Wo immer er hinschaut, sieht er Extremisten. Ich bin sicher,
er sieht Dich, Bruder, mit Deiner Hautfarbe, und denkt, Du seist
ein Extremist. Mit seiner Farbe ist der ehrwürdige Präsident
von Bolivien, Evo Morales, der gestern hier war, ein Extremist",
so Chávez in seiner Rede.
Wie unter anderem die britische BBC am Sonntag berichtete, scheint
sich diese "Prophezeiung" bereits wenige Tage später
annähernd erfüllt zu haben. Nach Angaben des venezolanischen
Außenministers Nicolas Maduro wurde dieser zusammen mit
mehreren seiner Begleiter nach eigenen Angaben 90 Minuten lang
festgehalten, bedroht und "ungebührlich behandelt".
Dem kanadischen Sender CBC zufolge sollte Maduro nach eigener
Aussage, nachdem er durch einen Metalldetektor auf dem Flughafen
John F. Kennedy (JFK) in New York gegangen war, einer "entkleideten
Durchsuchung" unterzogen werden, was er, wie auch seine Begleiter,
verweigert hätten.
"Wir wurden eineinhalb Stunden festgehalten und von der
Polizei damit bedroht, geschlagen zu werden", sagte Maduro
gegenüber Journalisten. "Wir machen die US-Regierung
dafür verantwortlich." Außerdem hätte ein
US-Beamter ihn geschubst und ihn angeschrien. Die Situation habe
sich noch verschlimmert, nachdem er darauf hingewiesen habe, daß
er der Außenminister Venezuelas ist und den Beamten seinen
Ausweis gezeigt habe. Außerdem seien sein Flugticket und
sein Ausweis von den US-Beamten konfisziert worden. "Jetzt
habe ich keine Papiere und kann nicht reisen", sagte er.
Maduro zufolge wurde er durch diesen Vorfall daran gehindert,
am Samstag in seine Heimat zurückzufliegen.
Die US-Behörden bestritten mittlerweile oberflächlich
die Darstellung Maduros. Russ Knocke, ein Sprecher des US-Ministeriums
für "Heimatschutz" sagte, Maduro sei zuvor aufgefordert
worden, sich einer genaueren Durchsuchung zu unterziehen, was
dieser verweigerte. Eine Verhaftung Maduros und die Konfiszierung
seiner Papiere wurde aber bestritten.
Die Regierung Venezuelas hat bereits eine förmliche Beschwerde
über diese Verletzung der diplomatischen Immunität Maduros
bei den US-Behörden und dem UN-Generalsekretär eingereicht.
Im Widerspruch zu den vorangegangenen Leugnungen entschuldigte
sich das US-Außenministerium mittlerweile für den Vorfall,
was angeischts der gespannten Beziehungen der USA mit Venezuela
kaum anders als ein Schuldeingeständnis bezeichnet werden
kann.
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| 24.09.2006 |
"Sie werden von dort fliehen" |
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Die
russische Afghanistan-Prophezeiung
Mehrere, für einen am Sonntag im britischen Telegraph veröffentlichten
Artikel befragte ehemalige hochrangige sowjetische Offiziere unterstützten
das durch einen britischen Offizier gezeichnete dunkle Bild der
Besatzung Afghanistans und zeigten sich überzeugt, daß
die heutigen Besatzer das gleiche Schicksal ereilen würde,
wie es die sowjetischen erlitten hatten.
General Ruslan Aushev, der selbst in Afghanistan bei Kämpfen
mit Mujaheddin verwundet wurde, fast den Ausblick für die
Besatzer in einem ebenso kurzen wie eindeutigen Satz zusammen:
"Sie werden von dort fliehen."
"Viele haben in Afghanistan gekämpft, zuallererst kämpften
die Briten dort im 19. Jahrhundert. Das erstaunliche heute ist,
daß NATO und Koalition anscheinend nichts gelernt haben,
weder aus ihrer eigenen Erfahrung noch aus unserer Erfahrung",
so Aushev weiter.
Das sowjetische Militär war 1989 nach zehn Jahren aus Afghanistan
abgezogen, nachdem bis dahin mindestens 15.000 sowjetische Soldaten
getötet worden waren. Dies geschah zwar einerseits nur durch
die massive sowohl finanzielle als auch militärische und
logistische geheime Unterstützung der Mujaheddin, aus denen
später die Taliban hervorgingen, durch die USA, andererseits
war die in Afghanistan stationierte sowjetische Truppe mit rund
100.000 Soldaten weitaus stärker als die heutigen Besatzer
in Afghanistan, deren Zahl nur etwa ein Drittel hiervon beträgt.
Außerdem seien die sowjetischen Soldaten von weiteren 100.000
auf ihrer Seite kämpfenden afghanischen Soldaten, die mit
"Flugzeugen, gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie"
ausgerüstet waren, unterstützt worden, so Aushev. "Ihre
Offiziere wurden in Moskau ausgebildet und sie waren mehr oder
weniger kampfbereit. Jetzt sehe ich einfach keine afghanische
Armee."
General Boris Gromov, damals Oberkommandierender der sowjetischen
Besatzungstruppen in Afghanistan, der sie auch während ihres
Abzugs befehligte, unterstützte in schriftlicher Korrespondenz
mit der Zeitung die Ansicht Aushevs. Es scheine, als würden
die US-geführten Besatzer heute unter der gleichen Gegenreaktion
der Bevölkerung leiden, wie damals die sowjetische Armee.
Ungeachtet innerer Spaltungen vereinige sich das afghanische Volk
gegen Besatzer im Land.
"Der afghanische Widerstand wächst meiner Meinung nach",
schrieb er. "Ein solches Verhalten seitens der widerspenstigen
Afghanen erscheint mir verständlich. Es wurde durch Jahrhunderte
der Tradition ... Geographie, Klima und Religion geschaffen. Wir
sahen über einen Zeitraum vieler Jahre, wie das Land durch
einen Bürgerkrieg zerrissen wurde ... Aber im Angesicht der
äußeren Aggression haben Afghanen immer ihre Differenzen
beiseite gestellt und sich vereinigt. Offensichtlich wurden auch
die Koalitions-Streitkräfte als eine Bedrohung für die
Nation betrachtet."
Erschwerend kommt nach Ansicht von Oberst Oleg Kulakov, der als
Militärübersetzer in Afghanistan gearbeitet hatte und
heute Professor für Geopolitik an der Moskauer Universität
der Verteidigung ist, hinzu, daß der Opiumanbau nach dem
Sturz der Taliban durch den US-geführten Angriffskrieg zu
neuer Blüte gelangt ist, nachdem er unter den Taliban praktisch
zum Erliegen gekommen war. "Jetzt ist Opium ein bedeutendes
Geschäft und niemand wird sich dessen entledigen", sagte
er. "Jeder Milizenführer hat seinen eigenen Anteil daran,
manchmal gründet sich seine Macht ausschließlich auf
Drogen."
Aushev glaubt schließlich, daß die USA bereits nach
einem Ausweg für einen Abzug aus Afghanistan suchen, indem
sie mehr Soldaten aus den anderen Ländern der "Koalition"
anfordern. "Die Amerikaner können sich kein weiteres
Vietnam leisten, also retten sie ihr Gesicht. Sie werden sagen:
'Wir sind nicht abgezogen, es waren die Australier, die Briten,
die abzogen.'"
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| 10.10.2005 |
Wird jetzt die US-Regierung Bush & Co
des Amtes enthoben? |
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Steyr, 6.10.05
RUNDBRIEF
Liebe Lichtfreunde,
in "Michael's World Wide Newsletter" vom 5.
Oktober, herausgegeben von Russ Michael (USA),
findet sich ein Beitrag des Journalisten Scott Mowry ,
wonach Moderator George Stephanopolis in ABC
News die Anklagen gegen Bush und Cheney bestätigt
habe (siehe Rundbrief vom 3.8.05). Hierüber sprachen
am 2. Oktober die Journalisten Lenny Bloom und Sherman
Skolnick in der Sendung "Shop Talk from Plot HQ", und
sie erklärten, dass ABC und CBS Nachrichten-Specials über
die "explosiven Storys dieser Anklagen" vorbereiteten. Bloom:
"Sie versuchen, die Amerikaner vorzubereiten, damit es
nicht so ein ,Schocker' wird."
Skolnick , ein erfahrener, unerschrockener Journalist,
sprach bei dieser Gelegenheit über das Szenario, dass sich
aus seiner Sicht nach der Entfernung von Bush und Cheney
aus ihren Ämtern ergebe. Er vermutet, dass eine
Übergangs-Troika die Regierung übernehmen werde, bestehend
aus Al Gore, dem im Jahre 2000 durch den Wahlbetrug in Texas der
Wahlsieg entrissen wurde, einem General, der kein Kriegstreiber
sei, sowie einer dritten Person, die von beiden ausgewählt
werde.
Skolnick äusserte sich besorgt über
die möglichen Reaktionen jener, die Bush und seine illegale
Regierung kontrollieren:
"Ich denke, unsere Regierung wird diskreditiert sein
und hinweg gefegt werden, weil dieser Strohmann und Prügelknabe
George W. Bush von seinem Vater überwacht wird, der gegenwärtig
kein gewähltes Amt bekleidet und im Namen der Königin
von England und der angloamerikanischen Aristokratie kontrolliert
hat, was in den Vereinigten Staaten geschieht, und so bin ich
sehr besorgt, dass sie in naher Zukunft ein Erdbeben-Szenario
in Gang setzen könnten. Die Technologie zur Erzeugung von
Erdbeben, durch Menschen gemacht, ist seit mindestens 30 Jahren
oder mehr bekannt. Kalifornien eignet sich perfekt dafür,
denn dort gibt es Orte, an denen Öl aus dem Boden gepumpt
wurde, und es gibt da Hohlräume, bei denen man manchmal vergessen
hat, sie mit Wasser aufzufüllen. Wenn man harmonische Wellen
aussendet, mit HAARP oder womit auch immer, dann kann man ein
von Menschen gemachtes Erdbeben erzeugen. Und dann wird das Weisse
Haus den Notstand ausrufen, und das führt zur Ausrufung des
Kriegsrechts."
Obendrein warnte Skolnick vor einem möglichen Crash
am Aktienmarkt am 19. Oktober. "Ich denke, in
der dritten Oktoberwoche werden wir ein weiteres histori-sches
Ereignis haben. Der Oktober war in der Geschichte ein Monat des
Zusam-menbruchs."
Zur Erinnerung: Texanische Grand Jurys haben Anklagen gegen den
Republikanerführer Tom Delay erhoben - wegen Verschwörung
und Geldwäsche. Das lief durch die US-Medien, und sogar SPIEGEL
online berichtete darüber. Da jetzt auch Nachrichten über
die Anklagen gegen Bush, Cheney und ihre Mitverschwörer in
die Öffentlichkeit sickern, kann der "Grosse Knall" nicht
mehr lange auf sich warten lassen. Es scheint, dass der Durchbruch
jetzt endlich gelingt und die Ausrufung von NESARA
nicht mehr aufzuhal-ten ist.
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Hier das Foto des Sonderermittlers Scott
Fitzgerald aus Chicago - jenes Mannes, der in nicht
allzu ferner Zukunft in den USA verdientermassen als Held
gefeiert werden wird.
Lichtgrüsse sendet Euch
Michael George |
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| 05.10.2005 |
RIO DE JANEIRO |
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Ein Streik hat den Betrieb bei Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten)
in Brasilien nahezu lahm gelegt. Wie Medien am Dienstag berichteten,
beschlossen die Arbeiter der Fabrik in Sao Bernardo do Campo im
Land Sao Paulo am Montagabend (Ortszeit) eine unbefristete Arbeitsniederlegung.
Sie verlangen Einkommensverbesserungen von durchschnittlich 5.500
Real (etwa 2.100 Euro) pro Jahr und begründen dies mit der
vereinbarten "Beteiligung an Gewinn und Ergebnissen".
VW dagegen bietet lediglich 4.700 Real.
Die 12.400 Beschäftigten von "VW do Brasil" in Sao Bernardo
streiken de facto bereits seit Donnerstag vergangener Woche. Der
Produktionsausfall beträgt seitdem rund 900 Fahrzeuge pro Tag.
Dem Streik schlossen sich unterdessen auch die 550 Arbeiter der
VW-Fabrik in Sao Carlos (ebenfalls im Land Sao Paulo). Dort werden
täglich 1.500 Motoren hergestellt. In der VW-Fabrik Taubate
wurde derweil eine Arbeiterversammlung für Mittwoch angesetzt.
Sprecher von "VW do Brasil" erklärten, das Unternehmen sei
zu Verhandlungen mit den Arbeitern bereit. Betont wird allerdings,
dass der angebotene PLR-Betrag den des Vorjahres um 13 Prozent übertreffe.
VW leitete zudem gerichtliche Schritte gegen die Streikbeschlüsse
ein. Gewerkschaften kündigten Gegenmaßnahmen an.
"VW do Brasil" hat sich für das laufende Jahr ein Produktionsziel
von insgesamt 217.000 Fahrzeugen gesetzt. Ein Sprecher der Metallarbeitergewerkschaf
t von Sao Paulo erklärte, das Ziel sei unmöglich zu erreichen.
"Selbst wenn Urlaub gestrichen und die Zahl der Überstunden
erhöht wird, könnten höchstens 206.000 Fahrzeuge
vom Band laufen."
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| 05.10.2005 |
In Frankreich streikt der öffentliche Dienst
Im ganzen Land gehen über eine Million Menschen auf die Straße.
Alle fünf Gewerkschaften haben zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen.
Im Zentrum der Kritik steht ein neuer Arbeitsvertrag, den Regierungschef
de Villepin per Dekret durchgesetzt hat |
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Der Tag begann in Marseille. Rund 100.000 Menschen
zogen gestern am Vormittag durch die Straßen der Hafenstadt.
Sie demonstrierten für mehr Kaufkraft und mehr Arbeitsplätze,
sowie gegen Wegwerfarbeitsverträge und gegen den Ausverkauf
der Staatsbetriebe. Die ersten Reihen gehörten den Seeleuten
der staatlichen Fährgesellschaft SNCM. Sie protestieren seit
einer Woche gegen den von der Regierung gewollten Verkauf ihres
Unternehmens. Ihnen folgten Beschäftigte des Nestlé-Werkes
von Marseille. Sie streiken seit Monaten gegen die Schließung
ihres Werkes und die Verlagerung der Produktion.
Auch an den 149 anderen Orten, wo gestern in Frankreich Streiks
und Demonstrationen stattfanden, war der gewerkschaftliche Aktionstag
ein Erfolg. An Orten mit besonderen sozialen Problemen wie Massenentlassungen
bei dem US-Konzern Hewlett-Packard sogar ein Riesenerfolg. Bereits
vor Mittag meldeten alle fünf Gewerkschaften, die den Aktionstag
dieses Mal in seltener Einmütigkeit organisiert hatten, dass
die erwartete eine Million TeilnehmerInnen überschritten sei.
"Wir werden keine zwei Wochen auf die Antwort der Regierung warten",
sagte FO-Chef Mailly schon am Vormittag. Zu dem Zeitpunkt hatte
sich der zentrale Demonstrationszug in Paris noch gar nicht in Bewegung
gesetzt.
Die Beteiligung war überall höher, als bei dem letzten
gewerkschaftlichen Aktionstag am 10. März. Damals marschierten
die Gewerkschaften getrennt. Die Debatte über die EU-Verfassung
hatte sie in feindliche Lager gespalten. Genauso wie die linken
Parteien. Gestern traten sie erstmals alle wieder zusammen an. In
Paris boykottierten die OppositionspolitikerInnen eine Debatte in
der Nationalversammlung, um auf der Straße dabei sein zu können.
Allerdings trauten sie sich nicht an die Spitzen der Demonstrationen,
sondern reihten sich weiter hinten ein. Einzelne VertreterInnen
der rechten Parlamentsmehrheit hingegen hatten am Vormittag in Paris
die Métro-Bahnhöfe kontrolliert. Sie wollten wissen,
ob der von ihnen mit der städtischen Bahngesellschaft ausgehandelte
"Minimaldienst" gewährleistet war.
Sämtliche Verkehrsmittel - vom Bus über die Bahn bis zum
Flugzeug - aber auch Schulen, Krankenhäuser, Postämter,
Radio- und TV-Sender waren gestern bestreikt. Auch der Hafen von
Marseille stand weiterhin still. Wegen des Konfliktes bei der Fährgesellschaft
SNCM und wegen der von Dockern beobachteten "schleichenden Privatisierung"
des autonomen Hafens (PAM). Auch außerhalb des öffentlichen
Dienstes gab es stellenweise Streiks.
Die französischen Medien - das Fernsehen zuvorderst - konzentrierten
sich bei ihrer Berichterstattung auf die "Belästigung" für
die BürgerInnen. Die Betroffenen selbst hingegen zeigten viel
Sympathie für den Streik. Laut einer gestern veröffentlichten
Umfrage des Instituts BVA finden ihn 70 Prozent der Franzosen richtig.
Im Mittelpunkt der Mobilisierung stand der neue Arbeitsvertrag,
den Regierungschef Dominique de Villepin in der Sommerpause per
Dekret und ohne parlamentarische Debatte und Abstimmung durchgesetzt
hatte. Dieser Vertrag verlängert die Probezeit von zuvor sechs
auf jetzt 24 Monate. Er gilt für alle Neueinstellungen in Betrieben
mit weniger als 20 Beschäftigten - und damit für die Mehrheit
aller Beschäftigten in Frankreich. Erstmals waren auch Gruppen
von Praktikanten dabei. In Paris versteckten manche ihre Gesichter
hinter weißen Masken. Eine junge Frau: "Wir sind die neuen
Beschäftigten. Unsichtbar. Rechtlos. Unbezahlt. Ideal für
die Patrons."
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